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Firmenpleiten: Des einen Leid, des anderen Freud’

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Maximilian Mondel
Kaum war die Schließung einiger kika/Leiner-Filialen publik geworden, poppten schon die ersten Pressemeldungen auf, dass sich unterschiedlichste Unternehmen um die vor der Kündigung stehenden Mitarbeiter von kika und Leiner bemühen.

Davon, dass René Benko einst das angeschlagene Möbelhandelsimperium kika/Leiner aufkaufte, jetzt den Großteil der Immobilien, in denen kika- und Leiner-Filialen zu Hause waren, an einen Immobilienentwickler verkaufte und kika/Leiner selbst an einen Sanierer veräußerte, soll hier gar nicht die Rede sein. Aus Sicht eines Wirtschaftstreibenden sind dies normale Vorgänge. Survival of the fittest – ganz im Sinne von Charles Darwin. Alles richtig gemacht, denkt sich wohl der eine. Der andere denkt sich hingegen: Jetzt muss der Steuerzahler für all die Armen, die von der Pleite betroffen sind, aufkommen. Und wahrscheinlich haben beide irgendwie recht. 

Aber an diesem Punkt beginnt erst die Geschichte, um die es in diesem Kommentar gehen soll. Kaum hatte die kika/Leiner-Story die Doskozil/Babler-Story aus den heimischen Medien ein wenig verdrängt, poppten schon die ersten Pressemeldungen auf, dass sich unterschiedlichste Unternehmen um die vor der Kündigung stehenden Mitarbeiter von kika und Leiner bemühen. Die Österreichische Post AG war mit bei den Ersten, die ihr Interesse äußerten, aber auch dm – drogeriemarkt und die Donau Versicherung schalteten schnell. Und das ist irgendwie ein Zeichen der Zeit, das es früher nicht gegeben hätte. Ja, das ist dem Fachkräftemangel und der generellen Personalnot geschuldet, eh logisch. Aber das Schöne daran, ist, dass es den mit einem Mal vor dem nichts Stehenden neue Hoffnung gibt und dass es aufzeigt, dass auf Seiten der Unternehmen, die händeringend neue Mitarbeiter suchen, in keinster Weise die Angst besteht, das man aktuelle kika/Leiner-Mitarbeiter (und die meisten werden aus dem Bereich Einzelhandelskaufmann kommen) nicht ins Unternehmen integrieren könnte. 

Ob sich das Angebot von Post, dm und Donau auch an kika/Leiner-Kräfte jenseits von 55 Lebensjahren richtet oder man in den HR-Abteilungen der genannten Unternehmen eher auf die Jungen aus ist, ist nicht überliefert. Fakt ist: Die Not am Personalmarkt schlägt interessante Kapriolen. Wie etwa auch bei der Polizei, wo der körperliche Eignungstest zu Beginn des Bewerbungsverfahrens nun plötzlich kein Thema mehr ist und wo man nun auch mit Tätowierungen auf Streife gehen kann. Aber so ist das halt: Grundsätze müssen ab und an auch mal über Bord geworfen werden. Und deshalb: Bravo, Post, dm und Donau! Mut, Hoffnung und das Gefühl, gebraucht zu werden, sind für die kika/Leiner-Mitarbeiter, die gerade ihre sieben Sachen packen, extrem wichtig. Mögen die drei Unternehmen das eine oder andere HR-Juwel in ihr Boot holen!

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