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Die Auswirkungen nächtlicher E‑Scooter-Fahrten

Maximilian Mondel
Maximilian Mondel
Nachdem Finanzminister Magnus Brunner im Zuge der Parlamentseröffnung spätabends auf der Freyung in der Wiener City mit einem E-Scooter schwer verunfallte, vertritt ihn in seiner Funktion Staatssekretär Florian Tursky.

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Erstaunlich zahm reagierten die heimischen Tageszeitungen und deren Online-Entsprechungen auf den Unfall des heimischen Finanzministers, der spätabends auf der Heimfahrt von der Parlementseröffnung mit einem E‑Scooter gestürzt war und sich eine mittelschwere Kopfverletzung zugezogen hatte. Da wurde viel über die Wirkung, aber nur wenig über die Ursache geschrieben, aber hey, die meisten heimischen Medienhäuser sind schließlich von den Förderungen der Regierenden – und die sind nicht gerade bescheiden – mehr als abhängig. 

Ob da nun Alkohol im im Vorfeld des E‑Scooter-Unfalls Spiel war oder ob es eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände war, müssen andere entscheiden. Anscheinend ist es jedenfalls so, dass im Spital erstmal der Kopf von Magnus Brunner versorgt wurde (und das ist auch gut so), dass aber kein Blut abgenommen wurde, um den Alkoholgehalt in selbigem zu ermitteln. Ein Schelm, der da Böses denkt. Aber im Grunde ist der Herr Finanzminister ein erwachsener Mann und vor allem einmal für sich selbst verantwortlich.

Brunner ist nun bereits am Weg der Besserung, wie man liest, führt seine Amtsgeschäfte von zuhause aus und lässt sich bei unverschiebbaren Terminen in der Zwischenzeit von Staatssekretär Florian Tursky vertreten. Das ist würdig und recht, denn Tursky hat neben seiner Tätigkeit als Staatssekretär für Digitalisierung, Informationstechnologie und Telekommunikation Finanzminister Magnus Brunner in sämtlichen Aufgaben seines Geschäftsbereichs zu unterstützen und darüber hinaus als dessen parlamentarische Vertretung an wichtigen Sitzungen und Ausschüssen teilzunehmen – so steht es auf der Website des Finanzministeriums. 

Staatssekretär Tursky ist seit seinem Amtsantritt nicht zuletzt durch „Auftritte” in den Chat-Protokollen von Ex-Kanzler Sebastian Kurz und Ex-ÖBAG-Vorstand Thomas Schmid aufgefallen, wo Kurz Schmid den Tiroler als „super Typ” und „guten Freund” beschrieben hat, um ihm damals einen Job im Finanzministerium zu verschaffen. Dorthin hat er es letztendlich auch geschafft, wenn auch über den Umweg Tirol, wo er unter Ex-Landeshauptmann Platter artig diente. Ja, und sonst ist Tursky noch als vehementer Verteidiger von Nationalsratspräsident Wolfgang Sobotka in Erscheinung getreten und durch seine wohl für Österreich extrem wichtige Reise zur CES nach Las Vegas vor wenigen Wochen. Seine Anwesenheit in Las Vegas nutze Tursky dann auch für ein Interview mit der Futurezone, wobei man wissen muss, dass – und so steht es am Ende des Interviews – die Reisekosten zur CES 2023 vom Digitalstaatssekretariat übernommen wurde”. In diesem Interview hat der Herr Staatssekretär dann auch eine Metapher vom Stapel gelassen, die einen derart langen Bart hat, dass einem Angst und Bang werden kann: „Daten sind das neue Öl”. Der Futurezone hat die Ansage von Tursky gleich so gut gefallen, dass sie daraus die Headline für das Interview gebastelt hat. Ein Interview auf eine Zeile zu reduzieren, ist natürlich nicht zu 100 Prozent fair, aber wenn Tursky die Mechanismen der Medien kennt, dann weiß er, dass von seinem Interview vor allem die Daten-Öl-Metapher übrigbleibt. Und die ist banal. Fazit: Möge es Finanzminister Brunner bald wieder so gut gehen, dass er nicht weiter vertreten werden muss.

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