Alexander Gradl‐Noll: „Sicherheit gewinnt an Bedeutung“

Alexander Gradl-Noll, Geschäftsführer Diebold Nixdorf
© Franz Pfluegl

Alexander Gradl-Noll, Geschäftsführer Diebold Nixdorf

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Die geschäftspolitische Grundausrichtung von Diebold–Nixdorf sei es, den Retailern – etwa bei Banken und im Handel – die innovativsten und komfortabelsten Lösungen auch rund um den Bezahlvorgang beziehungsweise die Verfügbarkeit liquider Mittel anzubieten. Motto: Wir versorgen Österreich mit Bargeld! Doch mittlerweile spielt das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle bei den angebotenen technischen Lösungen. Dazu sei es notwendig, auch die Dynamik der „korrumpierenden Energie“ zu antizipieren, betont Geschäftsführer Alexander Gradl–Noll im zweiten Teil des Interviews mit dem ForumF.

ForumF: Immer wieder taucht in den Bezahldiskussionen die Vision oder das Gespenst von der bargeldlosen Gesellschaft auf. Ihr Unternehmen ist Innovator in Sachen bargeldlos ebenso wie bedeutender Bargeldversorger. Wann kommt aus Ihrer Sicht das Ende der Barzahlung in Österreich?

Alexander Gradl‐Noll: Entscheidend ist doch: Was will der Kunde haben? Ich gehe in Österreich von einer länger anhaltenden Koexistenz der Systeme aus. Wir haben hierzulande noch immer eine ausgeprägte Bargeldpräferenz. Das heißt, in anderen Ländern ist der Wandel in Richtung bargeldloser Zahlungsverkehr deutlich schneller als bei uns, und das wird wohl noch eine Zeitlang so bleiben. Die Verfügbarkeit von Bargeld ist in unserem Lande eben ein durchaus emotional befrachtetes Thema. Man assoziiert mit der bargeldlosen Wirtschaft gerne den drohenden Kontroll– und Überwachungsstaat, der selbst über den kleinsten Zahlungsvorgang informiert sein will. Dabei ist das Thema objektiv betrachtet primär eine Kostenfrage: Jede Manipulation mit Bargeld verursacht Kosten und nicht unbeträchtliche Fehlerquellen.

ForumF: Was sind denn derzeit die wichtigsten technischen Erfordernisse, denen Sie sich als innovativer Dienstleister für Handel, Finanzwirtschaft und Service gegenübersehen?

Alexander Gradl‐Noll: Zweifellos beschäftigt uns das Thema Sicherheit im wachsenden Umfang. Die weltweite Berichterstattung über spektakuläre Hackerangriffe schärft ebenso zweifellos das Sensorium. Andererseits ist gerade wieder in Österreich die Skepsis gegen innovative Lösungen recht ausgeprägt.

ForumF: Beispielsweise?

Alexander Gradl‐Noll: Bei den kontaktlosen Medien der Identifizierung wird in Zukunft die Biometrie wohl eine wichtige Rolle spielen. Aber da melden sich – wenn man eine biometrische Lösung andenkt – immer wieder gleich die Bedenkenträger – was die Datensicherheit betrifft – zu Wort. Doch die Verteufelung etwa der Gesichtsfelderkennung ist weitgehend unbegründet. Diese berührungslose Form erspart naturgemäß das Merken von Codes oder Passwörtern. Die Biometrie ist in diesem Zusammenhang also ein unbestreitbarer Faktor der Convenience.

ForumF: Bewegen wir uns in Richtung Biometrie?

Alexander Gradl‐Noll: Meiner Meinung nach ja, aber ich wage noch keine Prognose über den Zeithorizont in Österreich.

ForumF: Was sind die zentralen Probleme bei der Suche nach sicheren Wegen?

Alexander Gradl‐Noll: Es ist das ständige Abwägen der Bedrohungslage in jeder Form der Datenübermittlung und wie reagiert man darauf. In der Realität ist dies ein ständiger Wettlauf zwischen der innovativen Sicherheitstechnologie und den Gefahren, die aus der Mobilisierung krimineller Energien zu deren Knacken resultieren. Es geht also letztlich um das Spannungsfeld zwischen der Nutzerfreundlichkeit und dem aktuell erreichbaren Höchststand an Sicherheit. Das wird uns in den nächsten Jahren weiter beschäftigen, denn die Frage lautet: Wie halten wir die Systeme auf einem Stand, auf dem sie möglichst wenig korrumpierbar sind? Eine spannende Aufgabe… .

ForumF: Zum Schluss noch eine eher triviale Frage zum Umsatz?

Alexander Gradl‐Noll: Diebold Nixdorf erwirtschaftet derzeit in Österreich einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro im Banking, im Handel und mit unseren Serviceleistungen.

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