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Felix Becht, Partner bei Strategy& Deutschland

strategy&: PrivatanlegerInnen bleiben Kryptowährungen treu und spekulieren auf steigende Kurse

Mehr als 70 Prozent aller österreichischen KryptoanlegerInnen erwarten trotz starker Schwankungen in den vergangenen Jahren steigende Kurse, so strategy& in einer aktuellen Studie. Banken, Neo-Banken und Broker sind daher gefordert.

Kryptowährungen bleiben bei privaten AnlegerInnen auch nach den heftigen Schwankungen am Kryptomarkt im vergangenen Jahr beliebt. Das zeigt die aktuelle „Crypto Survey 2023“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. Etwa ein Drittel der österreichischen AnlegerInnen ließ sich demnach von dem Markteinbruch im vergangenen November durch die Pleite der Handelsplattform FTX nicht beeindrucken und hielt an ihren Investitionen fest, 20 Prozent stießen Investments dauerhaft ab. Etwa ein Drittel nutzte dagegen die Gelegenheit, um Kryptowährungen zu verkaufen und günstiger zurückzukaufen, und 13 Prozent stockten ihr Portfolio dauerhaft auf. 

Auch für die Zukunft bleiben die österreichischen AnlegerInnen zuversichtlich: Fast drei Viertel erwarten in Zukunft steigende Kryptokurse, 73 Prozent wollen ihre Kryptoinvestitionen deswegen erweitern. In weiteren untersuchten Märkten zeigen sich die AnlegerInnen noch optimistischer. Am positivsten gestimmt sind sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten, hier gehen 84 Prozent von steigenden Kryptokursen aus. 

ÖsterreicherInnen vorwiegend langfristig in Kryptowährungen investiert

Auch beim Blick auf einzelne Kryptowährungen zeigt sich, dass die österreichischen PrivatanlegerInnen ihren einmal eingeschlagenen Kurs beibehalten. Demnach haben sie ihr Portfolio im vergangenen Jahr kaum diversifiziert. Am beliebtesten ist weiterhin Bitcoin, den 81 Prozent aller AnlegerInnen in ihrem Portfolio haben, gefolgt von Ethereum mit 48 Prozent, Dogecoin (29 Prozent) und NFTs (Non-Fungible Tokens) mit 28 Prozent. Diese langfristige Perspektive spiegelt sich auch in den strategischen Überlegungen der AnlegerInnen wider. 

Fast zwei Drittel der ÖsterreicherInnen verfolgt laut Studie einen „Buy and hold“-Ansatz, 26 Prozent setzen auf regelmäßige Einnahmen durch Staking, und 25 Prozent sind im Daytrading aktiv. Bei vielen AnlegerInnen machen Kryptowährungen dabei inzwischen beträchtliche Teile des Gesamtvermögens aus. So nehmen Kryptowährungen bei 29 Prozent der österreichischen InvestorInnen über 10 Prozent des Gesamtvermögens ein. Langfristiges Halten von Kryptowährungen ist dabei auch in den anderen untersuchten Ländern die beliebteste Investitionsstrategie. 

„Der Kryptohype ist nicht vorbei – allen Markteinbrüchen und Verwerfungen innerhalb der Szene zum Trotz. Stattdessen beobachten wir bei privaten AnlegerInnen ein stabiles Interesse an der Anlageklasse sowie den Glauben an deren positive zukünftige Entwicklung“, sagt Dr. Philipp Wackerbeck, Co-Studienautor sowie Partner und Global Head of Financial Services bei Strategy&. „Viele planen sogar, ihre Kryptoportfolios zu erweitern und setzen auf das langfristige Halten ihrer Positionen. Die Turbulenzen der vergangenen 18 Monate sind allerdings nicht verpufft, sondern wirken sich auf die Wahl der bevorzugten Handelsplattformen sowie auf die Anforderungen und Wünsche der KundInnen an diese aus. Die Bereitschaft, die Plattform zu wechseln, steigt jedenfalls – und damit auch der Handlungsbedarf für die Anbieter.“

Unterschiedliche Handlungsbedarfe für die verschiedenen Anbieter

Trotz der Marktturbulenzen des vergangenen Jahres konnten die internationalen Kryptoplattformen ihre führende Rolle in den meisten untersuchten Märkten behaupten. Allerdings zeigt sich insbesondere in Österreich, Deutschland sowie in Polen die weiterhin wachsende Relevanz von Neo-Brokern im Kryptohandel, die hier bereits zu den führenden Handelsplattformen zählen. Dennoch wählen KryptoinvestorInnen im Vergleich zum Vorjahr ihre präferierten Anbieter weiterhin maßgeblich auf Basis der gleichen Kriterien aus: Zu 36 Prozent priorisierten sie die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit des Anbieters, zu 13 Prozent eine attraktive Kostenstruktur und zu 10 Prozent einen guten Kundenservice. 

Zudem zeichnet sich ab, dass unzureichende Möglichkeiten zum Kryptohandel KundInnen immer häufiger zum Wechsel ihres Banking- und Trading-Anbieters bewegen: 39 Prozent der österreichischen PrivatanlegerInnen, die bereits in Kryptowährungen investiert sind, können sich demnach vorstellen, ihre Bank oder ihren bisherigen Broker zu wechseln, wenn dort kein ausreichendes Kryptoangebot vorhanden ist. International liegt diese Zahl sogar noch höher (53 Prozent).

„Bei KryptoinvestorInnen beobachten wir ein erstaunlich hohes Interesse daran, dass sowohl traditionelle Wertpapierangebote wie auch der Zugang zu Digital Assets aus einer Hand angeboten werden. Diese Kundenerwartungen setzen die jeweiligen Anbieter unterschiedlich unter Druck, insbesondere wenn sich die Anzeichen eines auftauenden Kryptowinters weiter verstärken sollten. Während sich für Banken die Frage nach einer schnellen Markteinführung eines – zumindest grundlegenden – Kryptoangebots sowie einer intuitiven Customer Experience stellt, sind neue Spieler mit der Überlegung konfrontiert, ob sie zum Ausbau von Marktanteilen jenseits von spezialisierten KryptoanlegerInnen weitere Investitionsformen anbieten sollten, um langfristig im Markt zu bestehen“, sagt Felix Becht, Co-Studienautor und Partner bei Strategy& Deutschland. „Neo-Broker und ‑Banken könnten ihren Fokus zum Beispiel auf den Ausbau ihres Angebots legen, etwa indem sie die Zahl der handelbaren Kryptowährungen erhöhen und Staking-Optionen anbieten. Unabhängig von naheliegenden Digital-Asset-Angeboten – wie Spots, Derivaten und weiteren Produkten – liegt in der Tokenisierung liquider wie illiquiderer Assets perspektivisch eine große Chance für den Sektor.“

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