Nina Kalt-Miklin, Kärnter Sparkasse: „Shared Leadership ist eine gute Lösung für uns.”

© Daniel Waschnig/Kärntner Sparkasse

Gilbert Blechschmied und Nina Kalt-Miklin, Kärntner Sparkasse Kommunikationsleiter-Duo

Nina Kalt-Miklin (Head of Communications) und Gilbert Blechschmied (Head of Marketing) sind das neue Kommunikations-Leiter-Duo der Kärntner Sparkasse. Im Interview sprechen die beiden über ihre Aufgabenbereiche, Ziele und derzeitigen Herausforderungen.

ForumF: Herr Blechschmid, Frau Kalt-Miklin, Sie beide lösten den langjährigen Marketing & Communications-Leiter, Diethard Theuermann, ab und teilen sich demnach die Position. Wie kam es dazu? 

Nina Kalt-Miklin: Wir waren bei schon seit einiger Zeit Teil des Teams und haben uns schon lange, bevor die Position ausgeschrieben wurde, darüber unterhalten, ob ein Shared Leadership nicht eine gute Lösung für uns wäre. Gilbert hat unglaublich viel Energie und sprüht vor Ideen, dazu ist er ein ausgezeichneter Netzwerker. Meine Leidenschaft ist es, Emotionen zu wecken und Stärken von Menschen zu erkennen und zu fördern. Anscheinend haben unsere Vorstände das ähnlich gesehen.

Gilbert Blechschmied: Die Kärntner Sparkasse hat viel vor in den nächsten Jahren. Die Art Werbung zu machen verändert sich und dazu kommt, dass sich unsere Arbeitswelt verändert und damit auch die Kommunikation im Inneren des Unternehmens. Es war daher naheliegend, die Stärken zu bündeln, einen Fokus auf die Bereiche Marketing/Brand Management sowie Kommunikation zu legen und auch in der Führung einen neuen Weg der „Collaboration“ einzuschlagen.

ForumF: Herr Blechschmid, Sie sind seit Kurzem „Head of Marketing“ der Kärntner Sparkasse. Welche konkreten Aufgaben fallen hauptsächlich in Ihre Verantwortung?

Blechschmied: Für mich ist die strategische Markenführung die wichtigste Aufgabe in einem sehr breiten Spektrum. Marketing war schon immer ein sehr dynamisches Feld und entwickelt sich permanent weiter. Neue Möglichkeiten, vor allem im digitalen Bereich, eröffnen uns neue Perspektiven unseren Marketing-Mix stetig anzupassen bzw. zu erweitern, um alle Stakeholder bestmöglich zu erreichen. Wir wollen unsere Marke, unsere damit verbundenen Werte, unsere Produkte und unsere Botschaften nachhaltig und vor allem glaubwürdig platzieren. Im Zusammenspiel mit Communications können wir da eine unglaubliche Power entwickeln.

ForumF: Frau Kalt-Miklin, Sie sind „Head of Communications“. Womit werden Sie sich hauptsächlich beschäftigen?

Kalt-Miklin: Mein Hauptaugenmerk sind die interne sowie die externe Kommunikation mit all ihren Kanälen. Intern beschäftigen wir uns in erster Linie mit den Fragen: Wie erreichen wir unsere Mitarbeiter optimal in Zeiten von Remote Work, wie bauen wir Kommunikationsschranken zwischen Bereichen ab, welche Mittel nutzen wir für die Kommunikation und wie bereiten wir Information optimal auf. In der externen Kommunikation müssen wir dem Zeitgeist Rechnung tragen. Die Menschen möchten keine Selbstbeweihräucherung von Unternehmen mehr lesen oder hören. Wir haben viel Wissenswertes anzubieten und diese Informationen möchten wir den Kärntnerinnen und Kärntner auch zur Verfügung stellen.

ForumF: Welche Ziele haben Sie sich für Ihre neuen Positionen im kommenden Jahr gesetzt?

Kalt-Miklin: Unser Team möchte unseren KundInnen mehr Einblick in die Welt der Kärntner Sparkasse geben. Wer sind wir, für welche Werte stehen wir, was unterscheidet uns von unseren Mitbewerbern am Markt und natürlich warum sollten sich KundInnen für uns entscheiden.

