Fonds haben nach Ultimo‐Schwäche zugelegt

Heinz Bednar (VÖIG) und Berndt May (VAIÖ) präsentierten anlässlich des Weltfondstag am 19. April eine erfreuliche Volumenentwicklung und Performance der Investmentfonds im 1. Quartal.
© VÖIG / VAIÖ

Heinz Bednar (VÖIG) und Berndt May (VAIÖ) präsentierten anlässlich des Weltfondstag am 19. April eine erfreuliche Volumenentwicklung und Performance der Investmentfonds im 1. Quartal.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Der Weltfondstag fällt heuer auf den Karfreitag. Doch nach dem verhagelten Jahresfinale 2018 gab es im ersten Quartal klare Auferstehung–Signale. Das Fondsvolumen ist in Österreich seit Jahresbeginn um 4,73 % auf 172,34 Milliarden Euro gestiegen. Nachhaltigkeitsfonds und Aktienfonds gewinnen an Bedeutung.

Nach einem äußerst schwierigen Jahresfinale 2018 gab es für die österreichischen Fondsgesellschaften einen starken Rebound im ersten Quartal dieses Jahres . Das österreichische Fondsvolumen der Wertpapier‐Verwaltungsgesellschaften ist von Jahresbeginn bis Anfang April um rund 7,78 Milliarden Euro beziehungsweise knapp 5 % gestiegen. Die Volumenveränderung setzt sich aus 0,42 Milliarden Euro an Nettomittelabflüssen, 0,29 Milliarden Euro an Ausschüttungen und 8,49 Milliarden an Kursgewinnen zusammen. Das vermeldet die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften VÖIG.

Für die Abflüsse zu Jahresende sieht VÖIG‐Präsident Heinz Bednar die Verunsicherung der Investoren im Zuge zahlreicher offener politischer Probleme und Fragestellungen wie die künftige Gestaltung der Handelsbeiziehungen zwischen China und den USA bzw. Europa oder den Brexit verantwortlich. „Das Ausmaß der Kursabschläge war übertrieben. Umso erfreulicher ist es, dass die Investoren den Rebound an den Märkten nutzen konnten. Viele stehen immer noch an der Seitenlinie und warten einen günstigen Einstiegszeitpunkt ab. Wir wollen sie mit unseren Fondsprodukten abholen und ihnen gerade am Weltfondstag eine Anlageperspektive im anhaltenden Umfeld extrem niedriger Zinsen bieten.“

Speziell das regelmäßige Ansparen mit Fonds sei für Privatinvestoren eine Alternative zu niedrig verzinsten Sparformen und Immobilien, betont Bednar.

Aktienfonds wieder im Kommen

Bei den für Ende März ausgewiesenen Volumendaten der VÖIG fällt auf, dass sich der Anteil der Aktienfonds mit einem Wert von 16,8 Prozent deutlich verbessert hat und auch die für die Fondswirtschaft wichtigen Mischfonds ihre führende Rolle am österreichischen Fondsmarkt mit 43,9 Prozent unterstreichen können. Der Anteil der Anleihefonds ging hingegen um eine Spur auf 39,2 Prozent zurück. Einen großen Volumenzuwachs konnten nachhaltige Fonds (gemäß österreichischem Umweltzeichen UZ49) verbuchen: Deren Volumen erhöhte sich seit Jahresbeginn um 25,2 % (!) auf 7,9 Milliarden Euro. Der Anteil am gesamten österreichischen Fondsvolumen von 4,6 Prozent ist aber noch ausbaufähig.

Aufgrund der guten Marktentwicklung konnten alle Fondskategorien positive Erträge verbuchen. Performancesieger seit Jahresultimo 2018 waren die Aktienfonds Nordamerika mit 15,54 %. Die Aktienfonds performten in allen Kategorien positiv. Im Bereich der vermögensverwaltenden Fonds bewegte sich die Wertentwicklung zwischen rund 4,01 und 7,46 %. Bei den Anleihefonds legten die Erträge zwischen 0,89 und 3,02 % zu. Auf einen Zeitraum von 5 Jahren rückgerechnet nähern sich die Erträge der Mischfonds den Aktienfonds beziehungsweise können diese vereinzelt sogar übertreffen.

