LGT 2020: Konzerngewinn von 291,5 Millionen Schweizer Franken

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LGT, die internationale Private Banking und Asset Management Gruppe im Besitz des Fürstenhauses von Liechtenstein, verzeichnete einen starken Zufluss an Netto-Neugeldern von 11,6 Milliarden Schweizer Franken (+5 Prozent).

Im Jahr 2020 erzielte die LGT ein gutes Ergebnis, das die ausgezeichnete Position ihres Kundengeschäfts unterstreicht. In dem von der Corona‐Pandemie auf allen Ebenen geprägten Marktumfeld legte die LGT höchste Priorität darauf, ihre Kunden jederzeit eng begleiten zu können. Dank ihrem stark verankerten und breit diversifizierten internationalen Kundengeschäft erwirtschaftete die LGT weiteres organisches Ertragswachstum. Im Oktober 2020 hat die LGT die letzte Phase der Übernahme von LGT Vestra abgeschlossen und die verbleibenden Anteile der Partner aufgekauft. LGT Vestra hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Wealth Manager Großbritanniens entwickelt mit verwalteten Vermögen von 21,0 Milliarden Schweizer Franken per Ende 2020, verglichen mit 8,0 Milliarden Schweizer Franken per Ende Juni 2016 kurz nach Ankündigung der Akquisition. Der Bruttoerfolg der LGT Gruppe stieg im Jahr 2020 insgesamt um 2 Prozent auf 1,85 Milliarden Schweizer Franken. Dabei erhöhte sich der Erfolg aus dem Kommissions‐ und Dienstleistungsgeschäft ebenfalls um 2 Prozent auf 1,19 Milliarden Schweizer Franken, wozu höhere Einnahmen aus dem Brokerage‐Geschäft und aus Vermögensverwaltungsmandaten beitrugen, während die performanceabhängigen Erträge tiefer ausfielen. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft ging vor dem Hintergrund des Negativzinsumfelds und eines geringeren Kreditvolumens um 19 Prozent auf 230,7 Millionen Schweizer Franken zurück. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und sonstige Ertrag stieg um 19 Prozent auf 437,2 Millionen Schweizer Franken, was höhere Erträge aus dem Kundenhandel mit Devisen und Derivaten widerspiegelt. Der Geschäftsaufwand nahm gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 1,39 Milliarden Schweizer Franken zu. Der um 5 Prozent höhere Personalaufwand von 1,12 Milliarden Schweizer Franken reflektiert einen leicht höheren Personalbestand sowie insbesondere die Earn‐Out‐Zahlung von 59 Millionen Schweizer Franken im Zusammenhang mit der oben erwähnten vollständigen Übernahme von LGT Vestra; ohne diese einmalige Belastung wäre der Personalaufwand stabil geblieben. 

Der Sachaufwand sank um knapp 5 Prozent auf 268.6 Millionen Schweizer Franken, was insbesondere auf tiefere Reise‐ und Veranstaltungskosten zurückzuführen ist, denen zum Teil höhere IT‐Ausgaben gegenüberstanden. Die Position Wertberichtigungen, Abschreibungen, Rückstellungen betrug 131,2 Millionen Schweizer Franken im Vergleich zu 117,2 Millionen Schweizer Franken im Vorjahr, in dem Auflösungen vorgenommen werden konnten. Das Kosten‐Ertrags‐Verhältnis blieb weitgehend stabil mit 75,0 Prozent per Ende 2020 gegenüber 74,1 Prozent per Ende 2019. Insgesamt fiel der Konzerngewinn für das Jahr 2020 mit 291,5 Millionen Schweizer Franken um 5 Prozent tiefer aus als im Vorjahr; ohne Berücksichtigung des Einmaleffekts aufgrund der vollständigen Übernahme von LGT Vestra wäre der Gewinn um 14 Prozent angestiegen. Die LGT ist mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 21,9 Prozent per Ende 2020 sehr gut kapitalisiert und verfügt über eine hohe Liquidität. 

Beschleunigung des Netto‐Neugeldzuflusses im zweiten Halbjahr

Bei der Erwirtschaftung von Nettoneugeldern konnte die LGT an ihre starke Performance der Vorjahre anknüpfen. Der Netto‐Neugeldzufluss belief sich 2020 auf 11,6 Milliarden Schweizer Franken, entsprechend einer Wachstumsrate von 5 Prozent, dies nach 13,9 Milliarden Schweizer Franken (+7 Prozent) im Vorjahr. Nachdem im ersten Halbjahr 2020 vor allem Kreditrückzahlungen aufgrund der Marktturbulenzen im Frühjahr die Netto‐Neugeldentwicklung belasteten, beschleunigte sich der Nettozufluss im Laufe des zweiten Halbjahrs markant. Zum erfreulichen Jahresergebnis trugen Netto‐Neugelder aus allen Regionen und aus dem Private Banking wie auch dem Asset Management bei. Die verwalteten Vermögen beliefen sich per Ende 2020 auf rekordhohe 240,7 Milliarden Schweizer Franken. Der Anstieg um 6 Prozent gegenüber Ende 2019 reflektiert die Netto‐Neugeldzuflüsse, negative Währungseffekte sowie eine positive Markt‐ und Investmentperformance. 

