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Marktanteile sind nicht alles

Maximilian Mondel
Maximilian Mondel
Von den Ansichten von Horst Leitner, Generaldirektor des Handelsriesen Hofer, kann auch so mancher Manager im Banken- und Versicherungsgeschäft etwas lernen.

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Sowohl dem Wirtschaftsmagazin „Trend“, als auch dem Handelsfachmagazin „Cash“ gab Horst Leitner, Generaldirektor des Handelsriesen Hofer, in diesen Wochen spannende Interviews. Und das ist nicht nur deshalb interessant, weil Hofer-Generaldirektoren Medienvertretern vor gar nicht allzu langer Zeit überhaupt keine Interviews gewährten, sondern auch deshalb, weil der Hofer-Boss eine zentrale Botschaft nach außen trug, von der auch Unternehmen in anderen Branchen viel lernen können. Dass es nämlich im Business nicht vordergründig um Marktanteile geht. „Marktanteilszahlen sind kein Selbstzweck für uns. Niemand in unserem Unternehmen hat eine Zielvereinbarung, die irgendetwas mit Marktanteilen zu tun hat“ erklärt Leitner etwa im „Trend”.

Jetzt könnte man natürlich ins Treffen führen, dass man sich bei Hofer nicht darum sorgen muss, welchen Anteil am LEH-Markt man hat, weil man in allen Vergleichen zum Mitbewerb seit Jahr und Tag exzellent dasteht. Aber so einfach ist es natürlich nicht. Eventuell hat es schlicht und ergreifend damit zu tun, dass Leitner nicht nur Generaldirektor, sondern auch Gesellschafter von Hofer ist und sich Marktanteile nicht vordergründig im eigenen Geldbörsel bemerkbar machen. Fakt ist jedenfalls: Unternehmerische Denke hilft. Und das bloße Schielen auf Quartalszahlen, die man dem stolz dem Vorgesetzten oder der Zentrale präsentieren kann, steht dem Gesamterfolg eines Unternehmens mitunter im Weg. Und zwar egal, ob man im Lebensmitteleinzelhandel oder im Finanzgeschäft tätig ist.

Und was treibt den Hofer-General nun tagtäglich an, wenn es nicht die Marktanteile sind? Leitner stellt sich vor allem folgende Fragen: „Wie zufrieden sind unsere Kunden? Werden wir als der große Preisführer wahrgenommen?“ Er überlegt sich also, ob die Kunden gut serviciert werden und ob das, was er mit all seinen Marketingmaßnahmen und breit angelegten Werbekampagnen kommuniziert, von den Konsumenten auch so wahrgenommen wird. Das mag jetzt banal klingen, aber überprüfen Sie mal, ob das Unternehmen, für das Sie arbeiten, auch derartige Überlegungen anstellt! Und noch etwas können Banken, Versicherungen und alle anderen Unternehmen der Finanzwirtschaft von Horst Leitner lernen. Sein Credo für Hofer lautet nämlich: „Es muss freundlicher bei uns werden.“ Wenn man nämlich auch noch freundlich zu seinen Kunden ist, dann klappt das mit den Marktanteilen automatisch.

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