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Dominik Damm, Partner von Deloitte Österreich

Deloitte: Das beschäftigt Österreichs Banken im Jahr 2023

Österreichs Banken müssen nach wie vor in einem höchst unsicheren Umfeld agieren. Die Entwicklungen der kommenden Monate sind nur schwer konkret vorhersehbar.

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Die angespannte makroökonomische Situation, das stark zunehmende Inflations- und Zinsniveau, immer häufigere Cyberattacken sowie eine hohe Volatilität von Vermögenswerten und gedämpfte Wachstumsaussichten: Unsicherheit wohin das Auge blickt – das geht an den Banken nicht spurlos vorüber. Auch die heimischen Finanzinstitute spüren die wirtschaftliche Achterbahnfahrt der vergangenen Monate. Wie die Österreichische Nationalbank und auch europäische Institutionen vor Kurzem bekannt gaben, haben sich die Risiken für die Finanzmarktstabilität hierzulande zwar deutlich erhöht, eine ernstzunehmende Gefährdung ist derzeit aber noch nicht in Sicht.

„Die heimischen Banken haben seit der Finanzkrise 2008 hart daran gearbeitet, ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Mit den aufgebauten Kapitalpuffern sind sie bis jetzt gut durch die anhaltenden Krisen gekommen“, erläutert Dominik Damm, Partner bei Deloitte Österreich. „Damit das auch so bleibt, ist es unbedingt erforderlich, die möglichen Entwicklungen der kommenden Monate akribisch zu analysieren, um rasch auf neue Dynamiken reagieren zu können. Denn wie es auf den Märkten weitergeht, ist derzeit nur schwer einschätzbar.“

Neue Wohnimmobilienrichtlinien missfallen Akteuren

Dynamisch bleiben wird im kommenden Jahr jedenfalls die Situation hinsichtlich der im August eingeführten neuen Richtlinien im Wohnbaubereich, die vor allem einer Überhitzung am Immobilienmarkt vorbeugen sollten. Zahlreiche Finanzinstitute beklagen seitdem jedoch einen teilweise massiven Einbruch des betreffenden Geschäftsfeldes. Hinzu kommen unzufriedene Stimmen aus Bevölkerung, Politik und der Immobilien-Branche.

„Die Argumente der Finanzmarktaufsicht für die Einführung von neuen Wohnimmobilienrichtlinien, um das Systemrisiko aus dem Immobilienmarkt zu nehmen, sind grundsätzlich nachvollziehbar und wurden auch von europäischer Seite explizit gefordert. Trotzdem sind viele Akteure mit den aktuellen Regelungen unzufrieden. Es gibt erste Signale, wonach es zu einer Überarbeitung der Richtlinien kommen soll. In diesem Zusammenhang sind alle Akteure gefordert, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und anhand gesammelter Erfahrungen konstruktiv an einer Neuauflage zu arbeiten“, betont Bankenexperte Dominik Damm.

Komplexe Regulatorik hindert Nachhaltigkeitsbestrebungen

Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gewinnen in allen Wirtschaftsbereichen zurecht an Bedeutung. Der Finanzsektor versucht die Problematik unter anderem mit Sustainable Finance und Offenlegung in Angriff zu nehmen – bis jetzt noch mit mäßigem Erfolg und viel Aufwand.

„Die Regulatorik in Zusammenhang mit Sustainable Finance ist meiner Ansicht nach viel zu komplex und unausgegoren. Auch für BankkundInnen ist das System kaum mehr durchschaubar, die Daten sind größtenteils noch nicht in ausreichender Qualität vorhanden und ein echter nachhaltiger Mehrwert wohl noch nicht gegeben. Doch bei einem derart wichtigen Thema dürfen wir uns mit dem Status quo nicht zufriedengeben. Was es braucht, ist eine umfassende Harmonisierung der Regularien mit dem Fokus auf eine praktikable Umsetzung. Nur so kann es gelingen, den Finanzsektor langfristig auf eine grüne Schiene zu bringen“, betont Dominik Damm.

Digitalisierung des Bankenwesens bringt Investitionsbedarf

Erst kürzlich drängte auch die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA in ihrem European Supervisory Examination Programme für Zwecke des SREP auf höhere und nachhaltigere Investitionen in Digitalisierungsprojekte. Dieser Empfehlung schließt sich auch Deloitte Experte Damm an: „In Österreich sind wir bei der Digitalisierung alles in allem keine Vorreiter. Doch genau deshalb ist es essenziell, Geld in die Hand zu nehmen, um die Datenverwertung zu optimieren, die Möglichkeiten von Artificial Intelligence zum Beispiel durch Pilotprojekte auszureizen und die Digitalisierung in Summe voranzutreiben – vor allem, um spezifisch auf die geänderten Kundenbedürfnisse zu reagieren.“

Länder wie das Vereinigte Königreich haben dabei bereits jetzt Vorbildcharakter: „Während in Österreich der Trend eher in Richtung Schließung von Bankfilialen geht, ist es dort gelungen, diese in die neue Lebensrealität der Kundinnen und Kunden zu integrieren und mit Digitalisierung zu kombinieren. Der Besuch einer Filiale gleicht auch dank gezielt eingesetzter Digitalisierung einem regelrechten Freizeiterlebnis. In Kombination mit einem guten und qualitativ hochwertigen Beratungsangebot könnte das eine mögliche Zukunft für das Kundengeschäft einer Bank sein“, meint Damm.

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