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Sind Billiganbieter böse, schlecht und fies?

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Sich als Diskonter zu positionieren, ist eine freie unternehmerische Entscheidung. Egal, ob man nun eine Airline, eine Bank oder eine Versicherung ist.

Ob die Subventionierung der Austrian Airlines und die damit verbundenen Zahlungen an die deutsche Lufthansa sinnvoll waren oder nicht, wird die Geschichte weisen. Ist dadurch das Drehkreuz Wien tatsächlich mittel‐ bis langfristig einzementiert? Ist die Standortgarantie der Lufthansa an Österreich das Papier wert, auf dem sie festgehalten wurde? Werden dank der Millionenspritze tatsächlich tausende Jobs, die unmittelbar oder mittelbar mit dem Wohlergeben des National Carriers einhergehen, gesichert? Oder hat sich die Lufthansa nicht einfach einen satten Millionenbetrag vom österreichischen Steuerzahler geholt, indem sie in Aussicht stellte, den Austrian Airlines den Geldhahn abzudrehen? Man wird sehen.

Parallel zur Diskussion über die staatliche Unterstützung von privaten Fluglinien werden den Austrian Airlines von der Bundesregierung auch gleich die Mitbewerber aus dem Weg geräumt: Weil – so die Argumentation – das Rettungspaket für die AUA an Klimaziele geknüpft ist, werden Billig‐Tickets, also solche unter einem Preis von 40 Euro, gesetzlich verboten. Antidumping‐Regelung nennt sich das dann. Darüber hinaus wird die für 2021 geplante Flugticketsteuer von 12 Euro vorgezogen, und bei Flügen zwischen Destinationen, die weniger als 350 Kilometer auseinander liegen, wird sogar eine Abgabe von 30 Euro fällig.

Es wird Airlines – ja, auch den anderen Anbietern im Markt – also per Gesetz untersagt, ihre Preisgestaltung in die eigene Hand zu nehmen: Die berühmten vier „P“ (Product, Price, Promotion, Place), die den Marketing‐Mix ausmachen, werden wesentlich eingeschränkt. Und in einem Aufwaschen werden die Billig‐Airlines auch gleich als die Bösen abgestempelt: als die, die den armen Austrian Airlines das Leben schwer machen und als die, die den Klimawandel weiter befeuern.

Sind also Billiganbieter, ganz egal in welchem Markt, böse, schlecht und fies? Nein, überhaupt nicht. Sich als Diskonter zu positionieren, ist eine freie unternehmerische Entscheidung. Egal, ob man nun eine Airline, ein Telekommunikations‐Provider, ein Lebensmitteleinzelhändler, eine Autovermietung, ein Beherbergungsbetrieb, ein Bankinstitut oder eine Versicherungsgesellschaft ist. Jedes Unternehmen hat ein Recht darauf, sich seine Positionierung im Markt selbst auszusuchen und dafür nicht angefeindet zu werden. Warum gibt es in der freien Marktwirtschaft Diskonter? Weil schlicht und ergreifend ein Markt dafür da ist, und weil Unternehmen erkannt haben, dass dieser Markt vorhanden ist. Sollte die Politik mit Regelungen in die freie Marktwirtschaft eingreifen? Eher nein. Aber auch hier gilt: Wir werden sehen, ob alles so aufgeht, wie die Bundesregierung sich das ausgemalt hat.

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