„Sicherer Euro“: 20 Prozent weniger Falschgeld als 2019

Falschgeld
© FabrikaSimf/Shutterstock.com
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Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlichte die Falschgeldstatistik für das Jahr 2020. Insgesamt wurden 1.656 Stück weniger gefälschter Banknoten sichergestellt als im Vergleichsjahr 2019.

Die Covid‐19‐Pandemie hat im Jahresverlauf zu einem deutlichen Rückgang der sichergestellten Fälschungen geführt. Das zeigt die von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlichte Falschgeldstatistik für das Jahr 2020. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr um 1.656 Stück weniger gefälschte Banknoten (–20,8 Prozent gegenüber 2019) sichergestellt. Darüber hinaus zeigt sich die hohe Fälschungssicherheit der zweiten Euro‐Banknotenserie vor allem in einem deutlich verringerten Fälschungsaufkommen bei Banknoten in hohen Stückelungen (50, 100 und 200 Euro). OeNB‐Direktor Eduard Schock zeigt sich erfreut, dass die neuesten technischen Entwicklungen in der Euro‐Banknotenproduktion nun zu einem weiteren deutlichen Rückgang bei den Fälschungen in hohen Stückelungen führten: „Wir haben im Eurosystem und damit auch in Österreich seit 2019 die zweite Serie der Euro‐Banknoten mit weiter verbesserten Sicherheitsmerkmalen im Umlauf und sehen den Erfolg an den deutlich geringeren Fälschungszahlen im Jahr 2020. Der Euro erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit und bietet den Menschen gerade auch als Bargeld höchste Sicherheit.“ Direktor Schock hebt weiters hervor: „Die Covid‐19‐Pandemie hat insgesamt im Jahresverlauf zu einem deutlichen Rückgang der sichergestellten Fälschungen beigetragen. Dies hängt auch mit den stark eingeschränkten Konsummöglichkeiten während der Lockdown‐Phasen zusammen.“

Corona‐bedingt weniger (Falsch)-Geld im Umlauf

Die Corona‐bedingten Umstände spiegeln sich auch im Euro‐Banknotenumlauf in Österreich wider. Während einerseits die Bargeldmenge, die für tägliche Transaktionen im Handel und für Dienstleistungen verwendet wird, um knapp 20 Prozent zurückgegangen ist, stieg andererseits die Bargeldmenge, die zur Reservehaltung dient, stark an. Dies lässt sich an der Tatsache ablesen, dass besonders der Umlauf der hohen Banknoten‐Nennwerte zugenommen hat. Insgesamt betrachtet, sank der geschätzte stückmäßige Euro‐Banknotenumlauf in Österreich um zwölf Prozent auf etwa 553 Millionen Stück. Der geschätzte wertmäßige Euro‐Banknotenumlauf sank hingegen nur um etwa 1 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro. Die Erfahrungen aus der Zeit nach dem ersten Lockdown im Vorjahr zeigen, dass sich die Bargeldnachfrage rasch wieder auf normalem Niveau eingependelt hat. Dies ist auch in der gegenwärtigen Phase zu erwarten.

Minus 42 Prozent bei der Schadensumme durch Fälschungen

Insgesamt wurden im Jahr 2020 in Österreich 6.321 Stück gefälschte Banknoten (2019: 7.977 Stück) sichergestellt. Der größte Anteil daran entfiel wie auch in den Vorjahren auf die 50‐Euro‐Banknote (29,5 Prozent), ganz knapp gefolgt von der 20‐Euro‐Banknote mit 28,4 Prozent. In Summe betrug der durch gefälschte Banknoten entstandene Schaden 320.190 EUR (2019: 551.950 EUR).

Bundesländer: Wien am meisten betroffen

Nach wie vor wurden die meisten Fälschungen in Wien aus dem Verkehr gezogen, wenn auch Wiens Anteil an allen österreichweit sichergestellten Fälschungen deutlich zurückging (2020: 26,4 Prozent; 2019: 35,9 Prozent). Dabei dürfte eine Rolle gespielt haben, dass in Wien die touristischen Nächtigungszahlen Pandemie‐bedingt am stärksten zurückgingen. Das zweithöchste Fälschungsaufkommen verzeichnete auch 2020 wieder die Steiermark mit einem Anteil von 17,8 Prozent, gefolgt von Oberösterreich (12,2 Prozent).

Echtheit der Euro‐Banknoten leicht zu überprüfen

Während die hohen Stückelungen einen deutlichen Fälschungsrückgang aufweisen, zeigen die Daten für Banknoten mit niedrigem Nennwert einen Anstieg im Fälschungsaufkommen. Es ist daher im Alltag wichtig, auch bei niedrigem Nennwert die Euro‐Banknoten stets auf ihre Echtheit zu überprüfen. Dies ist ohne jegliche technische Hilfsmittel einfach und rasch möglich durch Anwendung der drei Prüfschritte Fühlen– Sehen– Kippen.

Speziallack auch für die 20‐Euro‐Banknoten

Je niedriger der Banknoten‐Nennwert, desto stärker werden diese strapaziert, da sie häufiger für tägliche Transaktionen verwendet werden. Aus diesem Grund hat das Eurosystem bei der Einführung der Europa‐Serie im Jahr 2013 entschieden, die 5‐ und 10‐Euro‐Banknoten zu beschichten. Direktor Schock verweist auf die Vorteile: „Dadurch kann die Lebensdauer dieser Banknoten nachweislich um bis zu einem Viertel verlängert werden. Das spart langfristig Herstellungskosten und Ressourcen.“ Da auch die 20‐Euro‐Scheine für tägliche Transaktionen wichtig sind, werden nunmehr auch sie mit einem Speziallack beschichtet. Im täglichen Gebrauch wird man praktisch keinen Unterschied erkennen. Die beschichteten Banknoten fühlen sich lediglich etwas glatter an. Auch für Banknotenprüfgeräte oder SB‐Automaten sind keine Auswirkungen zu erwarten. In Österreich werden die beschichteten 20‐Euro‐Banknoten im Laufe des Jahres Schritt für Schritt ausgegeben und sukzessive die unbeschichteten ersetzen.

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