Die „lost generation” der Digitalisierung

Das Leben dreht sich seit Jahren um "Digitalisierung". Es wird online geshoppt, kommuniziert, geworben und eben auch die eigenen Bankgeschäfte erledigt. Das erleichtert das Leben vieler, doch eine Zielgruppe wird dabei außer Acht gelassen: SeniorInnen.

Die Generationen Y und Z freuen sich über die Digitalisierung von so gut wie jedem Lebensbereich, die Beigeisterung der älteren Generationen hält sich aber in Grenzen. Im Gegensatz zu jenen, die mit Apps und dem Internet aufgewachsen sind, gibt es auch noch die, die sich mit den digitalen Angeboten des täglichen Lebens etwas schwerer tun. Dennoch bleibt den betroffenen und älteren Menschen oft keine andere Option, sich mit der zunehmen Digitalisierung Banken betreffend auseinanderzusetzen. Am Beispiel „Online-Banking” ist das auch recht schnell erklärt: Aufgrund der vermehrten Schließungen von Bank-Filialen, die in den vergangenen Monaten und Jahren extrem zugenommen haben, bleibt oft gar keine andere Möglichkeit, als die Überweisung online abzuwickeln. 

Das ist übrigens nicht nur ein Problem in Österreich, sondern auf der ganzen Welt. In Spanien kam es sogar schon zu Protesten der älteren Generationen, weil man sich im digitalen Leben diskriminiert fühlt. Organisiert wurde die Demonstration von dem 78-jährigen Carlos San Juan (ForumF berichtete). Die sogenannte „Carlos-Rebellion” sorgte weltweit für Aufsehen. Auch in Österreich wird sich dieser Problematik mehr und mehr angenommen. So äußerten sich kürzlich die Präsidentin des Seniorenbundes, Ingrid Korosec, und auch Peter Kostelka vom Pensionistenverband zu der Thematik und fordern von der Banken- und Versicherungsbranche, schnellstmöglich Lösungen für die derzeit diskriminierten Zielgruppen zu finden. Wie diese aussehen könnten? Das ist eine gute Frage. Italien, beispielsweise, geht mit einer kreativen Lösung voran: Auch bei unserem südlichen Nachbarland stehen in den folgenden Jahren zahlreiche Bank-Filialschließungen an. Die Lösung, um auch das ältere Klientel nicht komplett auszuschließen ist, dass die genannte Zielgruppe in Cafés oder kleinen Geschäften für den täglichen Bedarf ihre Bankgeschäfte abschließen können. Ein neuer Point-of-Sale, quasi. In Österreich schwebte der Raiffeisen Oberösterreich vor, ältere Menschen einfach mit dem Taxi zur nächsten Bank-Filiale chauffieren zu lassen. Beides zwei kreative Umsetzungen, was sich letztendlich durchsetzen wird, bleibt offen. In jedem Fall ist es wichtig, allen Generationen denselben Zugang zu alltäglichen Bereichen zu ermöglichen – Digitalisierung hin oder her.

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