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Mit Unverständnis und viel Euphorie gegen neue Technologien

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Das Wiener Unternehmen Bitpanda ist nach dem zweiten Rekordinvestment in diesem Jahr nun über vier Milliarden Dollar wert. Die einen freut's und die anderen sehen bereits den Weltuntergang.

Wer die User‐Kommentare in den heimischen Medien rund um das jüngste Investment in Bitpanda liest, kann nur den Kopf schütteln. Gefühlt die Hälfte sieht hier eine Blase, Voodoo‐Ökonomie, einen Riesenbetrug à la Wirecard oder gar den Weltuntergang. Auf der anderen Seite herrscht Euphorie, es wird kräftig dagegengehalten. Gemäßigte Meinungen untermauert mit Wissen finden sich kaum, dafür viele ideologische Grabenkämpfe.

Sicher, über die gesamte Industrie rund um Kryptowährungen lässt sich vortrefflich streiten. Es gibt genügend Für und Wider: Hoher Energieverbrauch, Demokratisierung des Finanzverkehrs, Paradies für kriminelle Geschäfte, hohe Volatilität oder eine Spielerei zur Geldvermehrung – um nur einige Punkte zu nennen. Technologie hat eben immer gute und schlechte Seiten. Was dabei gerne übersehen wird: Kryptowährungen sind nur eine von vielen möglichen Anwendungen der Blockchain‐Technologie.

Die Entwicklung der Blockchain steckt noch in den Kinderschuhen, die Chancen stehen aber gut, dass sie über kurz oder lang tiefer in unsere Lebenswelt vordringen wird. Denken Sie beispielsweise an Smartphones, die gibt es in der heutigen Form erst seit 2007. Der Euro als physische Währung ist keine zwanzig Jahre alt und vor dreißig Jahren gab es kaum Zugang zum Internet.

Wer also Kryptowährungen weiterhin als reines Teufelszeug sehen will, soll das tun. Bitte aber dabei nicht vergessen, dass auch die mehr oder minder seriöse Pornoindustrie Technologien wie der VHS, DVD, Blu‐ray und digitalen Geschäftsmodellen als Sprungbrett diente.

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