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Nach gründlicher Vorbereitung und dem richtigen Finanzierungsmix sollten Unternehmen wieder investieren

© BDO/Vanessa Hartmann-Gnong

Julia Leeb, Finanzierungsexpertin und Partnerin bei BDO

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Die österreichische Wirtschaft erholt sich schneller als gedacht. Doch für die Zeit nach Corona und angesichts auslaufender Unterstützungen stehen viele Betriebe vor der Herausforderung, ihre Liquidität sicherzustellen, um vom Aufschwung profitieren zu können.

„Neben der Gewährleistung der Liquidität spielen Investitionen aktuell eine bedeutende Rolle für Österreichs Unternehmen – zum Teil, weil sie während der Lockdowns aufgeschoben wurden, zum Teil, um die Investitionsprämie zu nutzen. Von vielen Kundinnen und Kunden höre ich, dass sie am liebsten noch abwarten möchten, bis es mehr Planungssicherheit gibt. Davon rate ich entschieden ab. Wann bzw. ob es diese Sicherheit wieder geben wird, ist ungewiss und abwarten ist auch nicht nötig. Die Banken haben sich an die neue Situation angepasst“, betont Julia Leeb, Finanzierungsexpertin und Partnerin bei BDO.

Denn die Erfahrung, dass sich die (wirtschaftliche) Situation im Land bzw. die Rahmenbedingungen weltweit schnell und grundlegend verändern können, sitzt tief. Infolgedessen wollen die Banken das Geschäftsmodell ihrer Kundin bzw. ihres Kunden noch besser verstehen, bevor sie Finanzierungen gewähren. Aufgrund der Erfahrungen von Rohstoff‐ und Lieferengpässen zieht sich das gesteigerte Informationsbedürfnis über die gesamte Wertschöpfungskette. Gleichzeitig geht es aber nicht darum, einen Finanzplan zu erstellen, der exakt so eintritt, wie er heute niedergeschrieben wird. „Viel wichtiger als eine in Stein gemeißelte Finanzplanung ist es für die Banken, sich mit dem jeweiligen Geschäftsmodell auseinanderzusetzen, zu sehen, dass es die Kundin bzw. der Kunde kritisch hinterfragt und mit Abweichungen umgeht. Auch das Marktfeld sollte man noch detaillierter kennen als in der Vergangenheit sowie die Wertschöpfungskette, ihre Verlässlichkeit bzw. Anfälligkeiten“, erklärt Julia Leeb. Viel wichtiger als die konkrete Treffsicherheit eines Finanzplans ist die Betrachtung unterschiedlicher Szenarien, das Identifizieren relevanter Stellschrauben und das Aufzeigen möglicher Handlungsalternativen je nach Geschäftsentwicklung.

Für viele Unternehmen ist es darüber hinaus nicht (mehr) empfehlenswert, sich bei der Finanzierung rein auf Banken zu verlassen. Die Verlagerung von klassischen Bankfinanzierungen zu alternativen Finanzierungsinstrumenten entlastet die Finanzierungslinien, die oft angeschlagene Eigenkapitalquote und weitere Unternehmenskennzahlen. Sie stellen somit eine wichtige Diversifizierung in der eigenen Bonitäts‐ und Liquiditätssteuerung dar. „Eine fundierte Vorbereitung und den richtigen Finanzierungsmix vorausgesetzt, ist jetzt die beste Zeit, um zu investieren. So können Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Betrieb nicht nur gut aus der Corona‐Krise führen, sondern ihn auch für die Zukunft bestens aufstellen“, so Julia Leeb.

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