Bluecode geht jetzt in die Offensive

Christian Pirkner, CEO der Blue Code International AG
© Bluecode / Claudio Wilhelmer

Christian Pirkner, CEO der Blue Code International AG

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Die Meldung hat im Oktober bei den Fintech–Interessierten mächtig Staub aufgewirbelt: Das Zahlungsnetzwerk Bluecode hat mit 11,2 Millionen Euro an Venture Capital die hierzulande vorerst vermutlich höchste Summe für ein Start Up lukriert. Christian Pirkner, CEO der Blue Code International AG, geht jetzt in die Offensive, um schrittweise das Zahlsystem über Smartphone europaweit auszulegen. Details verriet er ForumF in einem Gespräch.

„Wir haben die Investoren mit unserem Ziel, ein unabhängiges, paneuropäisches System für Zahlungen per Smartphone zu schaffen, binnen weniger Wochen überzeugt“, beschreibt Pirkner, der selbst am Unternehmen beteiligt ist, den Start der externen Finanzierung nicht ohne Stolz. Einige „family offices“ als Investoren wollen somit dem Konzept eine nachhaltige Zukunftschance geben.

Pirkner hat für die kommenden Monate vier Arbeitsschwerpunkte definiert, um Bluecode – das bereits mehr als 100 europäische Partner zählt – noch mehr Breitenwirkung und Akzeptanz in der Kreditwirtschaft, im Handel und im immer wichtiger werdenden Dienstleistungsbereich zu verschaffen. Erstens gehe es um die forcierte technische Ausstattung, zweitens um die Schaffung von Mehrwert–Diensten mittels Apps, die man in Bluecode „hineinhängen“ kann. „Von der Value Added Services Plattform (VASP) verspreche ich mir sehr viel, denn wir wollen dem Nutzer dieses ebenso einfachen wie innovativen Zahlungsmittels via Handy zusätzliche Dienste bieten. Das reicht von der Integration einer Kundenkarte über Bonusprogramme und Sammelpässe bis zu aktuellen Informationen über die Gastronomie oder den Handel in der unmittelbaren Umgebung. Da sind der kundenorientierten Phantasie kaum Grenzen gesetzt.“

Weiters will die Blue Code International AG die Internationalisierung kräftig vorantreiben. Die Kooperation mit Alipay, dem weltgrößten Bezahldienst des Online–Giganten Alibaba in China, funktioniere ausgezeichnet. Alipay nutzt die europäische Infrastruktur und hat damit Zugang zu Händlern, Gastronomen und Hoteliers für mehr als 700 Millionen Alipay–Kunden aus Asien. Diese immer kaufkräftiger werdende Kundenschicht kann nunmehr auch in Europa per Alipay bezahlen. „Alipay wird mit unserer Technologie jetzt auch die Präsenz in Spanien, in Großbritannien sowie in Irland, Frankreich und Italien ausbauen,“ unterstreicht Pirkner, der persönlich praktisch „Rund–um–die–Uhr“ in Europa unterwegs ist, um vor allem Banken mit dieser Bezahlmethode und ihren Vorteilen vertraut zu machen. Im Sinne des Datenschutzes werden beim Bezahlvorgang keine persönlichen Daten auf dem Handy gespeichert oder gar übertragen. Dieses sehr sichere und auf TAN–Basis funktionierende Verfahren funktioniert mit jedem Girokonto und ist unabhängig von der Übertragungstechnologie.

„Als vierten Schwerpunkt der Tätigkeit überlegen wir uns schon mehr Marketing beim Consumer selbst. Doch das wird vielleicht noch etwas dauern. Vorerst erzählt die Bank die Geschichte den Kunden und wir streben daher die Issuing–Kooperationen gezielt an. Wir präsentieren den Kreditinstituten Kunden–Apps und sind auch beim Handel sehr aktiv, um möglichst viele Outlets – auch aus dem Bereich der KMU – ins Boot zu holen.“ Pirkners Motto: Die Einfachheit des Systems besticht: Es lohnt sich nicht nicht mitzumachen!

Wohin soll sich Bluecode (beziehungsweise die Blue Code International AG) mittelfristig entwickeln? „In etwa 5 Jahren sollten wir uns als valide Alternative eines europäischen, bargeldlosen Zahlungsmittels flächendeckend etabliert haben. Wenn die Konzeption mit den Mehrwertdiensten voll aufgeht, dann verdienen wir mittelfristig sehr gutes Geld“, gibt sich Pirkner optimistisch.

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