Jahresergebnis der Kommunalkredit Gruppe: Hoher Bedarf an Infrastruktur beschert starkes Geschäftsjahr 2020

© Fotowagner

Bernd Fislage, CEO Kommunalkredit

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Laut dem Jahresbericht der Kommunalkredit Gruppe stieg das Neugeschäftsvolumen aus Infrastruktur- und Energiefinanzierung um +11 Prozent. Das Operative Ergebnis wuchs um +43 Prozent auf 47,5 Millionen Euro.

Die Kommunalkredit Austria AG (Kommunalkredit) veröffentlichte am 24. März ihr Jahresergebnis 2020. Dieses unterstreicht den steigenden Bedarf an Infrastruktur in Zeiten globaler Herausforderungen als essenziellen Faktor für die Modernisierung und Realisierung immanenter Agenden wie der Digitalisierung, den nationalen und internationalen Klima‐ und Energiezielen und des Green Deals. Das Neugeschäftsvolumen im Bereich der Infrastruktur‐ und Energiefinanzierungen liegt mit 1,1 Milliarden Euro um 11 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Das operative Ergebnis stieg um 43 Prozent auf 47,5 Millionen Euro. Die Cost‐Income‐Ratio konnte in einem schwierigen Umfeld sowie in Zeiten eines nach wie vor angespannten Niedrigzinsumfelds auf 56,1 Prozent reduziert und ein Return on Equity vor Steuern von 15,3 Prozent erwirtschaftet werden. Das harte Kernkapital beträgt 344,0 Millionen Euro, die harte Kernkapitalquote verbesserte sich auf 20,3 Prozent. Die Non‐Performing‐Loan‐Ratio (NPL) ist seit der Privatisierung im Jahr 2015 konstant bei 0,0 Prozent. Das bei Versicherungen, Asset Manager, Banken und der eigenen Asset Management‐Plattform Fidelio KA platzierte Volumen beläuft sich auf über 600 Millionen Euro; der Debt Fonds Fidelio KA 1 wurde im Februar 2020 mit über 350 Millionen Euro geschlossen und lag damit weit über dem ursprünglichen Zielvolumen von 150 Millionen Euro. Der Teilfonds ist nahezu vollständig investiert und unterstreicht das große Interesse der Investoren an nachhaltigen Infrastrukturprojekten als Asset‐Klasse.

Kommunalkredit CEO Bernd Fislage, dazu: „Die starken Ergebnisse unterstreichen unser Geschäftsmodell, uns auf Infrastruktur‐ und Energiefinanzierungen sowie Public Finance zu fokussieren. Damit sind wir in einem Sektor tätig, der sich bereits vor der Covid‐19‐Pandemie als weitgehend krisenresistent und sicher herausgestellt hat. Die Bank hat die jüngsten Herausforderungen als Chance begriffen und ihre Ziele für 2020 trotz widriger Umstände entgegen dem allgemeinen Marktumfeld übertroffen.“

Eine Bestätigung der Resilienz des Geschäftsmodells im derzeit herausfordernden Marktumfeld liefern auch die Bewertungen der internationalen Rating‐Agenturen. Am 22. März 2021 vergab Fitch Ratings ein Investment Grade‐Rating von „BBB‐/F3“ (stabiler Ausblick) an die Kommunalkredit. Am 24. Februar 2021 erhielt die Bank von S&P Global Ratings ein Investment Grade‐Rating von „BBB‐/A‑3“ mit stabilem Ausblick; zudem wurde das Covered Bond‐Rating Anfang März auf „A+“ mit stabilem Ausblick angehoben. Bereits im Oktober 2020 hob DBRS Morningstar das Rating um einen Notch auf „BBB/R‑2 (high)“ mit stabilem Ausblick.

„Es bestätigt sich, dass unsere Strategie des nachhaltigen und stabilen Wachstums wahrgenommen wird. Neben unserer kontinuierlich gesteigerten Profitabilität fanden in der Bewertung der Rating‐Agenturen vor allem das gestärkte Franchise in Form der Zusammenarbeit mit unseren Kunden und institutionellen Investoren sowie die Nachfrage nach unserem Infrastrukturfonds besondere Beachtung. Wir freuen uns über dieses in uns gesetzte Vertrauen, sehen es gleichzeitig als Aufforderung, unseren eingeschlagenen Weg fortzusetzen“, so Fislage.

