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Markus Dürnberger, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler

Bankhaus Spängler über KI: Chancen sind vielfach eingepreist, langfristig besteht hohes Potenzial

Das Bankhaus Spängler gibt ein aktuelles Kapitalmarktupdate und sieht Künstliche Intelligenz als Megatrend mit wichtigen Chancen.

Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management im Bankhaus Spängler, wirft einen Blick auf die aktuellen weltweiten Konjunkturentwicklungen, die zuletzt veröffentlichten Inflationszahlen, sowie die Erwartungen an den Aktienmärkten. Außerdem spricht er über Künstliche Intelligenz – ein Thema, das aktuell große mediale Aufmerksamkeit erhält und die Aktienkurse von Technologieunternehmen beflügelt hat. 

Konjunktur: Globale BIP soll heuer um 3 Prozent steigen 

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Ende Juli eine neue Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft veröffentlicht. Aufgrund eines robusten Wachstums vor allem im ersten Quartal soll das globale Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 3 Prozent und damit etwas stärker als bisher erwartet, zulegen. Der IWF betont in seinem Update die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft. Insbesondere die steigenden Zinsen belasten demnach die wirtschaftliche Aktivität. Für die Eurozone rechnet der IWF in diesem Jahr nur mit einem Wachstum von 0,9 Prozent, was vor allem daran liegt, dass Deutschland die Eurozone nach unten zieht. Allerdings deuten einige Leading Economic Indicators auf einen kräftigeren Abschwung hin. 

Zinsen und Inflation: Kräftige Zinserhöhungen führen zu Inflationsrückgang 

Wohl nicht zuletzt wegen der kräftigen Zinserhöhungen der EZB und der US-Notenbank ist die Inflation inzwischen auf dem Rückzug. In der Eurozone lag der Anstieg der Verbraucherpreise im Juli noch bei 5,3 Prozent und war damit nur noch halb so hoch wie im Oktober letzten Jahres. Ein ähnliches Bild zeigt sich in den USA, wo der Inflationsrückgang schon weiter fortgeschritten ist. Im Juni stiegen die Verbraucherpreise um 3 Prozent – so langsam wie zuletzt im März 2021. Allerdings dürfte es noch einige Zeit dauern, bis sich die Verbraucherpreise wieder dem Ziel der EZB und der Fed von 2 Prozent annähern. Daher haben sich sowohl die EZB als auch die Fed alle Optionen für ihre zukünftige Geldpolitik offen gehalten. Erste Zinssenkungen in den USA werden für 2024 erwartet. 

Aktien und Anleihen: Inverse Zinsstrukturkurve könnte Indikator für bevorstehende Rezession sein 

Ein Blick auf die Kapitalmärkte zeigt, dass die Zinsentwicklung und vor allem die Zinserwartungen der Marktteilnehmer bis zuletzt großen Einfluss auf die Kursentwicklung von Anleihen hatten. Die Renditen kürzer laufender Staatsanleihen sind zuletzt deutlich gestiegen. In den USA liegen sie nur noch knapp unter der Marke von 5 Prozent, wodurch sich der Renditeabstand zu länger laufenden Treasuries wieder vergrößert hat. Sie lag Ende Juli bei rund 100 Basispunkten. Dürnberger mahnt hier zur Vorsicht: „Eine inverse Zinsstrukturkurve war in der Vergangenheit oftmals ein guter Indikator für eine bevorstehende Rezession”. 

Aktienmärkte: KI als neuer Megatrend 

An den Aktienmärkten wurde das bevorstehende Ende der Zinserhöhungen positiv aufgenommen, und auch die guten US-Konjunkturdaten gaben den Kursen Auftrieb. Auffallend an der diesjährigen Kursentwicklung des S&P 500 ist, dass der Großteil der Performance auf wenigen Technologieaktien beruht. Bis Ende Juli standen Apple, Nvidia, Microsoft, Alphabet und Meta für gut die Hälfte der Performance des S&P 500. Dürnberger dazu: „Sie profitierten besonders vom KI-Boom, sind hochprofitabel, generieren viel Cash und sind am Markt etabliert.”

An den Kapitalmärkten spricht man im Zusammenhang mit KI von einem Megatrend, der langfristiges und strukturelles Wachstum verspricht. Die Aktienkurse von Unternehmen, die KI entwickeln und anwenden, sind rasant gestiegen. Wie so oft in der Vergangenheit hat der Markt die Chancen deutlich schneller als die Risiken in die Kurse der potenziellen Profiteure des KI-Booms eingepreist. Oder anders ausgedrückt: Es wurden viele Vorschusslorbeeren verteilt. Die Hausse der Technologieunternehmen in den letzten Monaten könnte daher vorerst zu weit gegangen sein. „Langfristig wird KI jedoch ein hohes Potenzial zugeschrieben”, betont Dürnberger.

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