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Gefinkelte Sponsoring-Strategie

Maximilian Mondel
Maximilian Mondel
Wo sind die Zeiten, als bei Fußballgroßereignissen Marken wie Coca-Cola, Canon oder Gillette für ihre Produkte warben? Diese Zeiten sind schlicht und einfach vorbei.

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Europäische Fußballfans haben sich bei den ersten im Fernsehen übertragenen Partien der UEFA EURO 2020 wohl die Augen gerieben: Als Sponsoren traten da plötzlich Marken wie AliPay, Booking.com oder Lieferando in Erscheinung und nicht etwa die erwarteten Softdrink‑, Sportartikelhersteller- und Automarken. Während früher bei Fußballgroßereignissen wie der Welt- oder der Europameisterschaft auf Banden oder im Rahmen von Patronanzen Marken wie Coca-Cola, Canon, Budweiser, Gillette, MasterCard, McDonald’s, Adidas, Fuji oder Kodak für ihre Produkte warben, ist in Corona-Zeiten – wie so vieles – anders.

Klar, das Konsumverhalten hat sich geändert und damit auch jene Unternehmen, die die Taschen prall mit Geld gefüllt haben und dementsprechend in Werbung investieren können. Und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass wir Konsumenten gerade jetzt von Booking.com und von Lieferando umgarnt werden. Aber AliPay? Warum, zum Kuckuck, wirbt die zum Alibaba-Konzern gehörende Payment-Plattform bei einer Fußball-Europameisterschaft, obwohl Alibaba quasi die chinesische/asiatische Version von Amazon ist? Ganz einfach: Weil Alibaba und damit auch Alipay einerseits auf fettes Wachstum – auch Richtung Westen – ausgerichtet sind und weil die Augen von mehr als einer Milliarde Chinesen auf die Spiele der UEFA EURO 2020 gerichtet sind, obwohl China dort klarerweise nicht mitkicken darf. Zum Verständnis (und das hat auch Kickerstar Marko Arnautovic jüngst in der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ bestätigt): Den fußballinteressierten Chinesen zwickt die chinesische Super League nur bedingt – der findet die englische Premier League viel, viel spannender. Wen erreicht AliPay mit seinem Sponsoring der UEFA EURO 2020 also primär? Richtig, die Chinesen und alle anderen Asiaten.

Das bedeutet aber nicht, dass AliPay durch die Unterstützung der Europameisterschaft in diesem Sommer nicht auch den Europäern klarmachen will, was und wer es ist. Denn AliPay hat auch mit uns Europäern noch viel vor. Pro Tag verzeichnet AliPay mehr als 100 Millionen Transaktionen, hat über 520 Millionen aktive Benutzer, ist in mehr als 70 Märkten weltweit verfügbar und wird von mehr als 80.000 Handelsunternehmen akzeptiert. Aktuell gilt AliPay vielleicht noch als Exot in unseren Breiten. Spätestens ab jetzt sollte man den Bezahl-Dienstleister auch in Europa auf der Rechnung haben.

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