Österreich liegt laut Bisnode‐Studie mit 38,9 Prozent pünktlich bezahlter Rechnungen europaweit im Mittelfeld

Buchhaltung
© Pixabay
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Die Zahlungsmoral von Unternehmen unterschiedlicher Länder weist erhebliche Unterschiede auf. Das ergibt die Payment Studie 2020 von Bisnode, die Daten aus dem weltweiten Partner-Netzwerk von Dun & Bradstreet auswertet.

Auf Basis detaillierter Zahlungserfahrungs‐ und Transaktionsdaten aus dem D&B Weltweiten Networking DunTrade Programm von Bisnode – einem führender europäischer Anbieter für Data & Analytics – wurde die Zahlungsmoral von Unternehmen aus 25 europäischen und 13 außereuropäischen Ländern untersucht und nach Branchen und Unternehmensgröße aufgeschlüsselt.

Mit Blick auf Europa hat sich der Anteil von Unternehmen, die ihr vereinbartes Zahlungsziel einhalten, im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte auf 44,3 Prozent leicht verbessert. Das Gesamtbild bleibt auf dem Kontinent aber weiterhin sehr heterogen: Führend sind Dänemark mit 86,9 Prozent pünktlicher Zahler, gefolgt von Polen (78,7 Prozent) und Litauen (76,9 Prozent). Am anderen Ende des Spektrums rangieren Bulgarien, Portugal und Rumänien mit jeweils weniger als 20,5 Prozent an Unternehmen, die fristgerecht zahlen. Portugal weist zudem neben Rumänien mit jeweils über 11 Prozent den höchsten Anteil besonders säumiger Unternehmen auf, die ihr Zahlungsziel um mehr als 90 Tage verfehlen.

Österreich landet mit 38,9 Prozent pünktlich gezahlter Rechnungen europaweit auf Platz 16. Besonders hoch ist die Zahlungsmoral hierzulande bei kleinen und kleinsten Unternehmen, die zu 42,6 beziehungsweise 37,4 Prozent fristgerecht zahlen, während Großkonzerne hier gerade auf eine Quote von 32,6 Prozent kommen. Die Baubranche schneidet dabei am besten ab. Und am wenigsten pünktlich wird im Sektor Transport und Logistik gezahlt.

Stark verbesserte Zahlungsmoral in Finnland, Irland und Großbritannien

Ein ebenso heterogenes Bild wie in Europa liefern auch die untersuchten außereuropäischen Länder. Vergleichsweise viele pünktliche Zahler gibt es in Thailand und Russland. Im Vergleich begleichen nur gut ein Viertel der chinesischen und weniger als ein Fünftel der israelischen Firmen ihre Rechnungen fristgerecht. Sowohl Niveau als auch Entwicklung der Zahlungsmoral sind dabei von mehreren Faktoren abhängig. Neben dem globalen ökonomischen Umfeld und den dominierenden Wirtschaftszweigen der jeweiligen Volkswirtschaften zählen dazu ebenfalls landestypische Geschäftspraktiken.

Gerade angesichts der global gewachsenen makroökonomischen Unsicherheiten, die sich durch das Corona‐Virus weiter verschärft haben, rechnen die Studienautoren damit, dass sich die Zahlungsmoral in der Gesamtbetrachtung vorerst kaum verbessern wird. Umso wichtiger erscheint es insbesondere für international tätige Unternehmen regelmäßig, die Zahlungsgepflogenheiten und ihre jeweilige Entwicklung in denjenigen Ländern, zu denen sie Geschäftsbeziehungen pflegen, genau unter die Lupe zu nehmen. Nur so lassen sich unschöne Überraschungen im Cash‐Flow‐Management vermeiden.

Neben der jährlich veröffentlichten Payment Studie liefert das D&B DUN Trade Netzwerk kontinuierlich Daten zum Zahlungsverhalten von mehr als 340 Millionen Unternehmen weltweit und bietet darüber hinaus aggregierte Risikoeinschätzungen zu jedem potenziellen Handelspartner.

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