Erste Group erwartet wirtschaftlichen Aufschwung im Jahr 2021

Bernd Spalt, CEO Erste Group
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Reale BIP-Wachstumsraten in CEE zwischen +3 und +6 Prozent erwartet, Ungarn mit stärkstem Aufschwung in der Region. CEO Bernd Spalt: „2021 werden wir einen ökonomischen Rebound erleben“. Keine Insolvenz-Welle erwartet.

„Ich bin zuversichtlich für das Jahr 2021. Wir sollten heuer einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, und mit ihm einen Wechsel des Vorzeichens – von Minus auf Plus“, sagt Erste Group CEO Bernd Spalt. Grundlage für den Optimismus eines Aufschwungs ist unter anderem eine moderat aber stetig steigende Durchimpfung der Bevölkerung.

Expansion nach Rezession

Die Corona‐Pandemie hat den Volkswirtschaften in CEE 2020 eine Rezession gebracht, wenn auch weniger stark als ursprünglich angenommen. Während Serbien mit einem BIP‐Rückgang von ‑1,1 Prozent in 2020 vergleichsweise milde betroffen war, stürzte die kroatische Volkswirtschaft um ‑8,5 Prozent gegenüber 2019 ab. Auch in Österreich fiel der BIP‐Rückgang in 2020 mit ‑7,2 Prozent vergleichsweise stark aus. Der Abschwung in Tschechien wird laut vorläufigen Daten bei ‑5,6 Prozent liegen, jener der Slowakei bei ‑5,2 Prozent, Ungarn ‑5,1 Prozent und Rumänien ‑3,9 Prozent.

Die Erste Group sieht 2021 eine Kehrtwende: Am deutlichsten dürften die BIP‐Zuwächse in Ungarn (+5,5 Prozent) und Serbien (+5,0 Prozent) ausfallen. Auch in Kroatien, Rumänien und der Slowakei sollten die Volkswirtschaften um mehr als 4 Prozent steigen. Tschechien wird mit einem erwarteten Plus von 3,9 Prozent nur sehr knapp dahinter liegen. Vor allem die BIP‐Dynamik in einigen CEE‐Ländern im vierten Quartal 2020 gibt Grund zum Optimismus: die ungarische, slowakische und rumänische Volkswirtschaften konnten gegenüber dem Vorquartal überraschend wachsen – und das trotz der dämpfenden Wirkung der Lockdown‐Maßnahmen in den jeweiligen Ländern.

Deutlich besseres Ergebnis 2021

Angesichts dieser Wirtschaftsprognosen rechnet die Erste Group 2021 mit einem besseren Ergebnis. „Wir werden auch in unserer eigenen Ergebnisentwicklung einen deutlichen Vorzeichenwechsel sehen“, sagt Erste Group CEO Spalt. Das Nettoergebnis der Bankengruppe ist im Vorjahr aufgrund der Bildung von hohen Risikovorsorgen um 46,7 Prozent auf 783 Millionen Euro gesunken – 2021 soll es wieder steigen.

Nur „Nachzieheffekt“ bei Insolvenzen, keine Insolvenzwelle 

Die viel zitierte „Pleitewelle“ sieht der Erste Group CEO Spalt nicht: „Die Signale, die wir nach dem Auslaufen der Moratorien sehen, sind tendenziell positiv. Das Auslaufen der staatlichen Hilfsprogramme wird natürlich Insolvenzen verursachen, aber nur als Nachzieheffekt aus den Vorjahren.“ Die Erste Group erwartet für das laufende Geschäftsjahr aufgrund der internen Prognosen Wachstum im Kreditvolumen sowie im Provisionsüberschuss, der durch das Fondsmanagement und Wertpapier‐ und Versicherungsvermittlungsgeschäft erzeugt wird. Die Bank kann deshalb – trotz negativer Zinsen in der Eurozone – von steigenden Betriebsergebnissen ausgehen. Zudem wird erwartet, dass die Risikokosten 2021 wieder sinken. Insgesamt strebt die Erste Group eine Verbesserung der Nettoergebnisse an. „Der ökonomische Aufschwung wird uns eine Chance für den ökologischen Umschwung bieten und entscheidende Fortschritte in der Digitalisierung ermöglichen“, ist sich Spalt sicher. Die EU werde große Teile ihres über 700 Milliarden Euro schweren Recovery Funds in klimafreundliche und digitale Projekte investieren. „Als Bank wollen wir diese Transformation unterstützen. Wir sehen uns als Begleiter für die Unternehmen und die Volkswirtschaften unserer Region. Daher wird unser Wachstum vorrangig auf Nachhaltigkeit aufbauen.“

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