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In den Mistkübel mit den Rezepten aus den 2010er Jahren!

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Wir konsumieren anders, wir nutzen die (digitalen) Medien anders, wir geben anders Geld aus, wir veranlagen anders und wir versichern uns anders.

Angeblich gab es sie schon: Nachrichtensendungen bei öffentlich‐rechtlichen wie privaten TV‐Anbietern, in denen das Wort Corona bewusst ausgespart wurde oder aufgrund der Nachrichtenlage einfach nicht vorkam. Viele coronafreie Nachrichtensendungen waren es aber wohl noch nicht, die da über die Bildschirme flimmerten, denn die von einem Fledermausverzehrer in China ausgelöste Pandemie wirkt sich aktuell auf sämtliche Lebensbereiche aus. Worüber wir uns freuen, worüber wir uns ärgern, wovor wir Angst haben, was uns wichtig ist, was uns intensiv beschäftigt und was uns plötzlich wurscht ist – all das hat sich massiv verändert. Die Corona‐Krise führt zu ganz tiefgreifenden Veränderungen in unseren Werten und Einstellungen. Und diese verändern sich, wie jeder weiß, der sich an der Uni dem Fach Soziologie widmen durfte, grundsätzlich nur sehr, sehr langsam.

Dass sich Werte und Einstellungen innerhalb weniger Wochen massiv verschieben, ist der grundlegende Unterschied zur Finanzkrise von 2008. Damals war allen denkenden Menschen bewusst, dass an Finanzmärkten etwas verdammt falsch gelaufen ist, und dass jeder Einzelne die entstandene konjunkturelle Talsohle durchschreiten müssen wird. Aber wertemäßig hat sich da nicht viel verschoben. Was sich damals definitiv geändert hat, war die Einstellung zu den davor als Superhelden gefeierten Finanzjongleuren. Deren Beliebtheitswerte rasselten anno 2008 in den Keller und fortan fanden sich Finanzdienstleiter auf einer Stufe mit Berufspolitikern. Damals wohlgemerkt, denn das Image der „Banker“ hat sich in den vergangenen zwölf Jahren seit der Finanzkrise in unseren Breiten wieder stark erholt und nun rangiert man wieder im Mittelfeld, des traditionell von Ärzten, Krankenpflegern und Feuerwehrmännern angeführten Image‐Rankings der Berufe.

Aber zurück zu den vor Corona als unerschütterlich angesehenen Werten und Einstellungen der Österreicher: Laut Gallup‐Erhebung werden Themen wie Luxus, Verschwendung und Shopping unwichtiger, wohingegen Arbeit und Arbeitslosigkeit, Preisstabilität, Leistbares Wohnen, Gesundheit und Pflege die neuen Hauptthemen der Österreicher sind. Unsere Welt ist ins Wanken geraten. Wir konsumieren anders, wir nutzen die (digitalen) Medien anders, wir geben anders Geld aus, wir veranlagen anders und wir versichern uns anders. Und auf diese geänderten Werte und Einstellungen muss in der Ansprache der Konsumenten und im Designen von Produkten und Dienstleistungen unternehmensseitig reagiert werden. Mit den Rezepten der 2010er Jahre wird man nicht mehr weit kommen. Die Zeit zum Umdenken ist gekommen. Die Zeit, alles komplett umzukrempeln und zu hinterfragen, ist gekommen. Ausgelöst von einem einzigen Menschen, der auf einem Wildtiermarkt im chinesischen Wuhan eine Fledermaus erworben hat, die er oder sie dann in halbgarem Zustand schnabuliert hat.

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