Handelsverband und MindTake Research: Wie ÖsterreicherInnen mit der Inflation umgehen

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Die Studie zeigt: 25 Prozent haben Konsumschulden bzw. einen laufenden Konsumkredit, bei 56 Prozent davon sind die Schulden zuletzt größer geworden. Und: 18 Prozent können nicht mehr alle Schulden (Kredite) ordnungsgemäß bedienen.

Im August liegt die Inflationsrate in Österreich laut Schnellschätzung der Statistik Austria bei 9,1 Prozent. Sie ist damit erstmals seit mehr als zwölf Monaten nicht weiter angestiegen, stagniert aber auf einem sehr hohen Niveau. Laut einer neuen Konsumentenbefragung von Mindtake Research im Auftrag des Handelsverbandes bereitet die Teuerung 83 Prozent der ÖsterreicherInnen große Sorgen.

Die Befragung zeigt, dass die ÖsterreicherInnen durch die Inflation große finanzielle Schwierigkeiten haben: Bereits 25 Prozent der ÖsterreicherInnen haben Konsumschulden; bei 56 Prozent davon sind die Schulden zuletzt gewachsen. 18 Prozent der Befragten können die angesammelten Schulden nicht mehr ordnungsgemäß bedienen; 14 Prozent können nicht mehr alle eingehenden Rechnungen zahlen. Ein Großteil der TeilnehmerInnen (75 Prozent) kauft zurzeit verstärkt günstige Lebensmittel; 19 Prozent müssen sich sogar auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschränken. Über die Hälfte der Befragten – nämlich 52 Prozent – berichten, dass sich ihre Lebensqualität im Vergleich zu jener vor der Teuerungswelle verschlechtert hat. Lediglich 7 Prozent geben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert hat.

„Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung bereitet die starke Teuerung in fast allen Lebensbereichen große Sorgen. Ein Fünftel der Menschen muss sich finanziell so stark einschränken, dass sie sich nur noch lebensnotwendige Güter leisten können. Das bekommen insbesondere der Non-Food Handel und die Gastronomie zu spüren, deren Umsätze einbrechen”, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, der freien, überparteilichen Interessenvertretung des gesamten österreichischen Handels.

Insolvenzrisiko bei Unternehmen verdoppelt

Die jüngste Konsumentenbefragung des Handelsverbandes bestätigt die kritische Situation im Handel, auf welche die Branche seit Monaten hinweist. Die Verdoppelung der Insolvenzen ist ein Resultat dieser Effekte, die von den explodierenden Energiepreisen angetrieben werden.

„Es besteht vor allem angesichts der Energiekrise unmittelbarer Handlungsbedarf, ansonsten werden bis zu 6.000 Handelsbetriebe ihre Geschäftstätigkeit mit Jahresende einstellen müssen. Um diesen wirtschaftlichen Flächenbrand zu verhindern, braucht es dringend eine „Reformagenda” mit einem ganzen Set an kurzfristigen wie langfristig wirksamen Maßnahmen – allen voran die Einführung eines unkomplizierten, unbürokratischen Energiepreisdeckels für alle Händler”, appelliert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will an die Politik.

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