Deloitte‐Umfrage: Gemischte Gefühle unter Österreichs Finanzchefs

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Laut aktueller Deloitte Studie rechnet die Mehrheit der heimischen Chief Financial Officer mit einer leicht positiven wirtschaftlichen Entwicklung am Standort Österreich.

Im Rahmen des aktuellen CFO Survey ermittelte das Beratungsunternehmen Deloitte im September 2020 die Stimmung unter europäischen Finanzchefs. Das Ergebnis: 45 Prozent der heimischen Befragten glauben zwar, dass sich die wirtschaftliche Lage hierzulande leicht positiv entwickeln wird, aber der Blick auf die internationale Wirtschaft bremst den vorsichtigen Optimismus. „Die Zuversicht variiert je nach Betroffenheit des eigenen Unternehmens. Bei der Befragung haben sich hier zwei Lager herauskristallisiert: Kaum von der Krise betroffene und stark betroffene Betriebe. Während erstere mit ihren Umsätzen jetzt schon Vorkrisenniveau erreichen, rechnen letztere erst 2022 oder später mit einer Erholung“, erklärt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. Hinsichtlich der finanziellen Erfolgsaussichten fühlen sich immerhin 54 Prozent der österreichischen Finanzvorstände hoffnungsvoller als noch vor drei Monaten. Das liegt sogar etwas über dem europäischen Durchschnitt von 49 Prozent.

Beschäftigtenzahl schrumpft weiter

Besonders ein Thema beschäftigt derzeit die Unternehmen: Die Mitarbeiterzahlen gehen tendenziell zurück und drohen in den nächsten Monaten noch weiter zu sinken. Bereits im Frühling rechneten aufgrund der Corona‐Krise viele Chief Finance Officer (CFOs) mit zurückgehenden Beschäftigtenzahlen im eigenen Unternehmen. „In Österreich geht aktuell mehr als die Hälfte der Befragten von einem weiteren Rückgang der Mitarbeiterzahlen aus. Im Ländervergleich zeigt sich, dass europaweit Beschäftigungs‐ und Einstellungspläne auf Eis gelegt werden – mit weitreichenden Folgen für die Arbeitsmärkte und Volkswirtschaften. Im Vereinigten Königreich erwarten sogar mehr als drei Viertel der Befragten einen Rückgang der Mitarbeiterzahlen im eigenen Unternehmen“, ergänzt Marterbauer.

Investitionsklima braucht politischen Anstoß

Zusätzlich zum Mitarbeiterrückgang sind die Unternehmen durch Covid‐19 mit Unsicherheitsfaktoren wie gesundheitlichen Risiken für die Belegschaft und verhaltenen Konjunkturaussichten konfrontiert. Dementsprechend setzen 92 Prozent der befragten Finanzchefs in den nächsten zwölf Monaten vor allem auf Maßnahmen zur Senkung der Kosten sowie zum Ausbau der Digitalisierung. Akquisitionen oder Investitionserhöhungen spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. 59 Prozent der Befragten rechnen mit einer weiteren Verschlechterung des Investitionsklimas. „Das Umfrageergebnis ist ein klares Signal für die Politik: Der wichtigste Stimulus für Unternehmen ist jetzt die Investitionsförderung. Hier gibt es zwar bereits gute Maßnahmen der Bundesregierung, für eine echte Trendwende muss man aber am Ball bleiben und in den nächsten Monaten starke Impulse setzen“, analysiert Marterbauer.

Klimaziele und Nachhaltigkeit weiterhin hoch im Kurs

Die Befragung belegt erneut: Die Klimakrise hat bei allen aktuellen wirtschaftlichen Sorgen nach wie vor eine große Relevanz. Denn trotz der Corona‐Krise nehmen Klimaziele in den heimischen Unternehmen weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Rund 42 Prozent der befragten CFOs wollen in den nächsten Monaten besonderes Augenmerk auf die Klimastrategie ihres Unternehmens legen. „Aus Sicht der Finanzvorstände hat die Corona‐Pandemie die globale Klimakrise nicht abgeschwächt. Sie unterstreicht viel mehr die Notwendigkeit, als Unternehmen gerade jetzt auf Nachhaltigkeit zu setzen und dieses Thema in der eigenen Geschäftsstrategie zu verankern“, schließt Marterbauer ab.

Rund 1.600 Chief Finance Officers aus 18 Ländern nahmen an der internationalen Umfrage teil, darunter auch 85 österreichische Führungskräfte. Hier sind alle Ergebnisse zu finden.

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