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Die Klärung der Schuldfrage am Commerzialbank-Mattersburg-Schlammasel und was der Sparer davon hat

Maximilian Mondel
Maximilian Mondel
Wenn man sich so umsieht, trägt an der Commerzialbank-Mattersburg-Insolvenz außer der Geschäftsführung kaum jemand Schuld: Weder der Aufsichtsrat, noch die Wirtschaftsprüfer und schon gar nicht die Finanzmarktaufsicht oder die Nationalbank.

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Fakt ist: Das Geld der Sparer, die ihr Geld bei der Commerzialbank Mattersburg veranlagt hatten, ist futsch – also bis auf die 100.000 Euro, die den Geschädigten von der Einlagensicherung überwiesen werden. Fakt ist auch, dass von den Verantwortlichen der Commerzialbank Mattersburg seit Anfang der 90er Jahre die Bilanzen manipuliert wurden, um das wirtschaftliche Wohlergeben des Bankinstituts zu suggerieren. Dass dabei Martin Pucher als Letztverantwortlicher die zentrale Rolle gespielt hat, ist evident, zumal seine ersten Aussagen vor den ermittelnden Behörden genau das nahelegen. Aber ansonsten trägt niemand Schuld, wenn man sich so umsieht: Weder der Aufsichtsrat, noch die Wirtschaftsprüfer wollen all die Jahre etwas gemerkt haben und schon gar nicht die Finanzmarktaufsicht oder die Österreichische Nationalbank. 

Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur, sieht die Schuld im Interview mit dem ORF-Radiosender Ö1 keinesfalls bei den Aufsichtsbehörden, sondern bei der Bank selbst, also Geschäftsführungund Aufsichtsrat, sowie bei den externen Wirtschaftsprüfern und – jetzt kommt’s – dem Markt: „Wenn vorgeworfen wird, dass das für FMA oder OeNB erkennbar gewesen sei anhand von Kennzahlen, dann frage ich mich, was war mit den Mitbewerbern, was war mit der Umgebung, was war mit den Menschen, die durchaus professionell veranlagen – 30, 40 Millionen – aber nicht erkennen, dass hier offenbar Erträgnisse versprochen werden, die nicht realistisch sind.“ Aha, jetzt sind also die Mitbewerber der Commerzialbank Mattersburg schuld und die professionellen Anleger, die eine Anlageform für sich und ihre Kunden gewählt haben, die durchaus einträglich ist! Wenn man dieser Argumentation folgt, stellt sich natürlich folgerichtig die Frage, wofür Finanzmarktaufsicht und Nationalbank dann eigentlich in einem derartigen Fall gut sind und was sie in Sachen Finanzmarktstabilität den ganzen lieben Tag lang machen. Und vor allem stellt sich die Frage, was der Sparer von der Klärung der Schuldfrage am Commerzialbank-Mattersburg-Schlammasel hat. Da werden dann Heerscharen von Anwälten gegeneinander antreten und sich mit Paragraphen bewerfen, bis der Sparer nur mehr Bahnhof versteht. Eventuell bringt das aus Sicht der Commerzialbank-Mattersburg-Sparer jetzt schon unwürdige Spiel insofern etwas, als Bilanzfälschungen à la Pucher in der Zukunft generell erschwert haben. Aber auch nur eventuell. In der Nationalbank und bei der Finanzmarktaufsicht lehnt man sich derweil in getäfelten Büroräumlichkeiten im Chesterfield-Sofa zurück, schüttelt den Kopf und nippt am Espresso macchiato.

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