Kamran Hedjri, PXP Financial: „Unser Ziel ist es, mehr Sichtbarkeit und Partnerschaften in Österreich zu erlangen.“

© PXP Financial

Kamran Hedjri, Founder und CEO von PXP Financial

Im Interview mit ForumF spricht Kamran Hedjri, Founder und CEO von PXP Financial von den Wachstumsplänen der Payment-Plattform, liefert spannende Insights aus der Gründungsphase und erläutert, warum der österreichische Markt besonderes wichtig ist.

ForumF: Herr Hedjri, Sie sind der Gründer von PXP Financial. Was ist PXP und wofür steht PXP in wenigen Worten?
Kamran Hedjri: PXP Financial mit Headquarter in London bietet Unternehmen eine Finanz-Plattform für das Akzeptieren von Zahlungen als All-In-Lösung (am Point-of-Sale und im E‑Commerce / Webshop) an. PXP steht dabei für „People x Platform“. Unser Ziel ist es, Innovationen im Bereich Zahlungsverkehr maßgeblich zu gestalten und voranzutreiben. Wir haben bereits Lizenzen in Großbritannien und den USA und ein Principal Membership bei MasterCard und Visa. Für unsere über 1.000 Kunden wickeln wir jährlich über 20 Milliarden Euro Volumen ab. Es zeichnet uns aus, dass wir im Team langjähriges Know-how und fundiertes Wissen im Payment-Bereich haben. Unser circa 200-köpfiges Team vereint ExpertInnen-Wissen von 25 verschiedenen Nationalitäten, daher ist unsere „Office Sprache“ auch Englisch. PXP Dependancen sind unter anderem in Bulgarien, Indien, UK und den USA.

ForumF: Was waren bisher die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte von PXP Financial?
Hedjri: Ich selbst habe an der TU Wien „Wirtschaftsinformatik“ studiert. Im Jahr 2000 hat das ganze „Projekt“ im Team in einer Abteilung von bwin gestartet. In den 2000er-Jahren gab es einen wahnsinnigen Boom im Online Gaming-Bereich und eine Kollegin von der TU hat mich daraufhin gefragt, ob wir nicht zusammen den Payment-Bereich revolutionieren wollen, indem wir eine Payment-Plattform anbieten, die über alle Ländergrenzen hinweg funktioniert. Da war ich natürlich sofort dabei. Innerhalb von wenigen Jahren wuchs unser FinTech Team auf 20 MitarbeiterInnen. 2006 entstand dann das Spin-Off „CQR Payments“, das wurde später zu „Kalixa“ und stellt heute die Grundlage für PXP Financial dar. Von 2006 bis 2012 waren wir hauptsächlich damit beschäftigt, internationale Lizenzen einzuholen, wie von Visa oder MasterCard, und eine Segment-übergreifende Lösung anzubieten. Da haben wir auch große Kunden an Land gezogen, wie einige Universitäten, die Westbahn oder willhaben. Im Jahr 2014 hat Kalixa ein Unternehmen namens PXP Solutions gekauft, die sich auf Zahlungslösungen besonders in POS-Bereich für Retail, Gastgewerbe und Cruise spezialisierte. Im Juni 2017 ist GVC, die bwin.party aufgekauft haben, aus dem PXP-Geschäft ausgestiegen und PXP Financial ist seitdem in privatem Eigentum. Im Jahr 2018 ist die Kalixa Group dann zur PXP Financial Group geworden.

ForumF: Warum ist Ihnen als internationales Unternehmen wie PXP der österreichische Markt so wichtig?
Hedjri: Österreich ist für uns ein sehr wichtiger Markt, da hier einige unserer langjährigen MitarbeiterInnen wohnen und wir von hier aus unsere Expansionspläne verfolgen. Aber auch, weil in Österreich viele E‑Commerce-Abwicklungen stattfinden – insbesondere im Bereich Retail, Hospitality oder Online Gaming. Auch geografisch gesehen liegt Österreich im Herzen Europas und ist somit sehr zentral gelegen. Mit unseren 120 alternativen Payment-Methoden bringen wir einen Mehrwert für Unternehmen des Online-Handels. Ergänzt und komplettiert werden die Zahlungslösungen durch ein Point-of-Sales Service, wodurch auch Zahlungen in den Geschäften abgewickelt werden können. Unser Ziel ist es jetzt, mehr Sichtbarkeit in Österreich zu erlangen.

