O, du liebe Studie…

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„Studieren kommt vor dem Probieren“, sagt man (in Abwandlung des Sprichwortes „Probieren geht über Studieren“). „Glaube nur der Studie, die du selbst beauftragt hast…“, sagt man auch. Fakt ist, dass wir einerseits – um die fortschreitende Komplexität unseres Tuns, unserer Entscheidungen mit haltbaren Information zu untermauern – immer wieder Untersuchungen und Studien in Auftrag geben oder selbst durchführen. Andererseits immer öfter mit Studien und Ergebnissen Dritter beglückt werden, die unseren Erkenntnishorizont entsprechend erweitern sollen (und nach denen wir oft nicht gefragt haben, aber das nur nebenbei).

Nun ist unser Geschäft mit Finanzdienstleistungen – wie wir alle wissen – massiv einer technologischen Dynamik unterworfen, das Kundenverhalten verändert sich dementsprechend und darüber hinaus wird unser „Glück“ vervollständigt durch dauernde regulatorische Veränderungen und neue Mitspieler (die notorischen „Fintechs“ und andere), die in diesem Spiel ihren Platz suchen.

Da hilft eine Studie! Ganz sicher. Denn was ich nicht selber weiß oder mich zu entscheiden traue, delegiere ich wohl gerne an das vermeintliche externe „Wissen“. Da gibt es die Studien der (großen) Unternehmensberater, der IT‐Dienstleister, der Marktforscher, der Banken und Versicherer selber, von öffentlichen Institutionen, etc. Da wird wohl etwas dabei sein, was mir hilft zu verstehen, ob man bei sich im Hause künstliche Intelligenz einsetzen soll, oder wie sich das Zahlungsverhalten der Österreicher (nicht) verändert, oder ob das Retail Banking morgen auch noch Sinn macht, etc.

Ein bisschen Vorsicht ist aber angebracht: nicht alle Studien, die „repräsentativ“ sind, halten dieses Versprechen auch wirklich (schon mal ein Tausender‐Online‐Sample auf die Realität im Burgenland heruntergebrochen?); nicht alle Studien sind „rein“ in ihrer Intention (brauchen Sie nicht vielleicht doch eine Beratung und helfende Hand, um Ihre Kundenbeziehungen zu festigen?) und bei weitem nicht alle Fragestellungen oder Entscheidungen lassen sich durch „Forschung“ oder „Studien“ lösen, denn gerade die Dinge, die es (noch) nicht gibt, sind oft aussichtslos im „Abtesten“ (dazu gibt es Beispiele in jede Richtung)!

Also nix mehr forschen? Sicher nicht. Aber richtig einsetzen. Gerade dort, wo z.B. die „Meinung“ der Kunden analysiert wird und diese praktisch nicht mit dem „Verhalten“ übereinstimmt (wer macht sich eigentlich noch die Mühe, dies zu überprüfen?) kann das zu eklatanten Fehlschlüssen führen. Jedoch Sachverhalte zu überprüfen, um sie besser zu verstehen, kann eine große Hilfe im Geschäft sein. Da kann der „Forschungspartner“ eine wichtige Ergänzung sein. Am Ende des Tages müssen wir dann Entscheidungen treffen. Unter Unsicherheit. Das nennt man unternehmerisches Handeln.

Und das ist heute gefragt – mehr denn je.

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