Dekarbonisierung der Wirtschaft ist für Banken Risiko und Chance zugleich

Stift Göttweig als inspirierender Veranstaltungsort
© RIM/Simlinger

Stift Göttweig als inspirierender Veranstaltungsort

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Green Banking wird gerne als Marketing-Gag abgetan. Tatsächlich steckt dahinter eine umfassende Transformation des Geschäfts. Eine Veranstaltung im Stift Göttweig widmet sich dieser Herausforderung.

Im Jahr 2050 wird die europäische Wirtschaft CO2‐neutral sein. Angesichts der Tatsache, dass heute noch ein Großteil der Erträge auf der Verfeuerung fossiler Brennstoffe basiert, steht uns daher ein enormer Transformationsprozess bevor. Dieser wird nicht vor den Banken Halt machen – im Gegenteil, die Dekarbonisierung der Wirtschaft wird deutliche Spuren in der Branche hinterlassen.

„Banken sind gleich dreifach vom Kampf gegen den Klimawandel betroffen“, sagt Mario Offenhuber, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens RIM Management und Organisator des Banken‐Symposium Wachau, das sich am 1. Juli diesem Thema schwerpunktmäßig widmet. „Zum einen muss man sich die Frage stellen, was aus den eigenen Investitionen wird, wenn sich die Wirtschaft radikal verändert“, so Offenhuber. Das betrifft sowohl das Asset Management als auch das Kreditgeschäft, denn in beiden Bereichen bestehen heute mehr oder weniger große CO2‐Exposures, die in den kommenden Jahren zurückgefahren werden müssen.

Neben diesem Transformationsrisiko haben Politik und Regulatoren erkannt, dass Banken eine enorme Lenkungswirkung im Kampf gegen den Klimawandel haben. Sie entscheiden, welche Branchen und Projekte finanziert werden und welche nicht. Darauf basierend entstehen neue Regularien wie die EU‐Taxonomie. „Banken werden sich das nicht mehr aussuchen können“, erklärt Offenhuber. „Die kommenden regulatorischen Neuerungen werden sie zwingen, Überlegungen zur Nachhaltigkeit in ihr Geschäftsmodell zu integrieren.“

Der dritte Aspekt ist jener der Positionierung. „Es entsteht gerade ein neuer ‚Purpose’ für Banken“, meint Offenhuber. Eine Chance, sich vom Mitbewerb abzuheben. Die Nachfrage nach nachhaltigen Bankdienstleistungen steigt seit Jahren deutlich und es ist kein Ende dieses Trends abzusehen. Viele Kunden wollen, dass ihr Geld „positive Wirkung“ entfaltet.

Praktische Anwendbarkeit statt Theorie

Beim Banken‐Symposium Wachau Spezial „Green Banking“ am 1. Juli im Stift Göttweig, werden diese Themen nicht auf einer theoretischen Ebene diskutiert, sondern den vielen offenen Fragen auf dem Weg zu einer grünen Bankenbranche werden praktische Hilfestellungen entgegengesetzt.

So wird Susanne Hasenhüttl von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) darlegen, worauf beim Auflegen „grüner Produkte“ zu achten ist. Reinhard Friesenbichler, Geschäftsführer der rfu Unternehmensberatung, wird in einem Workshop zeigen, welchen Nutzen „Green Bonds“ stiften können. Diese Form der Refinanzierung stellt eine interessante Kombination aus Transparenz und Kundenmehrwert dar. „Einlagen bei Banken sind häufig eine Black Box“, meint Friesenbichler. Es ist für den Kunden nicht ersichtlich, wie das Kapital eingesetzt wird. „Green Bonds sind eine gute Möglichkeit, nachhaltige Projekte zu refinanzieren und damit auch im Niedrigzins‐Umfeld einen attraktiven Mehrwert zu bieten“, so Friesenbichler.

Dieter Aigner, Geschäftsführer bei Raiffeisen Capital Management, wird einen Einblick in die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Asset Management geben und Albert Reiter, CEO von investRFP.com wird zeigen, wie Investoren überprüfen können, ob eine Anlage den eigenen ESG‐Kriterien tatsächlich entspricht. „Investoren sollten ihr Gesamtportfolio nach ESG‐Faktoren prüfen. investRFP.com bietet Investoren ein individuelles, kostenloses ESG Screening Tool, das alle relevanten Informationen von Asset Managern liefert.“

Das Banken-Symposium Wachau bietet Austausch und Vernetzung
Das Banken‐Symposium Wachau bietet Austausch und Vernetzung.
© RIM/Simlinger

Messbarkeit und Daten

Eine zentrale Frage im Kontext eines nachhaltigen Bankgeschäfts ist jene nach den erforderlichen Daten, um z.B. das CO2‐Exposure des eigenen Kreditportfolios zu berechnen oder um Nachhaltigkeitsrisiken bei der Veranlagung bewerten zu können.

Diesem Thema widmet sich das heimische Start‐up Carbon Metrics, das sich zum Ziel gesetzt hat, Nachhaltigkeitsdaten von bis zu 49.000 Unternehmen, einer Million Wertpapieren und 195 Staaten realitätsnah darzustellen. „Realitätsnah insofern, als unsere Bewertungen nicht nur Treibhausgasemissionsdaten aus Unternehmensberichten berücksichtigen, sondern insbesondere auf tatsächlich entstandenen Treibhausgasemissionen basieren“, erklärt Thomas Rakosi von Carbon Metrics. Den Nutzern der Plattform von Carbon Metrics kann man während des Symposiums ebenso in einem Workshop überprüfen.

Das umfangreiche Programm des „nachhaltigen“ Events sowie die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter www.banken-symposium-wachau.at/greenbanking.

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