Die Reihen lichten sich

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Die Lage wird zunehmend überschaubarer: Nachdem zum Jahreswechsel noch ein gutes Dutzend von Kandidaten auf Seiten der US-Demokraten im Rennen war und teilweise chaotische TV-Konfrontationen ablieferte, ist seit dem Dienstag dieser Woche vieles klarer.

Es wird zu einer Konfrontation zwischen dem linken Kandidaten Sanders und dem ehemaligen Vize‐Präsidenten Joe Biden kommen. Also der pointiert links‐intellektuelle Revolutionär gegen den Profi und Pragmatiker von „middle of the road“.

Der Milliardär Michael Bloomberg hat instinktsicher erkannt, dass eben auch die vielen Millionen aus der Privatschatulle eben wenig bewirken können, wenn der Kandidat den weitgehend uncharismatischen Eindruck vermittelt, es sei in der US‐Politik alles käuflich. Ist es aber wohl nicht, und so werden bei den noch ausständigen Vorwahlen seine Stimmen überwiegend dem Lager von Biden zur Verfügung stehen. Damit werden schon 5 Monate vor den entscheidenden Parteikongressen die Wählervoten in zwei Ströme bei den Demokraten gelenkt. Das wird die US – Politik beruhigen und geleichzeitig Zeit lassen, die Unterschiede zwischen den Bewerbern besser herauszuarbeiten.

Wirtschafts‐ und Währungspolitisch kehrt wohl auch wieder „Normalität“ ein. Die Zinssenkung in den USA ist zwar in ihrem beschlossenen Ausmaß überraschend, aber weltpolitisch nicht unerwartet. Der Aufwertungsdruck auf den US‐Dollar gegenüber dem Euro wird geringer, aber den US‐Exporten nutzt es allemal und das ist ja in einem Wahljahr ja wohl so gewollt. Denn der Corona‐Virus hat nicht nur medizinische Auswirkungen. Er hat binnen weniger Wochen die Verwundbarkeit des extrem arbeitsteiligen Systems, dem der Welthandel seit geraumer Zeit folgt, offenbart. Nach praktisch allen Richtungen des Welthandels, auch wenn die chinesischen Exporte derzeit unter besonderem Druck stehen, sind die eingegangenen Lieferverpflichtungen gegenüber Verarbeitern in aller Welt zu erfüllen. Das ist derzeit von Seiten der Chinesen kaum möglich, aber es wird deren Hauptanliegen bei der Rückkehr zur welthandelspolitischen Realität sein. Jedenfalls hört man seit einigen Wochen kaum etwas Handelsbeschränkungen durch zusätzliche Zölle oder sonstige Handelsbarrieren zwischen den USA und China. Diese Gedanken liegen derzeit offensichtlich in Quarantäne auf den diversen Intensivstationen… .

Die US‐Industrie wird sich jetzt kurzfristig Weltmarktanteile holen. Die gesundheitlich abgeschlagene chinesische Wirtschaft wird nach Überwindung der Pandemie‐Gefahr kräftig aufs Gas steigen. Bleibt noch die leise Hoffnung, dass die Europäer – als begabte Analysten der National Conventions – da nicht handelspolitisch wieder alles versäumen…

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