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Markus Gremmel, PROTrafik Service GmbH: „Die Trafiken sind ein sehr interessanter Kooperationspartner für Bankprodukte.“

© PROTrafik Service GmbH

Alfred Holzer, PROTrafik Service GmbH, Testimonial Nina Scheucher (Trafikantin aus Baden) und Markus Gremmel, PROTrafik Service GmbH

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Markus Gremmel, PROTrafik Service GmbH, erklärt im Interview, was es mit "MARIE" auf sich hat und wie der Plan für den weiteren Roll-out aussieht.

ForumF: Herr Gremmel, ab sofort werden unter der Marke „MARIE“ in Trafiken Kredite vergeben. Wie kommt man als potentieller Kunden konkret zu seinem Schnellkredit?

Markus Gremmel: Wir vergeben nicht nur Konsumkredite in Trafiken, sondern die KundInnen können auch ein Konto MARIE eröffnen und Ein‐/Auszahlungen tätigen. Die Produkteröffnungsprozesse laufen aber sehr ähnlich ab. Die TrafikantIn sendet interessierte KundInnen zu einem Self‐Service Terminal (siehe Foto), wo die KundInnen ihre Daten selbst eingeben können. Die Prozesse sind an die Online‐Prozesse der Austrian Anadi Bank angelehnt und das Ausfüllen dauert zwischen 5 und 10 Minuten. Bei Problemen kann die TrafikantIn technische Hilfestellung leisten (z.B. Hilfe beim Ausfüllen einzelner Felder). Der Check der Daten erfolgt danach online durch die Bank bzw. beim Kredit MARIE wird die Bonität des Kunden online geprüft. Wird die Prüfung positiv abgeschlossen, erfolgt der Ausweischeck an der Kassa. Damit ist die Produkteröffnung fertig und der Kunde findet den Auszahlungsbetrag spätestens am nächsten Tag am Konto bzw. einige Tage später seine Debitkarte im Postkasten.

ForumF: Wie kam es zu der eher außergewöhnlichen Idee, neue Vertriebswege für das klassische Bankengeschäft auszuprobieren?

Gremmel: Alternative Vertriebskanäle für Bankprodukte – also Vertriebssysteme außerhalb von klassischen Banken(filialen) – sind keine Erfindung der letzten Jahre, sondern sind beinahe so alt wie das Bankwesen selbst (z.B. Vermittler, Absatzkredite beim Händler, etc.). Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren eine massive Beschleunigung erfahren, da Filialbanken ihre Filialen und Präsenz stark reduzieren. Damit entstehen „weiße Flecken“ auf der Landkarte, welche wir mit MARIE füllen wollen. Bei genauerer Betrachtung sind die österreichischen Trafiken ein sehr interessanter Kooperationspartner für Bankprodukte:

  • Hohe Kundenfrequenz (rund eine Million pro Tag in Österreich)
  • Viele Stammkunden die beinahe täglich kommen
  • Flächendeckendes Netz und Verankerung in den „Grätzeln“
  • Erfahrung mit „regulierten Prozessen“ aufgrund eigener Regulierungen
  • Erfahrung mit Ausweischecks (z.B. Jugendschutz)

Die Herausforderungen sind sicher die Verankerung der Marke MARIE („Die Bank mit Gesicht. In Ihrer Trafik“) und die Trafiken als Vertriebsmaschine in Gang zu bringen.

ForumF: Gibt es internationale Vorbilder für „MARIE“?

Gremmel: Trafiken als Vertriebskanal für Finanzdienstleitungen sind in einigen Europäischen Ländern seit Jahren etabliert. An erster Stelle steht sicher Frankreich, wo Nickel – inzwischen eine Tochter der BNP Paribas – seit 2014 am Markt ist und inzwischen einen Marktanteil von mehreren Prozent bei Girokonten hält. Natürlich haben wir uns von diesen Vorbildern „inspirieren“ lassen, haben aber das Konzept hinsichtlich des rechtlichen Set‐ups, Prozessen und Produkten deutlich angepasst. Anders wäre eine Umsetzung in Österreich nicht möglich gewesen.

ForumF: Übrigens: Cooler Markenname! Wie kam es dazu?

Gremmel: Der Erfinder der Marke MARIE ist mein Geschäftspartner Alfred Holzer, welcher diese bereits vor einigen Jahren mit einem befreundeten Texter entworfen hat. Umso beachtlicher: als „zugereister Deutscher“ musste er die Bedeutung von „Her mit der Marie“ erst lernen!Die Marke MARIE fanden alle Beteiligten von Anfang an toll und wir haben nie nach Alternativen gesucht. Unser Testimonial ist übrigens Nina Scheucher, eine Trafikantin aus Baden.

ForumF: Welche kurz‐ bzw. langfristigen Ziele haben Sie sich für das „MARIE“-Projekt gesetzt?

Gremmel: Über den Sommer wollen wir die Prozesse erproben, alle Services in Betrieb haben und erste Kundenerfahrungen sammeln. Danach ist der österreichweite Roll‐out geplant: bis Jahresende wollen wir 200–300 Trafiken unter Vertrag haben, bis Ende 2022 dann 500 Vertriebsstellen. Hinsichtlich Kunden nehmen wir uns Nickel als Vorbild: nach einigen Jahren beim Marktanteil in Prozent messbar zu sein.

ForumF: Wie tritt man in der Trafik in Kontakt mit der Austrian Anadi Bank?

Gremmel: (Konto-)KundInnen können Ein‐ und Auszahlungen in der Trafik tätigen und später sollen weitere Services folgen. Bis dahin können Services online genutzt werden (z.B. Überweisungen) oder via Kontaktcenter der Austrian Anadi Bank in Anspruch genommen werden (z.B. Nachbestellung oder Sperre Debitkarte, etc.). In der Trafik kann keine Produktberatung erfolgen.

ForumF: Wie sieht das personelle Konzept für bzw. von „MARIE“ aus?

Gremmel: Die PROTrafik Service GmbH ist eine schlanke B2B‐Vertriebs‐ und Serviceorganisation für die Trafiken mit einigen Mitarbeitern. Im nächsten Jahr werden wir voraussichtlich deutlich aufbauen. Wir nehmen die Trafiken unter Vertrag, servicieren sie mit einem Kontaktcenter, machen die Abrechnungen und kümmern uns um die Aufstellung und Inbetriebnahme der Terminals. Weiters haben wir die Nutzungsrechte für die Marke MARIE. Die Austrian Anadi Bank stellt die Produkte, Systeme und Infrastruktur zur Verfügung. Weiters betreut sie die Privatkunden durch ihr Kontaktcenter.

ForumF: Im Juli starten 15 Pilot‐Trafiken in Österreich mit der Umsetzung. Wie sieht die bisherige Resonanz aus?

Gremmel: Wir sehen erste Produkteröffnungen in allen teilnehmenden Trafiken und haben tolles Feedback zum Branding. Auch die Resonanz der Trafiken ist sehr positiv: wir haben beinahe 400 registrierte Interessenten, die mitmachen wollen.

ForumF: War die Corona‐Pandemie der Initiator der neuen Marke oder war der Aufbau der „MARIE“-Brand ohnehin geplant?

Gremmel: Das Projekt ist unabhängig von der Pandemie entstanden und Trafikantenvertreter beschäftigen sich bereits seit einigen Jahren mit diesem Thema. Mit der PROTrafik hatten wir im richtigen Moment, das richtige Konzept und die richtigen Leute für Umsetzung – damit konnten wir überzeugen.

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