Altersarmut von Frauen: Bewusstsein und Abhilfe

FMVÖ FINANCIAL FORUM „Ist Altersarmut weiblich? Aktuelle Zahlen aus der Pensionsstatistik“ mit Erich Mayer (FMVÖ Präsident / Bank Austria Finanzservice GmbH), Mag. Sabine Toifl (FMVÖ-Vizepräsidentin)Dr. Juliane Bogner-Strauß (Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend), DI Doris Wendler (Mitglied des Vorstandes Wiener Städtische Versicherung AG), Dr. Alexander Biach, Vorsitzender Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Moderator DI Martin Kwauka (Initiator Finanzjournalistenforum).
© BKA/Andy Wenzel

FMVÖ FINANCIAL FORUM „Ist Altersarmut weiblich? Aktuelle Zahlen aus der Pensionsstatistik“ mit Erich Mayer (FMVÖ Präsident / Bank Austria Finanzservice GmbH), Mag. Sabine Toifl (FMVÖ-Vizepräsidentin)Dr. Juliane Bogner-Strauß (Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend), DI Doris Wendler (Mitglied des Vorstandes Wiener Städtische Versicherung AG), Dr. Alexander Biach, Vorsitzender Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Moderator DI Martin Kwauka (Initiator Finanzjournalistenforum).

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Eine der wichtigsten Veranstaltungen rund um den Weltfrauentag initiierten diesmal das Finanzjournalistenforum und der Finanzmarketing Verband Österreich (FMVÖ). Die Pensionslücke von Frauen hat viele Gründe, doch im Endergebnis droht Altersarmut. Eines der Probleme ist die Teilzeitarbeit – sie erhöht das Armutsrisiko.

Die Diskussion war durchaus hochgradig besetzt: Frauenministerin Juliane Bogner – Strauß ‚der Vorsitzende des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Alexander Biach und Doris Wendler, Vorstandsmitglied der Wiener Städtischen, begaben sich unter fachkundiger Moderation des Finanzjournalisten Martin Kwauka auf Suche nach den Ursachen für und nach Möglichkeiten der Abwehr drohender Altersarmut für Frauen.

Basis der Diskussionen waren Daten aus dem Hauptverband zur Pensionsstatistik. Wer erstmals 2018 eine Pension zugesprochen bekam, der kann eine Bruttopension, die 14mal jährlich ausbezahlt wird, von durchschnittlich (Medianwert) 1.576,- Euro rechnen. Soweit die Statistik. Geschlechterspezifisch sieht die Sache ganz anders aus: Frauen erhielten als erstmalige Alterspensionistinnen ab 2018 im Durchschnitt brutto 1.133.- Euro, Männer hingegen immerhin 2.232,- Euro brutto. Die Frauen liegen also bei knapp mehr als 50 Prozent dieses Betrages. Hier kommt akut die Armutsgefährdung ins Spiel. Biach definierte diese für Einpersonenhaushalte mit 1.061,- Euro brutto. Frauen sind somit zu 15,6 Prozent armutsgefährdet, während diese Quote bei Männern „nur“ 10 Prozent ausmacht.

Wo liegen die Lösungsmöglichkeiten? Vielfach in der Bewusstseinsbildung. Biach zeigte eindrucksvoll an Rechenbeispielen, welche Konsequenzen längere Teilzeitarbeit für Frauen in der Pension haben kann. Kurzfristig können eine Anhebung des Ausgleichszulagenrichtsätze, erhöhte Beihilfen sowie eine Valorisierung des Pflegegeldes helfen. Mittel– und langfristig sieht der Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger naturgemäß die Möglichkeit der Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen sowie die Stärkere Verankerung des Pensionssplittings, also der Übertragung eines Teils der Pensionsansprüche des Mannes auf jene seiner Frau. Darüber hinaus plädierte Biach dafür, die „Abfertigung Neu“ nicht weiter vorzeitig auszahlbar zu behalten, sondern den bei den Mitarbeitervorsorgekassen angesammelten Betrag als wichtige Säule zur Altersvorsorge zu betrachten.

Ministerin Juliane Bogner–Strauß sieht die Teilzeitarbeit als zwar „gesellschaftlich tradiert“, aber in ihrer Pensionsauswirkung krass unterschätzt. Sie setzte sich diesbezüglich für mehr Bewusstsein in Sachen Langfristfolgen von Teilzeitarbeit und begleitende Maßnahmen, wie etwa die Ganztagsbetreuung von Kleinkindern, ein. Dies würde den Druck auf den Zug zur Teilzeitarbeit bei berufstätigen Frauen mindern.

Bogner–Strauß plädierte auch dafür von den Möglichkeiten des Pensionssplittings wesentlich stärker als bisher Gebrauch zu machen. Auch hier brauche es eine Bewusstseinsveränderung. Die ausgebaute Kinderbetreuung, aber auch die Verbreiterung der Berufsfelder für Frauen sind ein weiterer Lösungsansatz. Frauen arbeiten noch viel zu stark in Branchen, in denen das Aktiveinkommen relativ gering ist, was sich nachhaltig auf die Pensionsleistung negativ auswirke.

Diese Zusammenhänge und Konsequenzen seien nicht neu, aber durchaus erschreckend, betonte Doris Wendler. Auch wenn die Sparmöglichkeiten oft sehr bescheiden seien, müsse man „beim Gegensteuern mit privater Vorsorge“ sehr früh beginnen. Je früher man „selbst etwas tut“, umso geringer sei die monatliche Belastung für diese Form der Eigenvorsorge. Moderator Martin Kwauka wendete in diesem Zusammenhang ein, dass es sehr vielen Alleinerziehenden wohl schwer fallen werde aus dem laufenden Einkommen noch Prämienzahlungen zu leisten.

Die gesamte 17‐seitige Power‐Point‐Präsentation zu „Ist Altersarmut weiblich?” als Download hier.

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