Einen Zahn zulegen

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Am morgigen Freitag startet also die türkis–grüne Sondierung. Es sollen erst einmal – so Grünen–Chef Werner Kogler – die weiteren Vorgangsweisen festgelegt werden. Entschleunigung ist zwar nach der überschießenden Ventilierung des Wahlkampfes ein probates Mittel des gegenseitigen Abtastens. Aber dann sollte wieder Fahrt aufgenommen werden.

Die amtierende Bundeskanzlerin wünscht sich zu Weihnachten wieder in das Privatleben zurückkehren zu können. Der interimistische Innenminister wiederum will in der Sache Abschiebung von Lehrlingen mit negativem Asylbescheid weitere Verhandlungen und der Finanzminister meldet für das kommende Jahr einen geringen Ausgabenüberschuss im Staatshaushalt nach Brüssel. Selbst in der vielgelobten Beamtenregierung dürfte es also unterschiedliche Zeithorizonte des politischen Verbleibens geben… .

Dazu gesellen sich vermehrt Zurufe von der Beobachter–Tribüne. Die FPÖ will zwar vorerst nicht an den Sondierungen teilnehmen, aber – so der Ex‐ Ressortchef Herbert Kickl – Innenminister könnte eigentlich nur ein „Blauer“ werden. Sarah Wiener, medial gefeierte Kochlegende und Großfarmerin in Deutschland, wiederum würde bei einem Angebot, das Lebensministerium zu übernehmen, nicht Nein sagen. Wetten, dass in den kommenden Wochen noch weitere solcher Ideen und Bewerbungen das Licht der veröffentlichten Meinungen erblicken!

Es ist somit hoch an der Zeit, dass es wieder um Inhalte geht. Etwa um den Standort Österreich, von dessen internationaler Attraktivität unser aller ökonomisches Wohl abhängt. Oder aber um die Infrastruktur, die möglichst den CO 2–Ausstoß zurückdrängende Energiepolitik und einschlägige Verkehrspolitik. Der Begriff Kapitalmarkt – horribile dictu – mit seinen weitreichenden Verästelungen, im Wahlkampf konsequent von allen Parteien penibel vermieden, könnte ebenfalls zum Thema der ökonomischen Zukunftsgestaltung werden. Denn dazu bieten die aktuelle EZB–Politik ebenso Anlass wie Pensionssicherung oder Mittelzufuhr für die investierenden Unternehmen. Die Sozialthemen liegen hingegen längst auf dem grünen Verhandlungstisch… .

Ab November müsste konkret und zügig verhandelt werden. Doch der gelernte Österreicher zögert mit diesem Zeitplan, denn am 24. November, da ist doch noch etwas. Ja richtig, Landtagswahlen in der Steiermark! Mal sehen, wer dort zugewinnt oder auf den 3. Platz zurückfällt. Aber ab 25. November, dann gemas‚ richtig an!

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