Gerald Fleischmann, Volksbank Wien: „Modernisierungen der vergangenen Jahre bewährten sich in der Krise.“

Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien.
© Robert Polster

Gerald Fleischmann, Generaldirektor Volksbank Wien

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Im Interview mit ForumF lässt Gerald Fleischmann, CEO der Volksbank Wien AG, das Corona-geprägte Jahr 2020 Revue passieren, verrät spannende Details zum Digitalisierungsstatus der Bank und gibt einen guten Überblick für die Ziele 2021.

ForumF: Herr Fleischmann, Ende Februar veröffentlichte der Volksbanken‐Verbund einen vorläufigen Jahresbericht des Corona‐geprägten Jahres 2020. Was ist Ihre persönliche Conclusio?
Gerald Fleischmann: Für die Volksbanken war 2020 trotz der Pandemie ein, den Umständen entsprechend, erfolgreiches Jahr. Allem voran konnten wir die Aufgabe, den Betrieb in hoher Qualität aufrecht zu erhalten und unsere Kunden in der Krise gut zu betreuen, ausgezeichnet erfüllen. Wir hatten die Filialen durchgehend geöffnet, die Zahl der qualifizierten Kundenberatungen lag höher als im Jahr davor, vielfach erfolgten die Termine telefonisch. Remote Work und die digitalen Kanäle haben gut funktioniert. Das gute Kundenservice schlug sich auch in den derzeit noch vorläufigen Geschäftszahlen nieder, die Provisionserträge konnten gegenüber 2019 sogar gesteigert werden. Daher schafften die Volksbanken eine ausgezeichnete operative Entwicklung, die operative Cost Income Ratio konnte auf 73,6 Prozent verbessert werden. Dies ist sowohl den trotz der Krise stabilen Erträgen als auch der neuerlichen Kostensenkung um 4,2 Prozent zu verdanken. Als Ergebnis davon haben wir auch die Eigenmittelquote von 17,8 auf 19,2 Prozent erhöht.  Meine Conclusio ist daher, dass die vielen organisatorischen Maßnahmen und Modernisierungen der vergangenen Jahre im Volksbanken‐Verbund sich in der schwierigen Situation exzellent bewährt haben.

ForumF: Die Gewinne der Volksbanken sind im vergangenen Jahr eingebrochen. Sehen Sie die Corona‐Pandemie als Hauptauslöser dafür oder gibt es Ihrer Meinung nach auch noch andere Gründe?
Fleischmann: Dafür ist fast ausschließlich die Corona‐Pandemie verantwortlich, operativ ist es ja sehr gut gelaufen. Wir haben für die wirtschaftlichen Pandemie‐Auswirkungen auf unsere Kunden über 120 Millionen Euro Reserven gebildet. Ansonsten hätten wir wieder über 100 Millionen Euro Gewinn gemacht.

ForumF: Die meisten Branchen erleben gerade einen Schub in Sachen Digitale Transformation. Können Sie das in der Volksbank auch beobachten?
Fleischmann: Ja natürlich, wir haben bedeutend mehr Kundenberatungen über digitale Kundenkanäle durchgeführt und wollen das stetig erweitern. Der Trend zur Nutzung des hausbanking hat 2020 noch einmal massiv verstärkt. Einerseits haben die Kontaktrestriktionen viele Kunden zum Umstieg auf die digitalen Kanäle bewegt, andererseits haben wir im Jahr 2020 viele neue Funktionen im hausbanking eingeführt. So konnten etwa rund 80.000 Serviceanliegen digital erledigt und damit den Kunden rund 2.000 Stunden Zeit erspart werden.

ForumF: Sind bei der hausbanking-App heuer Neuerungen geplant?
Fleischmann: Im Jahr 2021 werden vor allem die guten Antwortzeiten und die hohe Stabilität weiter absichern. Ganz wichtig wird es auch sein, dass möglichst viele unserer Kunden die vielen neuen Funktionen kennenlernen und aktiv nutzen. Die nächste Stufe in der Verbesserung der Bedienbarkeit ist dann im Jahr 2022 geplant. Wir setzen konsequent unsere Strategie fort, das Leistungsspektrum so zu gestalten, dass es genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist. Einfach und stabil ist alles, was die Kunden wirklich brauchen. Wie das Kundenfeedback zeigt, ist uns das bisher ausgezeichnet gelungen.

ForumF: Das Jahr 2020 war bekanntlich ein schwieriges. Wie gehen Sie mit der schweren Planbarkeit und Ungewissheit im Jahr 2021 um?
Fleischmann: Aus meiner Sicht ist es heuer sogar leichter, weil wir ja wissen, dass wir in einem schwierigen Umfeld befinden. In das Vorjahr waren wir mit stabilen Erwartungen hineingegangen und mussten im Frühling radikal umplanen. Dies ist dank des enormen Einsatzes aller Mitarbeiter gelungen. Heuer gehen wir sehr agil von verschiedenen Szenarien aus und haben unterschiedliche Möglichkeiten berücksichtigt. Mental tun wir uns auch leichter, weil wir nach dem Vorjahr die Erfahrung besitzen, wie gut wir mit Krisensituationen umgehen können.

ForumF: Welche Ziele möchten Sie 2021 noch erreichen?
Fleischmann: Das erste Ziel ist es, unsere Kunden gut durch die Krise und dann in den Aufschwung zu begleiten. Das sehen wir als unsere Kernaufgabe als Hausbank. Natürlich wollen wir auch die erfolgreiche operative Geschäftsentwicklung des Vorjahres fortsetzen. Persönlich hoffe ich, dass die direkten Kontakte mit Mitarbeitern und Kunden wieder leichter und häufiger werden. Die Zusammenarbeit hat zwar in den vergangenen zwölf Monaten digital und telefonisch gut funktioniert, für die Vertiefung der Vertrauensbasis ist aber noch immer der persönliche Kontakt ein entscheidender Faktor.

ForumF: Die aktuellen Erfolge der Skispringer bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf geben Ihnen recht, schließlich setzen Sie seit Jahren konsequent auf Skispringer als Testimonials in Ihren Werbekampagnen. Wird diese Kooperation fortgeführt?
Fleischmann: Die Kooperation mit den Skispringern gibt es seit über zehn Jahren. Die Springer werden in ganz Österreich sehr stark mit der Marke Volksbank verbunden. Deshalb setzen wir die Kooperation fort und konzentrieren uns weiterhin auf das Teamsponsoring. Seit heuer ist übrigens unser Fondspartner Union Investment Sponsor der ÖSV‐Betreuerteams. Der Teamgedanke ist für uns wichtig, insofern haben wir uns sehr gefreut, dass bei allen drei Teambewerben bei der WM unsere Springer Medaillen machen konnten. Nach unserem Werbemotto des Jahres: „Erfolg fängt an, wo man vertraut.“

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