Sparbuch mit Abstand die beliebteste Anlageform in Österreich

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Das Sparbuch ist hierzulande mit Abstand die beliebteste Anlageform, so eine aktuelle EY-Umfrage unter 1.500 Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich. Aktien landen auf dem zweiten Platz und Kryptowährungen liegen vor ETFs.

Trotz Niedrigzinspolitik ist und bleibt das Sparbuch die beliebteste Anlageform in Österreich. Laut einer aktuelle Umfrage von EY unter 1.500 heimischen Konsumentinnen und Konsumenten ab 18 Jahre haben 51,7 Prozent der Befragten ein Sparbuch. Die weiteren Plätze folgen mit großem Abstand zur Spitze: Auf Rang zwei folgen Aktien und Anleihen, in die rund jeder Vierte investiert (23,5 Prozent), gefolgt von Immobilien bzw. Grundstücken (16,7 Prozent) und Edelmetallen (15,7 Prozent).

„Insgesamt dominieren in Österreich die klassischen Anlageformen – das Sparbuch ist für die Österreicherinnen und Österreicher nach wie vor die Nummer eins. Bei steigender Inflation und der aktuellen Zinssituation verliert Geld am Sparbuch zurzeit fast täglich an Wert. Es lohnt sich daher, auch auf andere Anlageformen einen Blick zu werfen, um beim Vermögensaufbau auf einen vielfältigen Mix zu setzen“, so Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich.

Kryptowährungen liegen mit 13,8 Prozent hierzulande auf dem fünften Platz. Gefolgt von ETFs (10,5 Prozent) und aktiv verwalteten Investmentfonds (8,3 Prozent). Kaum eine Rolle spielen NFTs (3,5 Prozent), Crowdfunding/Crowdinvesting (3,3 Prozent) und Rohstoffe (2,3 Prozent). Rund ein Fünftel (21,9 Prozent) investiert überhaupt kein Geld. Deutlich häufiger als Männer (16 Prozent) verfügen Frauen (28 Prozent) über gar keine Investments.

Große Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Außer bei Sparbuch (Männer 51 Prozent, Frauen 52 Prozent) gibt teils große Unterschiede bei den Investments von Männern und Frauen. Männer sind häufiger im Besitz von Aktien (Männer 32 Prozent, Frauen 15 Prozent), Investmentfonds (Männer 15 Prozent, Frauen 6 Prozent), Edelmetallen (Männer 21 Prozent, Frauen 11 Prozent) und auch Kryptowährungen (Männer 20 Prozent, Frauen 7 Prozent).

Dies einerseits an der höheren Risikobereitschaft von Männern, aber auch an der Ungleichstellung der Geschlechter, die sich vom Jobmarkt, über die Gehaltsstrukturen hin zu verfügbaren Kapitalreserven über viele Bereiche streckt. „Wer weniger verdient, dem bleibt weniger oder gar nichts übrig. Entsprechend wird auch weniger investiert. Frauen verdienen im Schnitt rund ein Fünftel weniger als Männer, sie sind auch wesentlich häufiger von Altersarmut betroffen, was sicher auch mit der fehlenden finanziellen Vorsorge zusammenhängt. Das ist ein Problem, dem entgegengewirkt werden muss“, erklärt Reimoser.

Kryptowährungen bekannt, Blockchain weniger

Fast ein Fünftel der Befragten (19 Prozent) hat schon einmal in Kryptowährungen investiert, aktuell sind 14 Prozent in Besitz von Bitcoins & Co. Der Hype ist in allen Bevölkerungsschichten angekommen: 95 Prozent ist Kryptowährung ein Begriff, wobei etwa zwei von fünf Personen angeben, nicht genau zu wissen, worum es sich dabei handelt. Nur fünf Prozent haben noch nie von Kryptowährung gehört. Deutlich informierter sind die jüngeren Bevölkerungsgruppen zwischen 18 und 29 Jahren.

Dass Kryptowährungen spekulativ sind, sieht auch die Bevölkerung so. Für fast die Hälfte (45 Prozent) der Personen, die noch nie in Kryptowährungen investiert haben, ist diese Anlageform zu spekulativ und zu unsicher. Einem Drittel fehlt es aktuell auch an konkreten Informationen zu Kryptowährungen. Weit weniger durchgesetzt als Kryptowährungen haben sich Non-Fungible-Tokens, kurz NFT. Nicht einmal die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher hat schon einmal von NFTs gehört, knapp 54 Prozent kennen den Begriff nicht. NFTs werden aktuell vorrangig als Glücksspiel angesehen (23 Prozent), 18 Prozent meinen, es ist ein Sammlerobjekt, nur 14 Prozent sehen es tatsächlich als Investitionsobjekt.

Patriotisch sind die Österreicherinnen und Österreicher bei der Wahl ihrer Krypto-Trading-Plattform. Von jenen befragten, die solche Plattformen mindestens einmal genutzt haben, geben 50,7 Prozent Bitpanda an. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die beiden großen Internationalen Neo-Broker Coinbase (26,2 Prozent) und Binance (21,6 Prozent).

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