Doris Wendler, Wiener Städtische: „Ein Drittel unserer Führungskräfte ist weiblich.“

© Wiener Städtische/Jeff Mangione

Doris Wendler, Vorstandsdirektorin Wiener Städtische Versicherung AG

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Im Interview mit ForumF plaudert Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtische, über die Blockchain-Innovation im Firmengeschäft des Versicherungsunternehmens, den Ausblick auf 2021 und die Stellung der Frau bei der Wiener Städtischen.

ForumF: Frau Wendler, die Wiener Städtische will im Firmengeschäft bzw. der Transportversicherung auf Blockchain‐Technologien setzen. Können Sie bitte kurz beschreiben, wie die innovative Technologie dabei für Ihre Kunden nützlich ist?

Doris Wendler: Das Firmengeschäft der Wiener Städtischen stellt in der Transportversicherung jährlich bis zu 3.000 Versicherungszertifikate aus. Dabei handelt es sich um unverzichtbare Dokumente, mit denen Versicherungsnehmer bzw. Dritte eine Leistung in Anspruch nehmen können. Durch den Einsatz der Blockchain‐Technologie können Kunden der Wiener Städtischen in der Transportversicherung künftig die benötigten Versicherungszertifikate für bevorstehende Transporte über eine eigene Plattform erstellen – selbstständig und rund um die Uhr. Dadurch sparen sie wertvolle Zeit, denn die Versicherungszertifikate können unmittelbar vor ihrem Einsatz erstellt werden. Jeder Kunde verfügt über ein eigenes Nutzerprofil, das – je nach bestehendem Vertrag – gewissen Parametern unterliegt. Diese Parameter entscheiden darüber, für welche Transporte Zertifikate vom Versicherungsnehmer eigenständig erstellt werden können. Um ein Zertifikat zu erhalten, gibt der Kunde die Eckdaten des Transportes, wie die Route, das Transportmittel oder den Warenwert, auf der Plattform ein. Entsprechen diese Details dem Versicherungsvertrag, kann der Kunde das Dokument downloaden und ausdrucken.

ForumF: Im Zuge dieser technologischen Innovation hat die Wiener Städtische Versicherung eine Kooperation mit dem Schweizer Start‐up Versicherix gestartet. Wie genau sieht Ihre Zusammenarbeit aus?

Wendler: Die Plattform, über die die Kunden ihre Zertifikate erstellen können, wurde von Versicherix programmiert. Mit diesem Start‐up haben wir einen idealen Partner gefunden, der schon seit Jahren beweist, dass er Blockchain‐Transaktionen hochprofessionell umsetzt.

ForumF: Wie sehen die ersten Reaktionen Ihrer Kunden aus?

Wendler: Aktuell befindet sich das System in der Testphase, in Kürze werden die ersten Kunden ihre Zertifikate selbstständig über die Plattform erstellen. Da die Handhabung intuitiv ist, sind wir zuversichtlich, dass die Reaktionen sehr positiv sein werden. Eine flächendeckende Ausrollung für alle Kunden, die die Plattform nützen möchten, erfolgt noch im Laufe des Jahres. 

ForumF: 2020 war in den meisten Branchen ein sehr schwieriges Jahr. Was erhoffen Sie sich von dem Jahr 2021, welches bis jetzt auch von Ungewissheit geprägt ist?

Wendler: Bislang ist die Wiener Städtische solide durch die Corona‐Krise gekommen. Wir haben es jedoch mit veränderten Rahmenbedingungen zu tun. Mit den Lockdowns ist die Wirtschaft eingebrochen. Die Prognosen für 2021 sind zwar positiv, aber wir erwarten einige Insolvenzen im Firmenbereich. Darüber hinaus verschärft sich die Niedrigzinsphase weiter. Dennoch rechnen wir aus heutiger Sicht mit einem zufriedenstellenden Jahr, vor allem, weil es in der Gesundheitsvorsorge eine starke Nachfrage gibt.

ForumF: Der Weltfrauentag gewinnt (zum Glück) immer mehr an Bedeutung. Die Wiener Städtische setzt sich sehr stark für die Gleichstellung von Mann und Frau im Unternehmen ein. Unter anderem haben Sie im Vorstand zu gleichen Teilen Frauen und Männer vertreten. Wie äußert sich die Gleichstellung noch?

Wendler: Mittlerweile sind mehr als ein Drittel der Führungskräfte im Unternehmen weiblich, bei den Lehrlingen sind Frauen mit 56 Prozent in der Überzahl. Schon seit den 70er Jahren gibt es die verschiedensten Maßnahmen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. In der Wiener Städtischen muss sich keine Frau zwischen Kind oder Karriere entscheiden. Durch flexible Arbeitszeitmodelle, Gleitzeitregelungen, unseren Betriebskindergarten und die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten, ist beides möglich. Gleichzeitig bieten wir Vätern unter anderem die Möglichkeit, einen Papamonat oder Papakarenz in Anspruch zu nehmen.

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