Naturkatastrophen sind eines der größten Geschäftsrisiken

© ForumF/Gerhard Bögner
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Dem extrem verregneten Mai folgt jetzt die viel zu frühe Hitzewelle. Immer deutlicher warnen Experten vor den Folgen zunehmender Extremwetterereignisse in Österreich. Während das Risikobewusstsein in Österreichs Privathaushalten mehr und mehr steigt, unterschätzen heimische Firmen die Risiken konsequent. So die Analyse der Experten.

Diese Unbekümmertheit von Unternehmen hat teils verheerende Folgen, wie Sicherheitsexperten des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und des österreichischen Blitzortungssystems aufzeigen.

Das Jahr 2018 hatte in Bezug auf Extremwetterereignisse alles zu bieten. „Extreme Wetterphänomene nehmen in Österreich zu und treffen auf eine eher unzureichend vorbereitete Gesellschaft. Die Risiken werden noch immer stark unterschätzt. „Daher ist es besonders wichtig, dass die Bevölkerung über Gefahren informiert ist und Präventionsmaßnahmen ergreift“, betont VVO‐Vize‐Präsident Vorstandsvorsitzender KR Mag. Dr. Othmar Ederer. „Die möglichen jährlichen durch Naturkatastrophen verursachten Schäden in Österreich werden auf weit mehr als 200 Millionen Euro geschätzt“, so Ederer.

Rund 99,6 Prozent der Betriebe in Österreich zählen zu den Klein‐ und Mittelunternehmen. Wie eine aktuelle Studie des KFV zeigt, sind gerade diese schlecht geschützt und großen Risiken ausgesetzt: „Es zeigt sich, dass die Sensibilisierung der Bevölkerung im Allgemeinen zugenommen hat. Doch ziehen die wenigsten befragten Unternehmen Schlüsse aus den Informationen, die für sie verfügbar wären, auf ihren eigenen Standort und dessen Gefährdung durch Naturkatastrophen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

So zeigt eine Befragung in Österreich, dass nur knapp mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Klein‐ und Mittelbetriebe in Gemeinden mit Hochwasser‐Gefahrenzonen davon ausgehen, von Naturkatastrophen betroffen sein zu können. Während ein Drittel der KMU schon einmal direkt durch die Folgen eines Extremwetterereignisses betroffen war, haben rund 59 Prozent der KMU, die in Gefahrenzonen liegen, kein konkretes Prozedere für den Katastrophenfall geplant. Bei 27 Prozent der betroffenen Betriebe war das Ausmaß des Schadens so hoch, dass die Produktion/Dienstleistung eingestellt werden musste.

Blitzentladungen werden mit Extremwetter‐Ereignissen in Österreich selten in Verbindung gebracht, dabei kommt es Jahr für Jahr in Österreich zu folgenschweren Schäden aufgrund von Blitzeinschlägen. Im gesamten Jahr 2018 registrierte ALDIS (Austrian Lightning Detection & Information System) 125.549 Blitzeinschläge in Österreich. Sehr blitzreich war das Jahr 2012 mit 206.396 Blitzeinschlägen. Was wenige wissen: Österreich gehört mit Oberitalien und Slowenien zu den blitzgefährdetsten Regionen in Europa“, betont Dr. Gerhard Diendorfer, Leiter des Österreichischen Blitzortungssystems ALDIS. Ein Blitzeinschlag ist überall in Österreich möglich.

Wie wichtig Blitzschutzprävention ist, zeigt auch die aktuelle Brandschadenstatistik: 2017 entfielen fast 19 Prozent der Brände (1.376 Brandgeschehen) auf die Zündquelle „Blitzschlag“, die damit eine Brandschadensumme von 16.543.000 Euro verursacht hat. Damit ist Blitzschlag derzeit die Brandursache Nummer 1 in Österreich. Die klassische Blitzschutzanlage verhindert zwar den Brand, schützt aber nicht vor Schäden durch Überspannungen in den elektrischen Einrichtungen, die bei einem direkten Blitzschlag, aber auch bei einem Blitz in der Nähe eines Gebäudes auftreten. Dafür müssen sogenannte Blitzstrom‐ oder Überspannungsableiter eingebaut werden. Welcher Typ von Ableiter zu verwenden ist, kann vom Fachmann im Rahmen eines Schutzkonzeptes festgelegt werden. „Es bringt wenig, wenn die Spannungsversorgung bei einem Gerät geschützt ist, aber etwa die Datenleitungen ungeschützt zu diesem Gerät geführt werden“, so Diendorfer.

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