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Prof. Dr. Gerhard Weibold: „Kernproblem der Finanzbildung durch die Finanzwirtschaft ist die eingeschränkte Zielgruppe.“

Prof. Dr. Gerhard Weibold
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Im Interview mit ForumF verrät Prof. Dr. Gerhard Weibold, wie es zu der Idee kam, das Public-Learning-Format „Finanzvorlesung“ zu etablieren, welche Inhalte geboten werden und warum diese wichtig sind – sowohl für jung als auch alt.

ForumF: Herr Weibold, wie kam es dazu, dass Sie gerade jetzt ein neues Format zur Finanzbildung auf den Markt brachten?

Gerhard Weibold: Die Erfahrungen in der Covid‐19‐Zeit zeigen, dass die Wissensvermittlung nicht auf den Präsenzunterricht beschränkt sein muss, sondern auch in Form von Distance Learning problemlos funktionieren kann. Videokonferenzen sind generell zum Bestandteil des geschäftlichen sowie privaten Alltags geworden und künftig nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit der Möglichkeit, die Anzahl der Teilnehmer nahezu beliebig skalieren zu können, ergeben sich neue Perspektiven für die Ansprache sowohl kleiner als auch großer Zielgruppen. Beginnend bei der Face‐to‐Face‐Kommunikation einzelner Personen und kleiner Gruppen (wie beispielsweise im Lehrer‐Schüler‐Unterricht) bis hin zu großen Gruppen (wie beispielsweise zur allgemeinen Verbraucherbildung). Es liegt daher nahe, auch das Thema der Finanzbildung über Videokonferenz stattfinden zu lassen. Das macht insofern sehr viel Sinn, weil ein solches Public‐Learning‐Angebot weit über öffentliche und private Bildungseinrichtungen hinausgeht und nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene umfasst. Letztgenannte stellen schließlich die mit Abstand größte Zielgruppe, die Entscheidungen über Anlegen, Finanzieren und Versichern zu treffen hat, dar. Diese können wir mit der neuen „Finanzvorlesung“ nun auch direkt ansprechen.

ForumF: Wird damit Ihrer Meinung nach die Finanzbildung beschleunigt?

Weibold: Das hoffe ich sehr, doch sind wir hier wieder einmal ein Vorreiter, der Geduld haben muss. Wir waren es, die mit finanzbildung.at und finanzbildung.eu die ersten Portale zur Finanzbildung mit originären und sprechenden Domainnamen in Österreich ins Leben riefen, wir waren es dann, die den €FDL Finanzführerschein und den Finance Explorer als europäische Unionsmarken eintragen ließen und wir waren es auch, die finanzbildung.de nach Deutschland brachten. Das ist alles nicht über Nacht geschehen und das wird auch beim neuen Format so sein. Wir sind eben wieder die Ersten, die mit „Public Learning“ und mit der „Finanzvorlesung“ einen weiteren wichtigen Schritt zur Verbreitung wichtigen Finanzwissens an möglichst viele Interessenten machen. Beschleunigend wird zweifellos sein, dass die neue Initiative „Finanzvorlesung“ kostenfrei und unverbindlich angeboten wird. Dazu kommt noch, dass unser Bildungsangebot vollkommen interessenunabhängig und werbefrei ist sowie der Umstand, dass wir auf sehr viele zufriedene Teilnehmer an den bestehenden Bildungsangeboten verweisen können. Die Meinungen dieser Testimonials sind uns sehr wichtig, den sie repräsentieren als Bildungseinrichtungen oder deren Mitarbeiter Zigtausende von registrierten Benutzern.

ForumF: Welche Rolle spielt eigentlich die Finanzwirtschaft beim Thema „Finanzbildung“?

