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PZV im siebenten Jahr auf dem Rückzug

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Der Markt der „prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge“ (PZV) entwickelte sich im Jahr 2018 das siebte Jahr in Folge rückläufig. Wurde 2012 mit 1,54 Millionen Verträgen bei Lebensversicherungen und 97.000 Verträgen bei Kapitalanlagegesellschaften (KAG), zusammen also rund 1,64 Millionen Verträge, der Höchststand erzielt, so betrug der Gesamtbestand zum Ende des Vorjahres nur mehr etwa 1,2 Millionen.

Das entspricht einem Rückgang seit dem Höchststand um 26,83 %, allein 2018 betrug das Minus 7,1 %. Das verwaltete Vermögen in der PZV war 2018 mit ‑3,7 % zwar erstmals in der Geschichte des Produktes rückläufig, betrug zum Jahresultimo aber immer noch 8,65 Milliarden Euro. Der Nettomittelzufluss (die abgegrenzten Prämien) belief sich im vergangenen Jahr auf 837,8 Millionen Euro, ein Minus von 2,8 % im Vergleich zum Wert 2017. Dies geht aus der jährlichen FMA-Studie „Der Markt für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge 2018“ hervor.

Kapitalanlagegesellschaften (KAG) verkaufen bereits seit mehreren Jahren keine neuen Verträge mehr; durch die kurze Laufzeit ihrer Altverträge (zehn Jahre), ist überdies der Großteil bereits abgereift. Ende 2018 betrug der Bestand daher nicht einmal mehr 9.000 Stück, der Nettomittelzufluss betrug im Jahr 2018 7,6 Millionen Euro und das verwaltete Vermögen 106 Millionen Euro. Kommendes Jahr werden die KAG aus dem PZV‐Markt praktisch vollständig verschwunden sein.

Von den 19 in diesem Markt tätigen Versicherungsunternehmen haben 2018 immerhin noch fünf auch Neuverträge verkauft, und zwar 15.921 (erstmals seit Langem ein Plus, und zwar 10,0 % gegenüber 2017). Da jedoch gleichzeitig knapp über 100.000 Verträge abreiften oder gekündigt wurden, sank der Bestand an PZV‐Versicherungsverträgen trotzdem das fünfte Jahr in Folge.

Negative Veranlagungsperformance

2018 hatte die PZV zum dritten Mal in ihrer Geschichte (nach 2008 und 2011) eine negative Veranlagungsperformance – und dies noch vor Garantie‐ und anderen Kosten – zu verbuchen und schloss mit einem Minus von 2,8 %. Das von der FMA zum Vergleich hypothetisch berechnete „stilisierte Benchmark‐Portfolio“ (30 Prozent österreichische Aktien in Gewichtung ATX und 70 Prozent österreichische Bundesanleihen) verlor 3,5 % an Wert.

Als staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt verpflichtet der Gesetzgeber die Anbieter aber, zumindest eine Garantie auf den Erhalt der eingezahlten Nominalprämien zu geben. Sind bei einem Produkt bereits so hohe Veranlagungsverluste aufgelaufen, dass mit den vorhandenen Vermögenswerten am Ende der Laufzeit nur mehr das eingezahlte Kapital verrentet werden kann, so spricht man von einem „ausgestoppten Vertrag“. 2018 waren 1,5 Prozent der PZV‐Verträge von Versicherungen ausgestoppt, bei den Fondsgesellschaften waren es 7,0 Prozent. Das heißt, die ertragswirksame Aktienquote am Veranlagungsportfolio lag unter einem Prozent, womit diese Verträge nicht oder kaum mehr an künftigen positiven Entwicklungen der Kapitalmärkte teilnehmen können.

Seit 2012, als die staatliche Prämie zur Förderung der PZV‐Produkte halbiert wurde, beträgt diese 4,25 %; die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung betrug 2018 2.825,60 Euro, was eine maximale Prämie von 120,09 Euro ergab.

Seit dem Jahr 2004 veröffentlicht die FMA die Studie „Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge“ – alle 15 Studien zum Download hier.

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