Top-Themen:

In Kooperation mit

FMVÖ Online‐Forum: „Unternehmensfinanzierung: Wie gelingt der Übergang von der Liquiditätssicherung zum Wachstumsturbo?“

© Austrian Anadi Bank AG/FMVÖ

Christian Kubitschek (CEO Anadi Bank) und Markus Gremmel (Vize-Präsident FMVÖ)

Share on linkedin
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on telegram
Share on email
Nachbericht: Das zweite Online-Forum des Finanz-Marketing Verband Österreich (FMVÖ) im Rahmen des Firmenkundenschwerpunktes fand am 27. April zum Thema Unternehmensfinanzierung statt.

Am 27. April fand im Rahmen des Firmenkundenschwerpunktes des Finanz‐Marketing Verband Österreich (FMVÖ) das zweite Online‐Forum mit dem Titel „Unternehmensfinanzierung: Wie gelingt der Übergang von der Liquiditätssicherung zum Wachstumsturbo?” statt. Am virtuellen Podium diskutierten Jens Baumgarten (Senior Partner, Simon‐Kucher & Partners), Claus Bretschneider (Unternehmer, u.a. BREDDY‘S GmbH und textilberatung.at) und Christian Kubitschek (CEO, AUSTRIAN ANADI BANK AG). Rund 40 Teilnehmer aus dem Bankenumfeld folgten der Diskussion unter der Moderation von Markus Gremmel (FMVÖ) und Markus Ott (FMVÖ).

Im Fokus standen die 480.000 Unternehmen Österreichs und wie im Zusammenspiel mit den Banken, der Weg aus der Corona‐Pandemie aussehen kann. Also: Gibt es eine Investitionsbereitschaft und Finanzierungsbedarf bei den Unternehmen? Sind Banken willig die Unternehmen mit Finanzierungen zu versorgen bzw. unter welchen Bedingungen? Wie wird sich die Zusammenarbeit zwischen Banken und Unternehmen verändern?

Am Podium herrschte weitgehend Konsens zu einem positiven Wirtschaftsausblick: nämlich, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2021 in eine solide Erholungsphase eintreten wird. Dies wird sich auf Unternehmensseite in einer zunehmenden Investitionsbereitschaft und Kreditnachfrage widerspiegeln. Dies wurde u.a. auch mit den Corona‐bedingten Verhaltens‐ und Nachfrageänderungen begründet. Unternehmen haben keine andere Möglichkeit, als ihr Geschäft mit Hilfe von Investitionen weiterzuentwickeln und zu transformieren – seien es neue Prozesse, Geschäftsausstattung oder Digitalisierung. In diesem Zusammenhang ging das Podium von einem differenzierten bzw. selektiven Wachstum aus: gewisse Sektoren und Unternehmen werden wachsen, während andere Sektoren weiter unter den Corona‐Nachwehen leiden werden. Dies bringt für Banken zwei Herausforderungen: einerseits die richtigen Potenzialkunden zu erkennen und bei Marktchancen rasch zu agieren.

Jens Baumgarten attestierte den Banken, dass sie in der Krise zur Liquiditätssicherung und bei der Abwicklung von staatlichen Programmen große Flexibilität und Kundennähe bewiesen haben. Aktuell stehen viele Banken allerdings (halb) auf der Bremse. Zum Teil sind striktere Kreditrichtlinien ein Hindernis, auch die Risikobewertung sei aus Banksicht deutlich schwieriger geworden. Vergangenheitsbezogene Daten allein sind nicht mehr ausreichend, stattdessen sind neue vorwärts gerichtete Risiko‐ und Ertragsmodelle notwendig. Die dazu benötigten Daten können zum Teil direkt aus dem bestehenden Dienstleistungsgeschäft (z.B. Zahlungsverkehr), zum Teil mit neuen Services (z.B. CFO‐as‐a‐service) generiert werden. Hierin lägen auch große Potenziale, die Provisionserträge in Zeiten niedriger Zinsmargen auszubauen.

Claus Bretschneider erlebte seine Bank(betreuerin) sehr bemüht in der Pandemie, jedoch waren die Banken wie die Unternehmen mit der Krise an der Belastungsgrenze. Die Finanzierung seiner Unternehmen musste er und MitgesellschafterInnen über Eigenkapital sichern, da Förderungen abgelehnt wurden. In diesem Zusammenhang ortet er ein nicht praxisgerechtes Fördersystem – die Entscheider sind sehr weit vom unternehmerischen Alltag und unternehmerischen Risiko entfernt. Er sieht in den letzten Jahren auch eine zunehmende Distanz zu den Entscheidern in Banken. In diesem Zusammenhang wünscht er sich wieder eine Beziehung auf Augenhöhe und mehr Schnelligkeit in der Entscheidung.

Christian Kubitschek erwartet eine gewisse Re‐Regionalisierung im Firmenkundengeschäft. Zentralisierte Prozesse in Großbanken können auf Anforderungen von KMUs nicht flexibel genug reagieren und hier sieht er den „Sweet Spot“ für Regionalbanken. Mittelständer erwarten Diskussionen auf Augenhöhe und Entscheider am Tisch. Regionalbanken können dem flexibel nachkommen und mit dem Markt‐ und Risikovorstand am Tisch sozusagen das ganze Risikokomitee beim Kunden aufbieten.

Aufgrund des regen Interesses plant der FMVÖ eine weitere Veranstaltung und die Herausgabe eines Whitepapers zum Thema Firmenkundengeschäft in Banken. Bei Interesse bitte unter office@fmvoe.at registrieren!

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie ForumF auf LinkedIn?

Alle News von ForumF.at finden Sie auch im Business-Netzwerk LinkedIn.

Wöchentlich die wichtigsten News

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie jeden Donnerstag die aktuellsten News aus der österreichischen Finanzmarketingszene direkt in Ihrem Posteingang.

In Kooperation mit

FMVÖ