Weibold: Banken und Versicherungen haben das Thema der Finanzbildung zwar entdeckt, doch nimmt man ihnen die Interessenunabhängigkeit kaum ab. Wer einerseits Finanzbildung anbietet und andererseits Finanzprodukte verkauft, hat es mit der Glaubwürdigkeit jedenfalls sehr schwer. Dass erst kürzlich anlässlich einer regierungsseitigen Initiative vor „verdeckter Werbung im Interesse der Banken“ gewarnt wird, kommt nicht von ungefähr. Der Vergleich mit dem Hund, der auf die Knackwurst aufpassen soll, stellt die vergleichsweise heitere Formulierung für diese Befürchtungen dar. Anders wäre es, wenn sich die Notenbank des Themas annehmen würde, denn bei ihr können solche Geschäftsinteressen wohl ausgeschlossen werden. Das Kernproblem der Finanzbildung durch die Finanzwirtschaft sehe ich in der eingeschränkten Zielgruppe, denn nahezu alle Bildungsangebote fokussieren auf ein sehr junges Publikum, das vom richtigen Finanzleben noch Jahre entfernt ist. Es mag zwar richtig sein, dass man mit Finanzbildung gar nicht früh genug – am besten schon bei den Kindern in der Schule – beginnen soll, doch ist dort bei kritischer Betrachtung lediglich vom verantwortungsvollen Umgang mit Geld die Rede und substanzielle Finanzbildung hat dort noch keinen Platz.

ForumF: Machen Sie die Finanzvorlesung selbst?

Weibold: So sieht es zumindest derzeit aus, denn es ist für mich nur ein Halbtag pro Woche, den ich gerne investiere. Nach Tausenden von persönlichen Veranstaltungen in Hörsälen stellen ein paar Videokonferenzen aus meinem Arbeitszimmer eine äußerst überschaubare Herausforderung dar und eine thematische Vorbereitung kann komplett entfallen. Und ob an den Veranstaltungen zehn, hundert, tausend oder noch mehr Personen teilnehmen und wo sich diese befinden, ist für die Durchführung vollkommen unerheblich. In welchem Umfang der Geschäftsführer unserer deutschen Tochtergesellschaft, Dipl.-Vw. Rudolf Mayländer, mitwirken wird, ist derzeit noch offen. Er ist Verfasser von Lehrbüchern für Bankbetriebslehre, publiziert in zahlreichen Fachzeitschriften und verfügt über reichhaltige pädagogische Erfahrungen. Die Anmeldung zu den wöchentlichen Veranstaltungen ist organisatorisch sehr einfach: Man wählt auf finanzbildung.com einen Themenbereich und einen Veranstaltungstermin aus und erhält sofort einen Einladungslink zum betreffenden Zoom‐Meeting. Für „Zoom“ haben wir uns übrigens deswegen entschieden, weil die Teilnahme besonders komfortabel ist und diese Plattform unter anderem auch bei Gericht verwendet wird.

ForumF: Was wird an konkreten Inhalten geboten?

Weibold: Inhaltlich werden in den Veranstaltungen ausgewählte Anlage‑, Finanzierungs‐ und Versicherungsthemen behandelt und zur verständlichen Erklärung der Finanzthemen werden die auf finanzbildung.at oder finanzbildung.de verfügbaren interaktiven und multimedialen Instrumente verwendet. Um mehr der dort gezeigten Finanztools selbst nutzen zu können, sind entweder kostenfreie Registrierungen oder kostenminimale Upgrades vorgesehen. Sollte darüber hinaus noch der Wunsch nach Bestätigung des erworbenen Finanzwissens mit dem Zertifikat „€FDL Finanzführerschein“ entstehen, freuen wir uns selbstverständlich über die Inanspruchnahme unseres diesbezüglichen Angebotes. Als Promotoren der Finanzbildung laden wir Jugendliche und Erwachsene sowie alle Multiplikatoren (wie insbesondere öffentliche und private Bildungseinrichtungen, Selbstständige und Unternehmen sowie Interessenorganisationen und Vereine) ein, an dieser Public‐Learning‐Initiative teilzunehmen und sich selbst ein Bild von den Finanzthemen zu machen. Denn es gilt: Wer sich bei Finanzthemen nicht auskennt, muss glauben, was andere erzählen. Und noch nie war Finanzwissen so leicht zugänglich.

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