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© Deloitte/feelimage

Gudrun Heidenreich-Pérez, Partnerin bei Deloitte Österreich

Deloitte-Umfrage: Digitalisierungsinitiativen in den Unternehmen haben an Schubkraft verloren

In den vergangenen Jahren gab es einen enormen Digitalisierungsschub in den Unternehmen. Mittlerweile hat dieser aber an Intensität abgenommen, da die Wirtschaft aktuell viele Herausforderungen parallel bewältigen muss. Das bestätigt diese Deloitte-Umfrage.

Deloitte Österreich hat in Kooperation mit LSZ österreichweit mehr als 100 IT-Verantwortliche zu aktuellen Herausforderungen befragt. Dabei zeigt sich: Die Digitalisierungsinitiativen der Unternehmen haben an Schubkraft abgenommen. Zwar steht das Thema „Digitalisierung“ für einen Großteil der Befragten in den kommenden zwei Jahren im strategischen Fokus, bei der digitalen Weiterentwicklung hat sich im vergangenen Jahr aber kaum etwas getan. 46 Prozent bewerten ihren digitalen Reifegrad mit einem „Sehr gut“ oder „Gut“. Fast die Hälfte der Unternehmen ist damit gut aufgestellt – die andere Hälfte sieht allerdings Handlungsbedarf.

In Sachen Journey to Cloud geht es langsam voran. Lediglich 8 Prozent der Befragten haben die Migration in die Cloud schon vollständig abgeschlossen, die Mehrheit befindet sich noch in der Umsetzungsphase. „Die gute Nachricht: Die Unternehmen haben die Bedeutung der Cloudmigration erkannt“, betont Georg Schwondra, Partner bei Deloitte Österreich. „Jetzt geht es vor allem darum, wie diese Transformation sicher und effizient vollzogen werden kann. Ein gut durchdachter Ansatz ist in diesem Zusammenhang entscheidend.“

AI stark im Kommen

Die Unternehmen sehen auch die große Bedeutung von Automatisierung auf Basis von Artificial Intelligence (AI) und Robotics. Für zwei Drittel stellt dies in den kommenden Monaten ein strategisch wichtiges Thema dar. Der Einsatz in der Praxis steht noch am Anfang. Nur 6 Prozent sind laut eigenen Angaben schon sehr gut mit möglichen Anwendungsfeldern vertraut. Gebremst wird die Implementierung durch die hohen Kosten, offene Fragen hinsichtlich Datenschutz sowie fehlende Kompetenzen.

„Obwohl der Einsatz generativer Technologien im Unternehmenskontext noch kaum erprobt wird, ist das generelle Interesse der Betriebe ein positives Signal. Denn Fakt ist: AI ist kein kurzer Hype, sondern bereits Realität. Unternehmen, die frühzeitig auf die AI-Anwendungen setzen, können zu den Vorreitern bei der nächsten Welle der digitalen Transformation gehören“, so Schwondra.

Gleichzeitig spüren die Betriebe mit dem steigenden Einsatz digitaler Tools ein erhöhtes Risiko eines potenziellen Cyber-Angriffes. Die Hälfte der Befragten sieht die Cyber Security entsprechend als größte Herausforderung. Zur Gefahrenabwehr wird neben Identity & Access Management (43 Prozent) und der Entwicklung einer umfassenden Cyber-Strategie (44 Prozent) vor allem auf Prävention sowie auf Detect- & Response-Methoden (47 Prozent) gesetzt.

Demographischer Wandel und Fluktuation als Herausforderung

Für den digitalen Fortschritt und den effektiven Einsatz generativer Technologien braucht es qualifiziertes Personal. Aufgrund des vorherrschenden Mangels an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat aber mehr als die Hälfte der Befragten große Zweifel, diese in den kommenden Jahren zur Verfügung zu haben. Neben der zunehmenden Wechselbereitschaft der jungen Generation ist es vor allem die anstehende Pensionierungswelle, die die Betriebe enorm fordert.

„Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Unternehmen sind gut beraten, sich nicht nur um ein zeitgerechtes Nachfolgemanagement zu kümmern, sondern ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch bedürfnisorientierte Arbeitszeitmodelle und Vergütungssysteme, sinnstiftende Arbeitsinhalte sowie individuelle Karrierelaufbahnen zu bieten. Nur so können sie im Race for Talents bestehen“, erklärt Gudrun Heidenreich-Pérez, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Erforderliche Skills verändern sich rasend schnell

Zusätzlich zum Personalmangel stellt die Unternehmen die stetig sinkende Abnahme der Halbwertszeit von Skills vor Herausforderungen. Derzeit beträgt diese zwischen zwei und fünf Jahren – Tendenz sinkend. Dem Wissensaustausch am Arbeitsplatz (44 Prozent), dem Zukauf von Spezialwissen (42 Prozent) und umfassenden Lernangeboten (35 Prozent) kommen daher immer größere Bedeutung zu.

„Die Geschwindigkeit, mit der sich die Arbeitswelt verändert, erfordert ein Umdenken weg von starren Jobprofilen, hin zu einer skill-basierten Arbeitsorganisation. Im Mittelpunkt dieser steht der optimale Einsatz individueller Fähigkeiten und deren stetige Weiterentwicklung“, betont Heidenreich-Pérez abschließend.

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