Strategie und Ausblick 2021

Die LGT verfügt über eine starke internationale Präsenz, die sie über die vergangenen Jahre gezielt ausgebaut hat, sowohl in reiferen als auch in Wachstumsmärkten. In Asien war der letzte Ausbauschritt die Niederlassung in Bangkok, die sich seit der Eröffnung 2019 gut entwickelt hat und mittlerweile ein Team von 24 Mitarbeitenden umfasst. In Europa unterzeichnete die LGT im Dezember 2020 eine Vereinbarung mit UBS Europe SE, um deren Wealth‐Management‐Geschäft in Österreich mit rund 4 Milliarden Schweizer Franken an verwalteten Vermögen sowie gut 60 Mitarbeitenden zu übernehmen; der Abschluss der Transaktion wird im dritten Quartal 2021 erwartet. Durch diesen Schritt festigt die LGT ihre Stellung in Österreich, einem ihrer europäischen Kernmärkte, und wird zur führenden Privatbank im Land. 

Im Weiteren strebt die LGT wieder eine Präsenz in Deutschland vor Ort an und prüft diesbezüglich verschiedene Optionen. Bei der in Vaduz ansässigen LGT Bank AG wird wie angekündigt der derzeitige CEO Roland Schubert per Anfang 2022 als neues Mitglied in den Verwaltungsrat wechseln, und seine Nachfolge als CEO wird Roland Matt antreten, der zuletzt seit 2012 Group CEO der Liechtensteinischen Landesbank war. 

Plangemäß schreitet auch die Umsetzung der im Mai 2020 angekündigten neuen Strukturen voran, damit die drei LGT Geschäftsbereiche Private Banking, Asset Management und Impact Investing ab Anfang 2022 als eigenständige Unternehmen auftreten und fokussierter und flexibler ihre Märkte adressieren können. Bereits Anfang 2021 in Kraft getreten sind die neuen Managementstrukturen: LGT Private Banking wird von Olivier de Perregaux, seit 2001 CFO der LGT Group, als CEO geführt, und LGT Capital Partners wird unverändert von CEO Roberto Paganoni geleitet. Ihre direkten Impact‐Investing‐Aktivitäten hat die LGT wie im Februar 2021 mitgeteilt in die neue Einheit Lightrock integriert, die von CEO Pal Erik Sjatil geführt wird. Als eigenständiges Unternehmen wird Lightrock künftig LGT Privatkunden und anderen Anlegern Co‐Investitionen zusammen mit der Fürstlichen Familie von Liechtenstein ermöglichen. Damit unterstreicht die LGT ihr Engagement im weltweiten Impact Investing, in dem sie als Pionier mehr als 14 Jahre Erfahrung hat. Für die LGT mit ihrer langfristig orientierten Unternehmensphilosophie bilden nachhaltige Investments seit langem ein strategisches Kernthema. Die LGT hat dies auch mit der Unterzeichnung der Principles for Responsible Banking der Vereinten Nationen im Januar 2021 erneut zum Ausdruck gebracht. 

Die LGT, die 2021 ihr 100‐Jahr‐Jubiläum feiert, sieht sich sehr gut aufgestellt, um mit ihrer starken Marktstellung nachhaltig Wert für ihre Kunden, Mitarbeitenden und weiteren Stakeholder zu schaffen. Sie ist zuversichtlich, auch im laufenden Jahr, in dem das Marktumfeld angesichts der Corona‐Pandemie anspruchsvoll bleiben dürfte, weiteres profitables Wachstum zu erzielen. 

S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman LGT: „2020 war ein herausforderndes Jahr, in dem wir ein gutes Ergebnis und erhebliche strategische Fortschritte erzielt haben. Ich danke unseren Kunden für ihr Vertrauen, und unseren Mitarbeiterinnen für ihren Einsatz, mit dem sie die LGT als zuverlässigen, langfristig denkenden Partner präsentieren. In unserem Angebot an Beratung und Anlagelösungen werden wir weiter ein starkes Gewicht auf Nachhaltigkeit legen, wo wir unsere Pionierrolle auch 2021 unter Beweis stellen werden. Wir haben 2020 wichtige Weichen gestellt, um durch unsere neue Organisationsstruktur unsere Schlagkraft zu erhöhen, und wir werden in diesem Jahr konsequent an der Umsetzung weiterarbeiten. Dass wir dieses Jahr unser 100‐Jahr‐Jubiläum feiern dürfen, ist uns ein zusätzlicher Ansporn, die Stärken der LGT für die Zukunft zu schärfen und bleibende Werte für Kunden, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.“

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