ForumF: Wie beschreiben Sie den österreichischen Markt aus unternehmerischer Sicht in wenigen Worten?
Hedjri: Österreich ist ein sehr traditionelles Land, das neue Technologien etwas langsamer adaptiert als andere Länder. Der Markt erlebt aber seit einigen Jahren eine viel schnelleres Wachstum als zuvor. Diese Entwicklung wurde einerseits durch die Corona-Pandemie angekurbelt, andererseits aber auch durch die sich veränderten Kundenbedürfnisse. Meiner Ansicht nach ist die derzeitige starke Entwicklung Richtung „digital“ und „multichannel“ nicht mehr wegzudenken. Weiters sind die positiven Entwicklungen in der Start-up-Branche zu erwähnen, die zwar ein etwas flexibleres, aber gleichzeitig auch sicheres Umfeld zur Entwicklung der Branche darstellen. Dennoch ist auch zu sagen, dass noch viel zu tun ist – insbesondere im österreichischen FinTech-Markt. Genau den wollen auch wir weiter unterstützen und uns für eine engere Zusammenarbeit in der Branche einsetzen.

ForumF: Welche weiteren strategischen Schritte sind nun im österreichischen Markt geplant?
Hedjri: Was wir jetzt suchen sind Partnerschaften auf Augenhöhe – unabhängig von der Branche. Besonderes Augenmerk legen wir derzeit aber auf Sales-Personen und Banken in Österreich, um langfristige Kooperationen aufzubauen, von denen alle Beteiligten profitieren.

ForumF: Welchen Mehrwert bietet PXP potentiellen Kunden bzw. Partnern?
Hedjri: Einerseits ist unser Service für all jene Unternehmen oder Marken interessant, die in den Payment-Bereich einsteigen oder andererseits ein bestehendes Zahlungs-Business ausbauen wollen. Zur dritten Zielgruppe zählen wir all jene, die zusätzliche (internationale) Märkte erschließen wollen. Wir unterstützen aber auch dabei, einen Service mit weiteren Value Chain-Dienstleistungen zu erweitern, die Conversionrate für bestimmte Märkte oder Segmente unserer Kunden zu verbessern sowie zusätzliche Kanäle oder Zahlungsmethoden abzudecken.

ForumF: Welche Trends sehen Sie in den kommenden Jahren auf die FinTech-Branche zukommen?
Hedjri: Die Folgen der Pandemie werden uns noch lange begleiten. Es wird einen weiterhin einen Trend Richtung „digital“ geben sowie auch zu kanalübergreifenden, immersiven Kundenerlebnissen. Wichtig ist natürlich auch, reibungslose Zahlungen aber auch alternative Zahlungsmethoden, wie Wallets, BNPL oder biometrische Zahlungen für KundInnen zu ermöglichen – online, aber auch am Point-of-Sale. Ebenfalls ein wichtiges Thema der Zukunft sind natürlich Kryptowährungen, die sich immer mehr etablieren. Ebenfalls wichtig ist das Thema rund um „Open Banking“, also Alternativen zu klassischen Banklösungen. Und ganz aktuell, das „Metaverse“.

ForumF: Welche mittelfristigen Ziele hat sich PXP gesetzt?
Hedjri: Uns ist wichtig, unsere Präsenz in allen bestehenden Märkten zu stärken, also in Europa, UK und den USA. Weiters liegt unser Fokus auf unserer Serviceleistung sowie die Beziehungen auf Augenhöhe mit unseren Kunden zu vertiefen. Wir arbeiten natürlich auch stetig an neuen Funktionalitäten, wie einer Krypto-Abwicklung oder auch an Open Banking-Lösungen.

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