Nackte Tatsachen auf dem Redaktionstisch

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Viele unappetitliche Details über die Chefpartie von Wirecard werden der Öffentlichkeit aktuell über die Medien serviert. Aber wetten, dass es bei anderen vermeintlich erfolgreichen Start-ups nicht anders zugeht?

Jan Marsalek von Wirecard soll sich, wie Medienberichten von „Spiegel“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Focus“ abwärts zu entnehmen ist, Sushi auf entblößten Damen servieren haben lassen. Oliver Bellenhaus soll sich nach Flügen aus Angst vor Keimen seines Pololeibchen entledigt und dieses im nächstbesten Mistkübel versenkt haben. Gemeinsam sollen sich Marsalek und Bellenhaus als bekennende Autofreaks zu Events in der Kleingruppe verabredet haben, die man hierzulande „a Hatzerl“ nennt. Und es ist anzunehmen, dass in den kommenden Wochen noch das eine oder Detail aus dem Geschäfts‐ und Privatleben der einstigen High‐Flyer seinen Weg in die Medien finden wird.

Bis zu einem gewissen Grad delektieren sich die Journalisten natürlich an derartigen Schmankerln, da sich die selbsternannten Start‐up‐Gurus dieser Welt Medien gegenüber nicht immer als Sympathieträger präsentieren. Nun ist also die Zeit der Abrechnung gekommen, denn die Damen und Herren aus den Redaktionen müssen jetzt nicht mehr mit ihrer Meinung hinter dem Berg halten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Braun, Marsalek und Co. bald wieder an den Schalthebeln der Macht sitzen werden und man es sich daher mit ihnen gutstellen sollte, ist gering. Und da kommt es dann es dann eben schon mal vor, dass Dinge ausgeplaudert werden, die man über andere, die noch dick und fett in ihren Chefsesseln sitzen, nie und nimmer vom Stapel lassen würde.

Ja, es wirft ein Sittenbild auf die Chefriege von Wirecard, wenn pikante Details aus dem Schaffen derer bekannt werden, die angeblich die Bilanzen des Börsenliebkinds massiv frisiert haben. Stehen die Chefs von Wirecard mit ihrem mitunter exaltierten Lebensstil alleine da? Au contraire! Wetten, dass es bei anderen vermeintlich erfolgreichen, aber natürlich auch bei den tatsächlich erfolgreichen Start‐ups nicht anders zugeht? Nur werden von dort erstens kaum Details nach außen geleakt und zweitens werden die heißen Stories von den Medien kaum aufgegriffen. Man will schließlich nicht niedergeklagt oder – noch schlimmer – als Medium ignoriert werden. Und deshalb liest man beispielsweise über Sushi, die auf unbekleideten Frauenkörpern kredenzt werden, immer erst dann, wenn eine Start‐up‐Blase geplatzt ist.

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