Keine Zeit! Kein Bedarf! Kein Budget! Es sind die ewig gleichen Argumentationen, wenn es in Unternehmen und Institutionen darum geht, MitarbeiterInnen Weiterbildung in Form von Fachkonferenzen zu verweigern. Zwar gibt es vielerorts sehr wohl entsprechende Budgetöpfe, die werden allerdings mitunter lieblos abgearbeitet und nicht immer so verwendet, wie eigentlich vom Management intendiert.
Dabei sind regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen in Form von Fachkonferenzen und anderen Fachveranstaltungen für Unternehmen und Institutionen extrem wichtig. Denn ohne Impulse von außen geht’s in einer immer komplexeren Businesswelt in so ziemlich jeder Branche einfach nicht mehr. Dass man viel zu tun und daher keine Zeit habe, wird dann sowohl vom Management, als auch von MitarbeiterInnen vorgebracht, dass man sich in seinem Bereich ohnehin perfekt auskenne und dass das Unternehmen für kostspielige Konferenzen inklusive Anreise und Übernachtung schlicht und einfach keine Mittel aufbringen wolle, wird dann oft gestenreich vorgebracht.
Die Eventmarketing-Plattform Invitario.com hat im Rahmen einer Studie in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben, dass angesichts der Rasanz an Veränderung im Wirtschaftsleben (KI, Metaverse Regulierung, Marktumfeld, Konkurrenzumfeld, …) ein zartes Umdenken auf Unternehmensseite eingesetzt hat und, dass Fachkonferenzen und andere Fachveranstaltungen seit dem Ende der Pandemie für mehr als 52 Prozent der Befragten an Bedeutung gewonnen haben, dass 31 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten mehr Business-Events besuchen wollen als in den zwölf Monaten davor und dass 54 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass Business-Events in den kommenden drei Jahren noch wichtiger werden als bisher.
Fachkonferenzen und anderen Fachveranstaltungen sind in zweierlei Hinsicht essentiell: Zum einen wird durch Vorträge und Podiumsdiskussionen Know-how aufgebaut, zum anderen werden im Diskurs mit anderen TeilnehmerInnen der Horizont, aber auch das persönliche Netzwerk erweitert. Eines ist aber auch klar: In Zeiten einer galoppierenden Inflation, hoher Energiepreise, der augenscheinlichen Klimakrise und teilweisen Lieferkettenproblemen wird jetzt noch genauer auf die Kosten geschaut, als noch vor ein paar Jahren. Laut invitario-Studie wird bei rund einem Fünftel (22 Prozent) der befragten Unternehmen in Sachen Weiterbildung gespart. Sparen bedeutet aber in diesem Zusammenhang nicht, dass man seinen MitarbeiterInnen gar nicht mehr die Möglichkeit gibt, an Fachkonferenzen teilzunehmen, sondern dass man bei der Auswahl derselben im Vorfeld einfach genauer schaut und nicht mehr die Teilnahme an jeder beliebigen Fachkonferenz genehmigt, sondern nur an jenen, die den MitarbeiterInnen auch wirklich etwas bringen: in Sachen Know-how-Transfer und in Sachen Networking.