Softbank‐Konzern verabschiedet sich von Wirecard

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Der japanische Softbank-Konzern beendet aufgrund des Bilanzskandals die Kooperation mit Wirecard.

Der unter Manipulationsverdacht stehende Dax‐Konzern Wirecard verliert aufgrund des Bilanzskandals den wichtigsten Partner für große Zukunftsprojekte. So beendet der japanische Softbank‐Konzern die Kooperation mit dem Bezahldienstleister aus Aschheim. Bei der Softbank handelt es sich um keine Bank, sondern eine Holding, die sich rund um den Globus an Start‐ups und Zukunftstechnologien beteiligt. Softbank wollte Wirecard unter anderem beim Markteinstieg in Japan und Südkorea unterstützen und zudem 900 Millionen Euro in Wirecard investieren, mit der Option, in fünf Jahren Aktionär zu werden. In dem japanischen Unternehmen wurden jedoch kurze Zeit später Bedenken wach, nachdem die britische „Financial Times” mehrfach über Bilanzfälschungsverdacht bei Wirecard berichtete. Softbank hatte die angekündigten 900 Millionen Investition in Wirecard daher nicht mehr mit Geld des hauseigenen Vision Fund finanziert, sondern mit Hilfe externer Geldgeber. Von daher drohen Softbank nach den Angaben auch keine finanziellen Verluste.

Weitere Geschäftspartner springen ab

Zudem waren Geschäftspartnerschaften von Wirecard mit mindestens sechs Unternehmen angedacht, in die Softbank investiert hat: der südostasiatische Fahrdienst Grab, der US‐Mobilfunkanbieter Sprint, der ebenfalls in den USA ansässige Mobilfunkdienstleister Brightstar, die Autohandelsplattform Auto1 und die Tourismusplattform GetYourGuide, beide in Deutschland ansässig, sowie die indische Hotelkette Oyo. Grab, Auto1 und GetYourGuide bestätigen auf Anfrage, dass keine Zusammenarbeit mit Wirecard mehr geplant ist, die drei anderen Unternehmen ließen die Anfragen unbeantwortet. In Deutschland fährt zudem Aldi Süd seine Geschäftsbeziehungen zu Wirecard zurück: Kreditkartenzahlungen an den Kassen der Supermarktkette wickelt nun der Konkurrent Payone ab, wie das Unternehmen in Mülheim an der Ruhr bestätigte. Hilfsbereit zeigt sich die Deutsche Bank, die der zu Wirecard gehörenden Bank möglicherweise finanziell unter die Arme greifen will. „Wir können uns grundsätzlich vorstellen, im Rahmen der Fortführung der Geschäftsaktivitäten diese Unterstützung zu gewähren, sofern es erforderlich werden sollte”, sagte ein Deutsche‐Bank‐Sprecher. Der Konzern sei dazu in Abstimmung mit der Finanzaufsicht Bafin, dem vorläufigen Insolvenzverwalter von Wirecard und der Wirecard Bank selbst.

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