Wie ist das mit der Finanz(UN)bildung?

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Vom renommierten österreichischen Philosophen Konrad Paul Liessmann gibt es ein relativ rezentes Werk, die „Theorie der Unbildung“. Dort wird schlüssig dargelegt, dass das, was nun allgemein in den Wissenskanon Einzug hält, nicht notwendigerweise das ist, was als eine Information zu verstehen ist, die uns selbst hilft und uns weiterentwickelt. Eine, mit der wir uns auseinandersetzen und die uns als Ideal zu einem reifen, aufgeklärten und selbstbestimmten Bürger macht. Also „Bildung“.

Nun sehe man sich –wie in dieser Ausgabe von ForumF mehrfach dokumentiert – die Ergebnisse der Analysen und Studien über das Veranlagungsverhalten von Herrn und Frau Österreicher an. Unsere Mitbürger horten ihr (Geld)vermögen – bei einer im Vergleich zu früheren Jahrzehnten signifikant niedrigeren Sparquote – im Sparschweinderl. Nichts anderes kann man dazu sagen, wenn das Geld am Girokonto liegt oder am (praktisch unverzinsten) Sparkonto. Und der Wahrheit sei die Ehre gegeben, dass vermutlich (abermals im Vergleich zu früheren Jahren) nun ein Vielfaches von dem, was offiziell in die Statistiken einfließt, buchstäblich unterm Kopfpolster liegt (oder im Banksafe, bei den Vorsichtigen).

Ja, ist es denn ein Wunder?

Wenn in der Berichterstattung der letzten Jahre und insbesondere dieser Tage, zum fragwürdigen „ 10 Jahres‐Jubiläum“ der sogenannten Finanzkrise, sich die Wirtschaftsjournalisten nicht einbremsen konnten vor lauter „wann gibt es den nächsten Crash“, etc. (Sie, als geneigte Leserin, haben hoffentlich bemerkt, dass sich ForumF nicht daran beteiligt hat.)

Wenn in der politischen Landschaft und bei Funktionären vieler Couleurs selber das Wissen um „Finanzbildung“ und fundamentale wirtschaftliche Zusammenhänge ( Horribile dictu: „Die Banken machen ja schon wieder Gewinn…!“) so dünn gesät sind, dass sie einer ernsthaft geführten und qualifizierten Diskussion kaum standhalten könnten.

Wenn viele (ja, eh alle) von der Notwendigkeit von Finanzwissen („Wie war das nochmal mit dem Zinseszinseffekt, wenn ich einen Kredit nehme…?“) überzeugt sind und davon reden, aber de facto nichts passiert, außer liebenswerte, basispädagogische Aktivitäten für Kinder und Schulen.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Rechtschaffen empört aufeinander zu zeigen und die Schuld zuweisen, ist der schlechteste Rat.

Können wir darauf hoffen, dass bald auf politischer Entscheidungsebene verstanden wird, dass investiertes Kapital dem Wirtschaftsstandort hilft? Dass Journalisten verstehen, dass Verunsicherung zwar kurzfristig Auflage bringt, aber langfristig uns allen den Teppich unter den Füßen wegzieht? Dass endlich das Thema Finanzbildung breit von den Institutionen ernsthaft angegangen wird?

Ja, wir hoffen es, denn die Welt dreht sich bestimmt bald ein Stück weiter… .

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