Umfrage: „Mehr Geld für die Vorsorge“

Kurt Molterer, Vorsitzender des Vorstandes der NÜRNBERGER Versicherung AG in Österreich.
© Nürnberger Versicherung

Kurt Molterer, Vorsitzender des Vorstandes der NÜRNBERGER Versicherung AG in Österreich.

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In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der NÜRNBERGER Versicherung und des Fachverbands Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat das Linzer Market-Institut die Befindlichkeiten, Erwartungen und Zufriedenheit der Österreicher in Sachen private Vorsorge erhoben. Es wurden 1.000 Teilnehmer ab 16 Jahren befragt. ForumF sprach darüber mit Kurt Molterer, dem Vorsitzenden des Vorstandes der NÜRNBERGER Versicherung AG in Österreich.

Milan Frühbauer: Was waren die Motive der Auftraggeber für diese Umfrage. Liegt nicht schon genug Material zu diesem Themenbereich vor?

Kurt Molterer: Neben dem Ausloten des Sparverhaltens allgemein ging es bei dieser Studie insbesondere um die Erwartungen und die Zufriedenheit der Bürger mit fondsgebundenen Vorsorgeprodukten, wie etwa der fondsgebundenen Lebensversicherung. Wir wollten auch wissen, in welchem Vorsorgeumfeld wir uns bewegen, wie die Menschen das Thema Pensionslücke sehen und welche Zinserwartungen sie an attraktive Produkte haben.

Milan Frühbauer: Was sind die wichtigsten Daten aus den Rahmenbedingungen des Vorsorgeverhaltens der Österreicher?

Kurt Molterer: Wenig überraschend liegen das Sparbuch mit 71 Prozent und der Bausparvertrag mit 61 Prozent ganz vorne auf der Beliebtheitsskala. Fondsgebundene Veranlagungsformen – also Fondssparplan oder Lebensversicherung haben einen Anteil von immerhin 46 Prozent. Für knapp 40 Prozent sind fondsgebundene Produkte auch langfristig ein Thema.

Milan Frühbauer: Was ist die Erwartungshaltung gegenüber solchen Produkten?

Kurt Molterer: Es werden Leistungsmerkmale Individualität, Flexibilität – also jederzeitiger Fondswechsel – und das professionelle Management der Fonds am häufigsten genannt. Übrigens: Ethik und Nachhaltigkeit spielen bereits für jeden Zweiten eine Rolle in der Veranlagungspolitik.

Milan Frühbauer: Und wie sehen die Österreicher die drohende Pensionslücke?

Kurt Molterer: Nur ein Drittel der Befragten ließ sich die zu erwartende Pensionslücke berechnen. Zwei Drittel hingegen gehen davon aus, dass sie mit der staatlichen Pension im Ruhestand allein den gewohnten Lebensstandard nicht werden halten können. Doch der Faktor Sicherheit rangiert deutlich vor Rentabilitätserwartungen an die fondsgebundenen Produkte.

Milan Frühbauer: Wie sind dann die ambitionierten Anforderungen an die Mindestverzinsung zu erklären? Jeder Zweite erwartet von seiner Vorsorgeform immerhin eine Verzinsung von mindestens 4 bis 6 Prozent….

Kurt Molterer: Dieses Ergebnis hat uns auch sehr verwundert, zumal bei der Fragestellung gar nicht nach Produktkategorien unterschieden wurde. Dass bei einem klassischen Sparbuch die Zinsen gegen Null gehen, sollte sich eigentlich inzwischen in der Bevölkerung herum gesprochen haben. Was Fondsprodukte betrifft, dürfen die Renditeerwartungen zu Recht höher liegen, als beim Sparbuch. Damit verbunden ist aber auch ein höheres Risiko, welches der Kunde aber nicht bereit ist in Kauf zu nehmen. Ein Widerspruch also, den es aufzulösen gilt. Wir (Produktgeber, Berater und Medien) sind gefordert, Vorsorgekunden noch intensiver zu informieren und über die Möglichkeiten der einzelnen Vorsorgeprodukte aufzuklären.

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