Bankhaus Spängler: Konjunkturerwartungen niedrig, EZB setzt Kampf gegen Inflation fort

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Markus Dürnberger, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler

Markus Dürnberger, Asset Manager im Bankhaus Spängler, analysiert in einem aktuellen Kapitalmarktupdate die Entwicklung der globalen Wirtschaft.

Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management im Salzburger Bankhaus Spängler, wirft einen Blick auf die aktuellen weltweiten Konjunkturentwicklungen, Inflationszahlen, sowie die Erwartungen an den Aktienmärkten.

Konjunkturerwartungen in Europa sinken

Die Konjunkturerwartungen für Europa haben sich weiter eingetrübt. Dies zeigt sich auch an dem von der EU regelmäßig erhobenen Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung, wobei die Stimmung in Österreich sogar unter dem EU-Durchschnitt liegt. Ein detaillierter Blick nach Deutschland zeigt: “Die Wahrscheinlichkeit für eine expansive Entwicklung der Wirtschaft liegt laut ifo-Konjunkturampel im August bei nur 8,1 Prozent. Die Wirtschaftsleistung in unserem wichtigen Nachbarland dürfte demnach im dritten Quartal schrumpfen”, so Dürnberger.

Lieferketten-Engpass, steigende Energiekosten: Inflation wird weiter angeheizt

Leider sind auch an der Inflationsfront aktuell keine ausgeprägten Entlastungsanzeichen erkennbar. “Die wesentlichen Themenkreise, die die Inflation anheizen, sind nach wie vor die gleichen”, sagt Dürnberger. “Wir sehen zum einen eine überhöhte Güternachfrage in den USA, die zu einem globalen Anstieg der Güterpreise und Engpässen in den Lieferketten samt hohen Transportkosten geführt haben. Zum anderen halten die Energiepreise die Inflation hoch.” Diese treffen Europa übrigens noch stärker als die USA, da dort die Folgen der Energiekrise wegen der zuletzt gesunkenen Erdöl- und Benzinpreise weniger stark ausgeprägt sind.

EZB: In Frankfurt geben die Falken nunmehr den Ton an

Die Notenbank hat mit ihrem historischen Zinsschritt von 75 Basispunkten ein Zeichen gesetzt. Eine Zinsanhebung in diesem Ausmaß, die sich über alle drei Leitzinsinstrumente erstreckt, gab es bislang von der EZB noch nie. Dürnberger: “Damit wird auch deutlich, dass die EZB ihren Kampf gegen die Inflation fortsetzt und die Falken nunmehr den Ton in Frankfurt angeben. Aus heutiger Sicht dürften in den kommenden Sitzungen weitere Zinsschritte anstehen, wenngleich nicht unbedingt im selben Ausmaß wie im September.”

Aktien: Europäische Investoren profitieren vom steigenden US-Dollar zum Euro

Wie hat sich nun der Aktienmarkt in diesem Umfeld gehalten? “Wir sind der Meinung: relativ gut”, so der Asset Manager im Bankhaus Spängler. “Allerdings profitiert der europäische Investor vom steigenden US-Dollar zum Euro, der um rund elf Prozent zulegen konnte und die Verluste am US-Markt somit in Grenzen hält. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten in Europa zählt der alte Kontinent jedoch insgesamt zu den Verlierern der großen Volkswirtschaften. China konnte sich relativ zu den anderen Märkten hingegen stabilisieren.”

Aktuelle Positionierung im Spängler Asset Management: Aktien untergewichtet

Wie positioniert sich das Spängler Asset Management derzeit? “Wir bleiben angesichts der Energiethematik, der Inflationsentwicklung und der anhaltenden Rezessionsgefahr auch im September bei einer Aktien-Untergewichtung in unseren Strategien”, sagt Dürnberger. “Regional betrachtet, liegt unser relativer Fokus auf den USA gegenüber Europa. Zudem mischen wir den pazifischen Raum und Japan währungsgesichert bei. Im Anleihebereich setzen wir auf eine verkürzte Laufzeitenstruktur, um das Zinsänderungsrisiko weiterhin zu begrenzen.”

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