Corona‐Krise belastet Halbjahresergebnis der Wiener Privatbank

Der Vorstand der Wiener Privatbank: Juraj Dvorak, Christoph Raninger (CEO), Eduard Berger.
© George Kaulfersch

Der Vorstand der Wiener Privatbank: Juraj Dvorak, Christoph Raninger (CEO), Eduard Berger.

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Erklärtes Ziel der Wiener Privatbank ist es, sich im zweiten Halbjahr 2020 weiter auf die Positionierung als dynamische Spezialbank mit klarer Fokussierung auf Sachwert- und Kapitalmarktkompetenz zu konzentrieren.

Die volatilen Kapitalmärkte im Kontext der Covid‐19‐Pandemie und den damit verbundenen weltweiten Maßnahmen haben einerseits das Anlageverhalten der Kunden beeinflusst und andererseits zu einem Rückgang der Depotvolumina geführt. Während die Substanz an verwalteten Kundenvermögen den Umständen weitgehend stabil geblieben ist, ist der Rückgang an Depotvolumina hauptsächlich auf niedrigere Marktpreise und damit geringere Bewertungen der Depots zurückzuführen. Positive Impulse kamen hingegen aus dem Kundenhandel, welcher von der erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten mit einem einhergehenden erhöhten Handelsvolumen profitiert hat. Das Kreditgeschäft verlief im erste Halbjahr stabil, die Zentralbankmaßnahmen haben jedoch insbesondere im USD zu weiteren Rückgängen der Zinsniveaus geführt, was sich entsprechend im Zinsergebnis niedergeschlagen hat. Auf den für die Wiener Privatbank wichtigen Immobiliensektor zeigen sich hingegen aktuell keine negativen Auswirkungen und diesbezüglich ist die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr dementsprechend zufriedenstellend ausgefallen.

Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr

Das Periodenergebnis ohne Fremdanteile sank auf minus 0,54 Millionen Euro (2019: 1,71 Millionen Euro). Der Zinsüberschuss beläuft sich auf 2,15 Millionen Euro (2019: 2,40 Millionen Euro) und der Provisionsüberschuss auf 4,70 Millionen Euro (2019: 4,62 Millionen Euro). Das Ergebnis aus Immobilienhandel konnte trotz des Lockdowns im 2. Quartal von 1,41 Millionen Euro auf 1,62 Millionen Euro gesteigert werden.
Die Risikovorsorge stieg minimal von 0,07 Millionen Euro im Vorjahr auf 0,09 Euro im Halbjahr 2020. Am stärksten von den Covid‐19 verursachten Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzmärkte ist die Position Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten iHv. minus 2,07 Millionen Euro (2019: 0,95 Millionen Euro) betroffen. Die Ergebnisverändung ist hier insbesondere auf risikoreduzierend Maßnahmen zurückzuführen. Dadurch kam das Ergebnis vor Steuern bei minus 0,79 Millionen Euro zu liegen (2019: 2,34 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,11 Euro, nach 0,34 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019.

Die Bilanzsumme der Wiener Privatbank beläuft sich zum Stichtag 30. Juni 2020 auf 388,59 Millionen Euro, nach 456,14 Millionen Euro zum Ultimo 2019. Der Rückgang ergibt sich hauptsächlich aus Optimierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Liquiditätsmanagement und daraus resultierend einer Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sowie einer Reduktion der Forderungen gegenüber Banken. Das Eigenkapital (exklusive Minderheiten) beläuft sich auf 44,47 Millionen Euro, nach 44,77 Millionen Euro zum 31. Dezember 2019.
Die Wiener Privatbank kann per 30. Juni 2020 weiterhin auf starke Kapitalkennzahlen verweisen. Die Eigenmittelquote lag bei 20,04 Prozent (Vorjahr: 18,05 Prozent) beziehungsweise die harte Kernkapitalquote (CET1) bei 20,04 Prozent (Vorjahr 17,97 Prozent).

Ausblick 2020

Das gesamte Jahr 2020 steht weltweit im Zeichen der Covid‐19‐Pandemie. Mit zahlreichen Hilfspaketen wurde und wird versucht, den dramatischen negativen Auswirkungen sowie dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken. Die Unsicherheit hinsichtlich einer neuen Infektionswelle im Herbst bleibt aber aufrecht. Auf Grund der hohen Kernkapitalquote ist die Wiener Privatbank für diese außergewöhnliche Krise jedoch gut gerüstet. Wir erwarten, dass sich die Kapitalmärkte im zweiten Halbjahr 2020 wie bisher volatil, aber langsam positiv entwickeln werden. Am Wiener Markt für Immobilien‐Investments rechnen wir mit einer unverändert stabilen Nachfrage in den kommenden Monaten. Erklärtes Ziel der Wiener Privatbank ist es, sich im zweiten Halbjahr 2020 weiter auf die Positionierung als dynamische Spezialbank mit klarer Fokussierung auf Sachwert‐ und Kapitalmarktkompetenz zu konzentrieren. Das Private Banking wird die Wiener Privatbank auch weiterhin mit innovativen und der Marktsituation angepassten Produkten stärken. Im Geschäftsfeld Immobilien Produkte & Dienstleistungen rechnet die Wiener Privatbank mit einer unverändert guten Nachfrage und wird sich auf die Strukturierung, die Finanzierung und den Vertrieb von weiteren Zinshaus‐ und Wohnungsprojekten konzentrieren. Der regionale Fokus liegt dabei auf dem Heimmarkt Österreich und hier schwerpunktmäßig auf dem Wiener Raum. Expansionsüberlegungen insbesondere in die benachbarten Märkte Slowakei und Tschechien werden in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung bzw. regionalen Auswirkungen der Covid‐19‐Pandemie neu beurteilt.

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