Offene Immobilienfonds erreichen Rekord

An der Vorliebe der Österreicher für Immobilien hat sich 2019 nichts verändert. Das Volumen der offenen Immobilienfonds wuchs im ersten Quartal 2019 um 3,9 % auf die Marke von 8,67 Milliarden Euro, und das obwohl nicht alle Fonds aktuell gezeichnet werden können. „Die Immobilienfonds vermitteln Stabilität und sind ein wichtiger Baustein der Risikostreuung im Veranlagungsprofil von Privatinvestoren“, betont VÖIG‐Präsident Bednar. Die Herausforderung für die Anbieter bestehe darin, geeignete Objekte für die hohe Nachfrage zu finden, die auch einigermaßen attraktive Renditen abwerfen. Insgesamt verwalteten die 17 österreichischen Verwaltungsgesellschaften per Ende März 2019 1.998 Wertpapierfonds, davon 750 Publikumsfonds und 1.248 Spezialfonds. Es wurden seit Jahresbeginn 21 Fonds geschlossen und 27 fusioniert. Gleichzeitig wurden 16 Wertpapierfonds und 1 Immobilienfonds neu aufgelegt.

2018 war für die Fondsbranche weltweit ein herausforderndes Jahr. Die politischen Unsicherheiten und der China‐USA‐Handelskonflikt ließen die Kauflaune der Investoren nach einem noch positiven Jahresstart am Ende ziemlich verderben. Per Jahresende 2018 stand das weltweite in Fonds veranlagte Volumen (nach der Definition UCITS & AIF) beim Ausgangspunkt von 44 Billionen Euro, nachdem es im dritten Quartal bis auf 47 Billionen Euro geklettert war. „Trotz der Marktverwerfungen im Dezember konnte das Rekord‐Hoch des Vorjahres verteidigt werden. Nach zehn Jahren mit ständig wachsenden Fondsvolumina stehen wir zu Jahresbeginn 2019 noch immer bei einer Verdreifachung der weltweiten Volumina, ausgehend von 2008“, gab der Generalsekretär der VAIÖ (Vereinigung Ausländischer Investmentgesellschaften in Österreich), Berndt May, anlässlich des Weltfondstags am 19. April bekannt. In Europa gelang die Verteidigung der Höchstmarken nicht. Das Fondsvolumen der europäischen Fondsgesellschaften verringerte sich zum Jahresultimo 2018 um 3 % auf rund 15,2 Billionen Euro.

Weltweit dominieren weiterhin Aktienfonds mit einem Marktanteil von 40 Prozent. Die am Marktanteil gemessen zweitgrößte Anlageklasse sind Anleihenfonds (21,1 Prozent), gefolgt von Multi‐Asset (gemischten/balanced) Investmentfonds mit einem Marktanteil von 17,2 Prozent. „Der vergleichsweise hohe Anteil an Geldmarktfonds von 12,1 Prozent, zeigt, dass die Investoren gerade zu Jahresende ihr Pulver ins Trockene gebracht haben. Wir gehen davon aus, dass die Fondsinvestoren weltweit zu Jahresbeginn 2019 mehr Risikobereitschaft erkennen ließen“, so May.

Am 19 April wird in der österreichischen Finanzbranche bereits zum siebenten Mal der Weltfondstag begangen. Dieser Tag ist dem Vater des Fondsgedankens, dem Niederländer Abraham van Ketwich gewidmet, der am 19. April 1744 geboren wurde. Ketwich erkannte, dass mit Hilfe eines Fonds die Risiko‐Streuung deutlich besser wird und gleichzeitig die Kosten für jeden Anteilsinhaber kleiner werden. Damit wurde der Grundstein für den heutigen, modernen Investmentfonds gelegt. Der Weltfondstag wird von verschiedenen Marketing‐ und Werbeschwerpunkten der Verbände und der Fondsgesellschaften getragen. Diese reichen von Schwerpunkten in Bankfilialen und Kundenveranstaltungen zum Thema „Vorsorgen und Veranlagen mit Fonds“ bis zur Bonifikationen bei der Eröffnung von Fonds beziehungsweise Fondssparplänen.

Wöchentlich die wichtigsten News

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie jeden Donnerstag die aktuellsten News aus der österreichischen Finanzmarketingszene direkt in Ihrem Posteingang.

In Kooperation mit

FMVÖ