Die Hälfte der Österreicher sorgt mit rund 100 Euro vor

© ForumF/Gerhard Bögner
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Die HDI Leben – Claim „…macht das Leben lebenswert“ hat Österreicher ab 18 Jahren befragt, „was ihr Leben lebenswert“ macht: Familie/Liebe/Freunde/Gesundheit vor „Finanzielle Sicherheit“ und Kinder – 52 Prozent sparen monatlich rund 100 Euro zur Pensionsvorsorge an; sieben Prozent nichts.

„Was macht Dein Leben lebenswert?“ fragte die HDI Lebensversicherung AG im Dezember 2019 in einer Onlinebefragung Österreicher zwischen 28 und 70 Jahre – und 72 Prozent der 723 Teilnehmer geben an, ihr derzeitiges Leben als „sehr“ oder „ziemlich lebenswert“ zu empfinden (11 Prozent sagen jedoch „weniger“ oder „gar nicht lebenswert“ zu ihrer Situation. Das korrespondiert – naturgemäß? – mit dem monatlichen Nettoeinkommen: 19 Prozent haben weniger als 1000 Euro netto monatlich – 43 Prozent 2000 Euro und mehr (4 Prozent mehr als 5000 Euro). „Das Ergebnis der Studie zeigt eindeutig, dass Frau und Herr Österreicher überwiegend glücklich und zufrieden mit ihrem Leben sind“, resümiert Michael Miskarik, Niederlassungsleiter der HDI Lebensversicherung AG in Österreich, aber: „Geld allein macht die Österreicher nicht glücklich. An erster Stelle steht nach wie vor die Familie. So machen Familie, Liebe und Freunde (28,2 Prozent) sowie Gesundheit (7,5 Prozent) das Leben der Österreicher besonders lebenswert. Das gilt in besonderem Maße für Menschen mit geringerem Einkommen. 6 Prozent nennen „finanzielle Sicherheit“ und 3,1 Prozent „sicherer Arbeitsplatz“ auf die Frage „Was macht Ihr Leben am meisten lebenswert?“ als Kriterium.

Fast alle wollen „finanzielle Absicherung“

Konkret nach der Bedeutung von „finanzieller Absicherung“ gefragt – im Hinblick auf Pension und/oder Berufsunfähigkeit, geben 83 Prozent „sehr“ und „ziemlich wichtig“ an. Aber ein Mehrheit der Österreich glaubt nicht, dass die staatliche Pension ausreiche wird: 63 Prozent sagen „Nein – die staatliche Pension wird nicht ausreichen, um im Ruhestand ein lebenswertes Leben zu führen“ (19 Prozent sagen allerdings „ja“, 18 Prozent „weiss nicht“). Fast ident sind die Einschätzungen zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit – 62 Prozent glauben, dass die staatliche Vorsorge nicht reicht, 17 Prozent sagen „ja“ (und 21 Prozent wissen es nicht).

„Trotz der anhaltenden Kritik – es gibt in Augen der Österreicher noch zu wenige Alternativen für die Lebensversicherung“ –  interpretiert Miskarik die Hitliste der Vorsorgeformen der Österreicher: 18 Prozent setzen auf die Lebensversicherung, 15 Prozent auf Sparbuch/Festgeld und 11 Prozent auf einen Bausparvertrag. Immobilien oder eine betriebliche Altersvorsorge setzen 9 Prozent zur Absicherung ein, 8 Prozent investieren in Fonds, 6 Prozent in Aktien.

7 Prozent sorgen „gar nicht“ vor

Von jenen, die gar keine Eigenvorsorge treffen, geben allemal 47 Prozent an „kann es mir nicht leisten“, 10 Prozent „fühle mich nicht gut informiert“ und 9 Prozent verlassen sich auf die staatliche Pension.

100 Euro pro Monat

Immerhin 52 Prozent jener, die privat vorsorgen, legen mindestens 100 Euro monatlich zurück; 60 Prozent sorgen mit bis zu 100 Euro monatlich für Berufsunfähigkeit vor. Dabei ereile gerade Berufsunfähigkeit, erläutert Miskarik, „statistisch betrachtet jeden fünften Österreicher!“

Bei der Vorstellung der Lebenswert‐Studie der HDI vor Pressevertretern zeigte sich Miskarik über das Kapitel „Pensionen“ im türkis‐grünen Regierungsprogramm enttäuscht: Er sei, erinnert der Manager, „seit nunmehr 31 Jahre im Versicherungsgeschäft tätig“ und alle Fakten – Miskarik verweist auf die Studien der Experten Bert Rürup und Bernd Marin –lägen auf dem Tisch: „Ein höheres Pensionsantrittsalter allein wird das nicht ausreichend lösen können“ Derzeit würde Männer statistisch 79,4 Jahre alt, Frauen 62,2 Jahre – und knapp über 70 Jahren davon würden „gesund“, jedoch fast 10 Jahre „krank respektive berufsunfähig“ verbracht. Es gelte, erwähnt Miskarik, leider nach wie vor in der Pensions‐ und Vorsorgepolitik ein Satz, den ihm weiland der verstorbene Sozialminister Rudolf Hundstorfer gesagt hätte: „Die Pensionen sind sicher – die Frage ist nur: In welcher Höhe?“

Appell an Politik: IDD, Versicherungssteuern

Ein „gutes, solides“ Pensionssystem müssen auf die demografische Entwicklung sowie die Einkommensentwicklung reagieren – und private und betriebliche Vorsorge, die beiden weiteren „Säulen“, so Miskarik, „nicht als Alternative, sondern als Ergänzung“ propagieren. Es brauche bereits in der Schule und Ausbildung Information, Finanzbildung, Sensibilisierung – und Anreize (die HDI bietet beispielsweise für Schüler ab 10 Jahre ein Berufsunfähigkeitspension an). Die IDD‐Richtlinien (Insurance Distribution Directive – Versicherungsvertriebsrichtlinie) sei in Teilen überkomplex („Kein Mensch will einen 30seitigen Vertrag durchlesen“) und müsse „dienlicher sein“ für Versicherungen und Makler. „Unser Geschäft basiert auf Vertrauen, Transparenz und Garantien“. Auch die Besteuerung von Versicherungen – Miskarik nennt 4 % auf laufende Versicherungen, 11 % auf Einmalerlage – „ist einfach nicht mehr zeitgemäß im Niedrigzinsumfeld“. Stichwort Niedrigzins: noch im Frühjahr will die HDI ein neues Produkt Fondsgebundene Lebensversicherung anbieten.

Die Lebenswert‐Studie der HDI mit Themenschwerpunkt auf Vorsorge wurde gemeinsam mit dem Institut für mehrdimensionale Markenentwicklung Brand+ konzipiert und im Dezember 2019 erstmals durchgeführt und soll, so Miskarik und Brand+-Gründer Christian Schölnhammer, künftig jährlich aktualisiert werden.

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