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Nils Kottke, Vorstandsmitglied im Bankhaus Spängler

Bankhaus Spängler: Künstliche Intelligenz als Doping für die Kapitalmärkte

Das Bankhaus Spängler gibt einen aktuellen Kapitalmarktausblick. Konjunktursorgen stehen weiterhin im Mittelpunkt. Was die Aktienkurse betrifft, haben die Märkte derzeit aber noch nicht reagiert.

“Der amerikanische Aktienmarkt hat in den letzten Monaten einen fulminanten Aufschwung erlebt, allerdings wurde dieser nur von wenigen großen Technologie-Unternehmen getragen. Das große Thema Künstliche Intelligenz wirkt hier derzeit wie eine Art Kapitalmarkt-Doping. Die Frage ist, ob dies für einen nachhaltigen Aufwärtstrend reicht”, sagt Nils Kottke, Vorstandsmitglied im Salzburger Bankhaus Spängler. Die Märkte und damit auch die Anleger blicken jedenfalls weiterhin unsicheren Zeiten entgegen, erklären die Experten der ältesten Privatbank Österreichs in ihrem aktuellen Kapitalmarktausblick

“Was die Konjunktur betrifft, ist der Markt zurückhaltender als der Internationale Währungsfonds IWF. Spannend werden die aktuellen Quartalsergebnisse der Unternehmen”, so Markus Dürnberger, Asset Manager im Bankhaus Spängler. “Wir rechnen damit, dass die Konjunktur-Schätzungen für die zweite Jahreshälfte nach unten korrigiert werden müssen, denn ein stärkeres Wachstum in den kommenden sechs Monaten gibt der Zinsmarkt momentan nicht wirklich her.”

Die Stimmung insgesamt ist durchaus eingetrübt. So zeigt sich beispielsweise der “Economic Surprise Index” für Europa sehr negativ. Die Erwartungen der Marktteilnehmer wurden also enttäuscht. In dieselbe Richtung geht der Verlauf des “Ifo-Geschäftsklimaindex”. Diese sind deutlich zurückgegangen.

Inflation: Noch weit entfernt vom Ziel der Notenbanken

Die Gesamtinflation ist aktuell rückläufig, aber nach wie vor zu hoch, und diese Tatsache zwingt die Notenbanken weiterhin zu einer restriktiven Geldpolitik. “Wichtiger ist jedoch die Kerninflation – also die Preisentwicklung ohne Lebensmittel und Energiekosten. Auch diese ist zwar rückläufig, aber mit 5,3 Prozent noch immer auf einem viel zu hohen Niveau. Das langfristige Ziel der Notenbanken liegt ja bei 2 Prozent, davon sind wir weit entfernt”, so Dürnberger. Eine Gefahr bleiben natürlich hohe Lohnabschlüsse. Hier holt Europa gegenüber den USA gerade stark auf, wenn man sich die Entwicklung der Stundenlöhne ansieht. 

Geldpolitik: Erste Zinssenkungen der Fed im nächsten Jahr erwartet

Die US-Notenbank Fed pausiert derzeit in ihren Zinsschritten. Sie ist aber nach wie vor bereit, den Leitzins weiter zu erhöhen. Insgesamt sollte das Zinshoch aber langsam erreicht sein. Der Markt erwartet von der Fed im Jahr 2024 erste Zinssenkungen, und zwar im Ausmaß von rund 1,5 Prozent. Der Leitzins der EZB liegt aktuell bei 4 Prozent. Aktuell werden aber noch ein bis zwei weitere Zinsschritte im Umfang von jeweils 0,25 Prozent erwartet. Was das nächste Jahr betrifft, werden in Europa – im Gegensatz zur USA – noch keine Zinssenkungen erwartet. “Am Zinsgipfel angekommen sind wir zwar vermutlich noch nicht, aber wir sind wohl zumindest in der Nähe davon”, resümiert Spängler-Vorstand Nils Kottke. 

Kapitalmärkte: US-Aktien haben wieder die Nase vorn

Wie sieht es an den Kapitalmärkten aus? Konjunktursorgen stehen weiterhin im Mittelpunkt. Was die Aktienkurse betrifft, haben die Märkte derzeit aber noch nicht reagiert. “Generell ist aber zu sagen: US-Aktien haben wieder die Nase vorne”, so Asset Manager Dürnberger. “Insbesondere am amerikanischen Markt sehen wir in den letzten Monaten eine sehr gute Entwicklung, diese ist aber von nur wenigen Technologie-Titeln wie Nvidia oder Meta getragen – die Breite fehlt.” Vor allem Unternehmen im KI-Umfeld sehen also extreme Wertentwicklungen. Hier könnten sich aber vereinzelt auch Blasen bilden, und es ist durchaus Vorsicht geboten. Dennoch wird Künstliche Intelligenz sicher ein langfristiges Thema sein und einen positiven Beitrag zur Kapitalmarktentwicklung liefern. 

Auch in Deutschland basieren die Zuwächse auf den starken Kursen von nur wenigen großen Unternehmen. Die Kursschere zwischen großen und kleinen Unternehmen ist hier nochmals weiter auseinander gegangen. Gut entwickelt haben sich vor allem Branchen wie Reise und Freizeit, Technologie oder Einzelhandel. Deutlich schlechter sieht es bei Immobilien, Grundressourcen sowie Öl und Gas aus. “Dies spricht auch für eine Diversifizierung im Aktienportfolio”, betont Dürnberger. 

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