Blechschmied: Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Natürlich ist es unser gemeinschaftliches Ziel und unser Anspruch, durch kreative und mutige Ansätze neue Kanäle werblich zu bespielen und auch die klassischen Werbefelder weiterhin erfolgreich zu bestellen.

ForumF: Wie sind Ihre Teams zusammengesetzt? Leiten Sie zusammen ein Team oder hat jeder von Ihnen sein eigenes? 

Blechschmied: Jeder von uns hat ein „Team im Team“ und die MitarbeiterInnen sind uns organisatorisch zugeordnet. Wir greifen aber auf die Kompetenzen des jeweils anderen Teams zu und arbeiten gemeinsam an Projekten.

ForumF: Sie beide sind schon länger bei der Sparkasse Kärnten tätig. Was waren bisher Ihre wichtigsten Learnings? 

Kalt-Miklin: Als ich vor zwölf Jahren aus der Selbstständigkeit in die Kärntner Sparkasse gewechselt bin, war die damals doch sehr hierarchischen Strukturen für mich eine völlige Umstellung. Anderseits hat mich die soziale Einstellung und die Sicherheit, die ein Unternehmen, wie die Kärntner Sparkasse bietet, beeindruckt. In den vergangenen Jahren hat sich sehr vieles verändert und die strenge Hierarchie verwandelt sich immer mehr in ein sehr kollaboratives Umfeld. Was geblieben ist, sind die Werte auf denen die Kärntner Sparkasse gründet. Es macht mich stolz und sehr dankbar, dass ich Teil eines solchen Unternehmens sein darf.

Blechschmied: Wenn man mich vor zehn Jahren gefragt hätte, ob ich einmal im Marketingabteilung in einer Bank arbeiten möchte, hätte ich definitiv verneint. Heute bin ich jeden Tag froh darüber, dass mich mein Weg vor fast vier Jahren in die Kärntner Sparkasse geführt hat. Durch die große Divergenz der Zielgruppen, ist es eine große und spannende Herausforderung diese werblich so zu erreichen, dass die Wahl für bankspezifische Bedürfnisse immer auf die Kärntner Sparkasse fällt. Es braucht immer wieder frische Ideen, auch weil sich die Parameter der potentiellen und bestehenden KundInnen stetig verändern. Dieses Mindset ist fest im Gesamthaus verankert und motiviert mich sehr meinen Teil dazu beizutragen, dass die Kärntner Sparkasse auf allen Ebenen erfolgreich ist.

ForumF: Globalisierung, Digitalisierung und Klimakrise sind nur wenige aktuelle Schlagwörter. In welchen Bereichen sehen Sie persönlich die größten Herausforderungen für Banken und Versicherungen?

Kalt-Miklin: Global gesehen ist die Kärntner Sparkasse ist als selbstständiger, regionaler Finanzdienstleister ein sehr kleiner Stern am Bankenhimmel. Trotzdem gelten für uns die gleichen Regulative wie für jede multinationale Großbank. Zusätzlich drängen immer mehr globale Bigplayer wie Google und Amazon in den Markt und FinTechs bieten partiellen Speziallösungen außerhalb der Regulative. Es wird nicht leichter. Durch die enge Zusammenarbeit mit den anderen österreichischen Sparkassen sowie unserem „Leadinstitut“ der Erste Bank haben wir die Möglichkeit, unseren KundInnen das Beste aus beiden Welten anzubieten. Ein innovatives und anwenderfreundliches digitales Banking, das mit den ganz Großen mithält sowie die qualitativ hochwertige Beratung durch persönliche KunderbetreuerInnen in unseren nachhaltigen Wohlfühlfilialen. Als regionaler Finanzdienstleister ist die Kärntner Sparkasse viel näher an ihren KundInnen und kennen die persönlichen sowie die regionalen Bedürfnisse. Wir streben eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit unseren KundInnen an, um sie optimal zu begleiten und ihre finanzielle Gesundheit zu erhalten. Das macht unser Geschäftsmodell kostenintensiver als das von reinen digitalen Anbietern. Letztlich werden die KundInnen entscheiden, was ihnen wichtig ist. Wir sehen aber durchaus positiv in Zukunft und investieren deshalb weiter – in unsere Filialen als Finanzinfrastruktur und in die Regionen in Kärnten.

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