Eckpunkte des Jahresberichts 2020

Das Neugeschäftsvolumen lag mit 1.145 Millionen Euro um 11 Prozent über dem Vorjahreswert. 49 Prozent des Finanzierungsvolumens entfielen auf das Segment Energie & Umwelt, 40 Prozent auf Kommunikation & Digitalisierung, 9 Prozent auf Verkehr/Transport. Darin spiegelt sich der durch Corona verstärkt hervorgerufene Bedarf an einer gesicherten Energieversorgung sowie einer leistungsstarken digitalen Infrastruktur. Geografisch gesehen war das Geschäft über die Europäische Union und assoziierte EU‐Staaten breit aufgestellt. Dabei war die Kommunalkredit an der Finanzierung von Wasserinfrastruktur, Photovoltaikanlagen, Wind‐ und Solarparks sowie Breitbandprojekten und an Finanzierungen im Gesundheitssektor beteiligt. Die Kommunalkredit platzierte ein Volumen von 603 Millionen Euro ihres Neugeschäfts bei internationalen Investoren. Der 2018 etablierte Fonds (Fidelio KA Infrastructure Debt Fund Europe) wurde im Februar 2020 geschlossen; mit 354 Millionen Euro übertraf er das Zielvolumen von 150 Millionen Euro deutlich.

Die Bank wurde nach 2019 von der internationalen Plattform „Capital Finance International“ erneut als „Best ESG Infrastructure Finance Europe“ ausgezeichnet. Das Online‐Veranlagungsportal für Privatkunden Kommunalkredit Invest gewann den „German Brand Award“. Das Wirtschaftsmagazin „Der Börsianer” bewertete die Kommunalkredit als zweitbeste Direktbank und drittbeste Spezialbank. Einige der von der Kommunalkredit umgesetzten Projekte erhielten nachhaltige Auszeichnungen von Proximo, IJGlobal bzw. den „German Renewables Award“. Die Kommunalkredit hat ihre Refinanzierungsstruktur weiter diversifiziert und ihre Investorenbasis verbreitert. Die Kundeneinlagen stiegen um 27 Prozent auf rund 1.773 Millionen Euro. Insbesondere die Wholesale‐Einlagen inklusive des Direktveranlagungsprodukts Kommunalkredit Direkt für Kommunen und die Online‐Veranlagungsplattform für Privatkunden KOMMUNALKREDIT INVEST entwickelten sich sehr positiv. Die harte Kernkapitalquote lag zum 31. Dezember 2020 bei 20,3 Prozent, die Gesamtkapitalquote bei 23,2 Prozent. Die Bank verfügt über ein hochqualitatives Kreditportfolio mit einem durchschnittlichen Rating von „A‐“. Die Non‐Performing‐Loan‐Ratio (NPL) liegt weiterhin bei 0,0 Prozent.

Ergebniskennzahlen 2020 der Kommunalkredit Gruppe nach IFRS

Das operative Ergebnis (Jahresergebnis vor Steuern, ohne Kreditrisiko‐ und Bewertungsergebnis) stieg um 43 Prozent auf rund 48 Millionen Euro. Das Jahresergebnis nach Steuern lag mit 36 Millionen Euro um 23 Prozent über dem Vorjahreswert. Die deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses schlug sich in einer Reduktion der Cost‐Income‐Ratio (auf Basis operatives Ergebnis) auf 56,1 Prozent nieder. Das Zinsergebnis stieg um 32 Prozent auf 77 Millionen Euro. Es resultierte zu 54 Millionen Euro aus dem Infrastruktur‐ und Energiefinanzierungsgeschäft und zu 23 Millionen Euro aus dem Public Finance‐Portfolio. Das Provisionsergebnis verbesserte sich um 15 Prozent auf 29 Millionen Euro. Durch den Ausbau der Beratungs‐ und Strukturierungsaktivitäten konnte die Kommunalkredit die risikofreien Provisionserträge aus dem Kredit‐ und Dienstleistungsgeschäft auf 15 Millionen Euro steigern.

Ausblick

In Folge der Covid‐19‐Pandemie und dem Festhalten an den Klimazielen gewinnt der Bedarf an nachhaltiger und intakter Infrastruktur weiter an Relevanz. Die Notwendigkeit des Ausbaus, der Instandhaltung und Modernisierung von Infrastrukturanlagen in den Bereichen Versorgung, Digitalisierung, soziale Infrastruktur und Transport rückt verstärkt in das Bewusstsein öffentlicher und privater Entscheidungsträger. Neben den Nachwirkungen des Corona‐Virus ist und bleibt der Klimawandel eine der größten globalen Herausforderungen. Als erster Finanzdienstleister Österreichs ist die Kommunalkredit in die „European Clean Hydrogen Alliance“ aufgenommen worden, dem Mitte 2020 von EU‐Kommission ins Leben gerufenen europäischen Wasserstoffbündnis. Und die Bank hat nach diesem Bekenntnis zur Klimaneutralität Anfang 2021 bereits den ersten konkreten Schritt gesetzt und investiert gemeinsam mit der OMV in den Bau der größten Elektrolyseanlage Österreichs.

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