In Kooperation mit

Mit dem ‚Hunderter‘ wird´s schwierig

ForumF-Kommentar
© ForumF/Pexels
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Seit 1924 gibt es den Weltspartag. In der entwickelten Welt, jedenfalls. Bis zum „Hunderter“ in fünf Jahren wird es wohl schwierig, in der entwickelten Welt jedenfalls. Was soll man denn heuer feiern? Den Schwund an Kaufkraft, die Negativverzinsung oder beides?

Natürlich, für die Kleinen und die betagteren Sparer gibt es auch jetzt noch etwas am letzten Oktobertag. So er denn nicht auf einen bankfreien Tag fällt. So ein Eisschaber für die Windschutzscheibe oder ein kleiner Regenschirm müssen noch im Budget sein. Aber keine Bank hat heutzutage noch Freude mit klassischen Spareinlagen. Im Gegenteil: In den vergangenen Tagen und Wochen ist der Chor der Skeptiker, der Warner vor Kaufkraftverlusten und der Verbesserer von triste aussehenden Sparerwelten hörbar lauter geworden. Endlich, eigentlich viel zu spät! Denn allein im Vorjahr waren die Renditeverluste auf Sparbuch oder Termineinlage gegenüber der aktiendominierten Fondsveranlagung bei rund 6 Milliarden Euro in Österreich.

Jetzt fordern alle einen Ausweg: Die Finanzdienstleister meinen , es sei höchste Zeit in Fonds mit Aktienanlagen hinein zu schnuppern, andere wiederum wollen einen Weltanlegertag und die Wiener Börse fordert zum – ja, zum wievielten Male eigentlich? – eine Anerkennung der Renaissance des Kapitalmarktes, der an Titel und Dividendenkraft an sich nicht als europäisches Leitmedium geltenden Wiener Börse. Doch da täuscht sich oft der Laie.

Allen gemeinsam ist der schier verzweifelte Ruf nach grundsätzlich verbesserter Financial Literacy der noch immer fleißig auf das Sparbuch einzahlenden Bürger.

Endlich ist der Protest gegen die den Zinseszins‐Effekt nunmehr schon seit einem Jahrzehnt außer Kraft setzende EZB lauter. Auch die Finanzminister – sie sind die Hauptprofiteure des gegenwärtigen Zinsregimes – sind in das vorerst noch überschaubare Kreuzfeuer der Kritik geraten.

In Österreich ist die Lage besonders schlimm. Ein Drittel der hierorts angesiedelten Anleger meidet die Börse wie der Teufel das Weihwasser und ist dazu auch stolz darauf. Eine Eigentumswohnung oder ein alle Stückeln spielendes Auto so jenseits der 55.000 Euro Abschaffungsgrenze sind noch investive Antworten.

Übrigens: Wir warten alle gespannt auf die konkreten Regierungsverhandlungen ab dem 8. November. Ob dann dabei Begriffe wie Eigenvorsorge, Aktiensparen oder gar Kapitalmarkt fallen werden? Und wenn ja, von wem? Bleiben Sie dran… !

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Wöchentlich die wichtigsten News

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie jeden Donnerstag die aktuellsten News aus der österreichischen Finanzmarketingszene direkt in Ihrem Posteingang.