Panel: Finanzbildung und die Auswirkungen auf Finanzprodukte

Das Panel zum Thema Finanzbildung bestehend aus Stefan Theißbacher, Gerald Resch, Bettina Fuhrmann, Alexander Zelmanovis,, Philip List und Wolfgang Layr.
© MOMENTUM Wien/Elisabeth Kessler

Das Panel zum Thema Finanzbildung bestehend aus Stefan Theißbacher, Gerald Resch, Bettina Fuhrmann, Alexander Zelmanovis,, Philip List und Wolfgang Layr.

Das Panel im Rahmen der ForumF Konferenz zum Thema Finanzbildung moderierte Peter Neubauer (ForumF). Diskutiert haben Alexander Zelmanovis, Bettina Fuhrmann, Gerald Resch, Philip List, Stefan Theißbacher und Wolfgang Layr.

Die Paneldiskussion im Rahmen der ForumF Konferenz 2022 am 27. September unter der Leitung von ForumF-Gründer und ‑Herausgeber Peter Neubauer widmete sich den Auswirkungen der (noch immer mangelhaften) Finanzbildung in unserem Land auf die Marketing- und Werbeanstrengungen von Banken, Versicherungen und sonstigen Anbietern von Finanzprodukten und ‑dienstleistungen. Die Panel-TeilnehmerInnen waren Alexander Zelmanovis (Zeppelin, Emil, Ludwig), Bettina Fuhrmann (WU Wien), Gerald Resch (Bankenverband), Philip List (Erste Group), Stefan Theißbacher (willhaben) und Wolfgang Layr (Volksbank Wien). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es direkt in die Materie. 

Die erste Frage von Neubauer an Fuhrmann lautete, wie sie den Status Quo der Finanzbildung in Österreich beschreibt. Fuhrmann: „Die Hauptfragen der Forschung lauten, wie Finanzbildung ganz allgemein definiert ist. Insgesamt geht es um alle finanziellen Fragen und das Wissen, das damit einhergeht. Dieses Wissen lässt sich von einem fundierten Wirtschaftswissen kaum unterscheiden. In Österreich (aber nicht nur) gibt es da sehr große Wissenslücken. Man muss auch Auswirkungen und Zusammenhänge verstehen. Die zweite Frage lautet, wie überhaupt gemessen wird, wer welches Finanzwissen besitzt.” List erläuterte aus Perspektive der Erste Bank, die sich als erste Bank in Österreich dem Thema angenommen hat: „Unser Fokus liegt auf Schulen und das Angebot wird auch von 3 bis 4 Schulen täglich genutzt. Innerhalb der zwei Stunden ihres Besuchs können wir jetzt nicht komplett ausbilden, aber wir können Zusammenhänge erklären und Ängste nehmen. Das Angebot soll aber natürlich auch LehrerInnen ansprechen, so wurde unser Angebot an den Lehrplan angepasst.”

Alles dreht sich um Vertrauen

Einen weiteren Blickwinkel beleuchtete Zelmanovics, nämlich aus Sicht einer Agentur: „Ich habe noch nie von einer Bank gehört, wir wollen uns dem Thema Finanzbildung annehmen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das aber schon ein wenig geändert. Es geht um Vertrauensbildung. Es wandeln sich in der Endkommunikation die Themenpunkte.” Layr fügte aus Sicht der Volksbank hinzu: „Es ist fast unmöglich, Finanzwissen in der Werbung zu kommunizieren. Banken stellen Kernfragen, das Fachwissen sollte von einer anderen Seite kommen.” Theißbacher erläuterte, wie willhaben in die Finanzwelt eintauchte: „Wir sind auch im Immobilien-Bereich tätig und vergeben Wohnkredite. Auf Nachfrage unserer User betreuen wir mittlerweile auch die Beratung im Immo-Bereich. 85 Prozent der Menschen, die Immobilien suchen, machen das mittlerweile über willhaben. Darum war es uns umso wichtiger, gute BeraterInnen zur Verfügung zu stellen. Außerdem müssen bei Immobilienkäufen auch viele einkommensbezogene Fragen gestellt werden und genau die erläutern wir auch in unseren Fragebögen, warum diese Information jetzt wichtig ist.” Resch vom Bankenverband: „Banken wollen mündige KonsumentInnen haben. Und dieses Wissen erhält man nur mit einer fundierten Ausbildung. Banken nehmen die Rolle des Enablers ein, die Verantwortung der Bildung liegt aber bei der Politik. Die meisten Eltern reden zwar viel über Finanzen mit ihren Kindern, aber dennoch geben auch 90 Prozent der Eltern an, dass sich ihre Kinder gar nicht mit Finanzthemen auskennen.” Das Panel war sich einig, dass „es ein Glücksfall ist, ob man sich mit Finanzen auskennt oder nicht” und dass dieser Umstand rasch geändert werden sollte.

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